"So finde ich den Spinat auch toll"

Eier für das anstehende Osterfest ganz natürlich färben bringt nicht nur den Kindern jede Menge Spaß

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Ostereier für das anstehende Osterfest können Sie mit ihren Kindern dieses Jahr einfach mal ohne künstliche Farbstoffe färben.

Kempten/Landkreis – Letztes Jahr an Ostern waren wir noch alle dankbar, wenn die Vorbereitungen nicht allzu lange gedauert haben. Eier färben, Nester schmücken, Osterlämmer und Osterbrot backen, dekorieren, Ausflug planen und eventuell einen Tisch für die ganze Familie im Gasthaus reservieren. Ostern 2020 ist alles anders.

Das Coronavirus und die dramatischen Entwicklungen europaweit haben nicht nur die Grenzen dicht gemacht, sondern auch das öffentliche Leben kurzfristig komplett lahmgelegt. Es bleibt also viel Zeit in diesen Osterferien, die ihren Namen eigentlich gar nicht verdient haben, weil wir alle zu Hause bleiben sollen. Wie wäre es da beispielsweise mit Ostereier färben und zwar wie zu Großmutters Zeiten? Ohne synthetische Farbstoffe, ganz natürlich? Klingt nicht nur gut, sondern ist auch ein prima Zeitvertreib für die ganze Familie.

Zeit dafür ist bekanntlich genug und die Materialien, die Sie dafür benötigen, können Sie in den nächsten Tagen in Ruhe besorgen. Die Eier werden im jeweiligen Sud für eine bestimmte Zeit gekocht und erstrahlen danach in wunderbar prächtigen Farben. Wer auf rote oder violette Ostereier steht, der braucht einfach nur drei bis vier Knollen Rote Bete. Die werden geschält und im Anschluss für 30 bis 45 Minuten lang bei geschlossenem Topf geköchelt. Der fertige Sud sorgt für eine tolle rote bis violette Farbe. Für alle Grün-Fans heißt es, 300 Gramm Spinatblätter besorgen. Plötzlich verziehen Kids übrigens nicht mehr den Mund, wenn da einiges an Grün in ihrem Einkaufskorb landet, versprochen! Sie bedecken die 300 Gramm Spinat mit Wasser und lassen das Ganze 30 bis 45 Minuten kochen. Fertig! Und wo wir schon beim gesunden Gemüse sind: Auch Karotten eignen sich prima fürs Eier färben à la nature. Sie schnippeln zusammen mit ihren Kleinen etwa 250 Gramm Karotten möglichst klein und geben sie in einen Liter Wasser. Zwischen 30 und 40 Minuten köcheln lassen. Am Ende haben sie einen Sud, der die Eier orangegelb erstrahlen lässt.

Sie hätten gerne knallgelbe Eier im Osternest? Nichts leichter als das. Kurkumapulver lautet das Zauberwort. Einfach zehn Gramm in einen halben Liter Wasser geben und etwa zehn Minuten kochen lassen. Voilà! Und wer auf blaue Ostereier in diesem Jahr nicht verzichten möchte, der besorgt sich Heidelbeeren. Die gewaschenen Beeren im Wasser aufkochen lassen und die Eier hinzufügen. Danach für 20 Minuten köcheln lassen. Je mehr Heidelbeeren Sie verwenden, umso intensiver wird die Farbe. Ob Sie braune oder weiße Eier bei ihren Ostervorbereitungen verwenden, spielt keine große Rolle, allerdings bringen weiße Eier hellere und leuchtendere Farbnuancen zum Vorschein. Wir sagen also in diesem besonderen Jahr Tschüss zu den Färbetabletten mit den schönen Namen E124, E151 oder E122! Auf ein natürliches Osterfest!

Abwechslung für die Osterfeiertage

Wenn wir schon gezwungenermaßen unsere Freizeit zu Hause verbringen müssen, dann lassen sich die Ostervorbereitungen wenigstens aufpeppen. In diesen Zeiten sind Spaß und Abwechslung wichtiger denn je, gerade wenn sich der Alltag überwiegend in den eigenen vier Wänden abspielt. Ein simples und tolles Spiel ist das Eierpusten, das einige vielleicht noch aus ihrer Kindheit kennen. Jeder Spieler bläst zu Beginn ein Ei aus und legt es anschließend vor sich auf den Tisch. Jeder Mitspieler kann sein Ei mit einem Filzstift markieren (Buchstabe des Namens, Smiley oder ähnliches), um es während des Spiels nicht aus den Augen zu verlieren. Alle platzieren ihre Unterarme verschränkt auf dem Tisch und versuchen nun durch Pusten, ihr Ei an die Unterarme der Gegenspieler zu befördern. Wird ein Spieler durch ein Ei berührt, erhält er einen Minuspunkt. Der Spieler mit den wenigsten Minuspunkten gewinnt.

Ein weiteres Spiel, das für willkommene Unterhaltung innerhalb der Familie sorgen kann, ist „Ei im Salzberg“. Dafür schütten Sie handelsübliches Speisesalz auf einen Haufen (am besten eine Unterlage auf den Tisch legen), sodass ein kleiner Berg entsteht. Auf die Spitze setzen Sie ein gekochtes Ei. Jeder Spieler bekommt nun einen Teelöffel und nimmt reihum etwas Salz vom Berg weg. Bei wem das Ei herunterrollt oder umfällt, scheidet aus. Das Ei wird dann wieder auf dem restlichen Haufen platziert und es geht weiter. Mikado für Ostern, wenn Sie so wollen!

Früher hat die Zeit mit Ach und Krach für das Backen von Osterlämmern, Osterbroten oder Mürbteighasen gereicht, jetzt können wir die coronabedingten Zwangsferien mit Kontaktverbot nutzen, um völlig stressfrei Osterfiguren aus Salzteig zu basteln.

Ostern geht auch salzig – und die Großeltern freut‘s

Die lassen sich dann wunderbar bemalen und sind nicht nur für den eigenen Osterstrauß oder die Wohnzimmerfenster der Renner, sondern die Großeltern freuen sich mit Sicherheit auch, wenn sie selbst gemachte Deko zu Ostern geschickt bekommen. Speziell in diesem Jahr, wo viele leider ohne Oma und Opa feiern müssen. Für die Salzteigfiguren einfach 150 Gramm Mehl, 150 Gramm Salz, 100 Milliliter Wasser und 1 Teelöffel Speiseöl mischen. Den Teig gut durchkneten. Wenn er zu weich ist, noch etwas Mehl hineingeben. Ist er zu fest, helfen ein paar Tropfen Wasser. Den Teig können Sie in einer Plastiktüte aufheben, damit er nicht austrocknet. Nun stechen Sie mit ihren Kleinen nach Herzenslust Figuren aus oder formen ganz neue Modelle. Ein Zahnstocher ist ideal, um kleine Löcher zu stechen, damit sich die Figuren später auch aufhängen lassen. Die ausgestochenen Meisterwerke legen Sie auf ein Backpapier in den Backofen und backen sie bei ca. 50 Grad. Für etwa eine Stunde bleiben die Figuren im Ofen, wobei die Tür einen Spalt offengelassen werden sollte, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Mit einem Küchenhandschuh, den Sie in die obere Kante klemmen, ist das kein Problem.

Nach der Stunde erhöhen Sie die Temperatur auf 120 bis 150 Grad und lassen ihre Kreationen erneut etwa eine Stunde backen. Je größer die Elemente sind, desto mehr Zeit benötigen sie für die Trocknung. Hier ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Wenn Sie jetzt noch etwas Farbe ins Spiel bringen wollen, dann bemalen Sie mit ihren Kindern die fertigen Figuren mit Acryl- oder Wasserfarben. Und fertig ist die einzigartige Osterdeko! Viel Spaß beim Ausprobieren und Verschenken! 

Kathrin Dorsch

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