"Ein anspruchsvoller Job"

Grund zum Strahlen: Ministerpräsident Horst Seehofer (rechts) mit seiner neuen rechten Hand Thomas Kreuzer Foto: privat

Nach Ignaz Kiechle (Bundeslandwirtschaftsminister 1983-1993) und Paul Strenkert (Bayerischer Arbeitsminister 1962-1964) kommt mit Thomas Kreuzer nach fast 20 Jahren wieder ein Minister aus Kempten. Nach seiner Ernennung zum Leiter der Staatskanzlei durch Ministerpräsident Horst Seehofer in der vergangenen Woche (der KREISBOTE berichtete) soll der CSU-Stadtrat am heutigen Mittwoch durch den Landtag bestätigt werden.

Der überraschende Rücktritt von Finanzminister Georg Fahrenschon und die anschließende Personalrochade in München machen es möglich: Mit Thomas Kreuzer als künftigen Leiter der Staatskanzlei hat die Stadt Kempten nun den dritten Minister in ihrer Geschichte. Kreuzer folgt auf Marcel Huber, der neuer Umweltminister wird. Dafür wechselt der bisherige Umweltminister Markus Söder ins Finanzressort. Kreuzers Nachfolge als Staatssekretär im Kultusministerium übernimmt Bernd Sibler. Erst im Frühjahr war Kreuzer vom stellvertretenden CSU-Fraktionsvorsitzenden im Landtag ins Kultusministerium gewechselt. Für Kreuzer selbst kam die Ernennung zum Minister allerdings nicht wirklich überraschend. „Ich war bereits bei der Kabinettsumbildung im Frühjahr für dieses Amt im Gespräch“, erklärte er am vergangenen Donnerstag gegenüber dem KREISBOTEN. „Das Amt im Kultusministerium kam überraschender“, erzählte er. Über seine Ernennung zum Staatsminister sei er erfreut, wenngleich er wisse, „dass das ein anspruchsvoller Job ist.“ Tatsächlich sieht das Amt des Staatskanzleileiters laut der bayerischen Verfassung die Unterstützung des Ministerpräsidenten und der Staatsregierung bei der Ausübung ihrer Aufgaben vor. Dazu gehören unter anderem die Bestimmung der Richtlinien, die Prüfung von Gesetzesvorlagen, die Koordination der Tätigkeiten der einzelnen Ministerien oder die Repräsentation Bayerns nach außen. „Das ist eine Querschnittsaufgabe“, so Kreuzer. Seine Aufgaben als Stadtrat und Kreisvorsitzenden der CSU will er trotz des künftig noch engeren Terminkalenders weiter ausüben, kündigte er an. „Ich bin bis 2014 gewählt und werde versuchen, die Aufgaben weiter wahrzunehmen“, sagte er. "Eine große Chance" Bei der Kemptener CSU reagiert man mit Freude auf Kreuzers Ernenung. „Der CSU-Kreisverband freut sich natürlich sehr über diese hohe politische Gestaltungsmöglichkeit, die Thomas Kreuzer in Zukunft haben wird”, so Kreisvorstandsmitglied Thomas Kiechle. Kreuzers Ernennung sei nicht nur für Kempten, „sondern für das gesamte Allgäu und Schwaben eine große Chance.” Der Vorstand sei sich sicher, dass Kreuzer die Staatskanzlei „souverän führen wird.” Kiechle selbst glaubt, „dass dieses Amt im Grunde wie maßgeschneidert auf ihn passt.” „Für Kempten und das Allgäu ist die Ernennung von Thomas Kreuzer zum Staatsminister eine große Bereicherung”, erklärte auch Alexander Buck, Vorsitzender des Ortsverbandes CSU-Süd. „Die Aufgaben in seiner neuen Position wird er mit Sicherheit sehr gut bewältigen”, so Buck weiter. Nichts desto trotz sieht der Ortsvereinsvorsitzende den neuen Leiter der Staatskanzlei in der Pflicht: „Wir erwarten aber, dass er nicht vergisst, das er ein Kemptener ist.” "Gut geeignet" Etwas zurückhaltender bewertet dagegen die Opposition Kreuzers neues Amt. „Die Ernennung ist für Thomas Kreuzer ein weiterer Karrieresprung und die Aufgaben dort liegen ihm sicher mehr die im Kultusministerium”, meint Adi Sprinkart, heimischer Abgeordneter der Grünen. „Gespannt bin ich, ob die hohen Erwartungen, die Politik und Wirtschaft im Allgäu an ihn in seinem neuen Amt richten, auch erfüllt werden.” Fraktionskollege Thomas Gehring warnte ebenfalls vor zu hohen Erwartungen. Zwar sei Kreuzer für das Amt „sicher gut geeignet”. „Allerdings möchte ich jene warnen, die jetzt erwarten, dass die Zuschüsse aus München nun im großen Stil ins Allgäu fließen werden”, so Gehring weiter. Als Minister sei Kreuzer schließlich dem ganzen Land verpflichtet. Sein Bedauern äußerte Gehring darüber, „dass der Posten des Staatssekretärs im Kultusministerium nur als kurzer Durchlaufposten für die weitere Karriere herhalten musste.”

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