"Ein Diakoniker durch und durch"

Anschnitt der Abschiedstorte im Wilhelm-Löhe-Haus: der scheidende Heimleiter Thomas Reuß (2.v.l.) greift zum Messer. Ihm schauen Diakonie-Verwaltungsratsvorsitzender Helmut Mölle (v.l.), Diakonie-Geschäftsführer Wolfgang Grieshammer und sein Nachfolger Oliver Stille über die Schulter. Foto: moriprint

Ein Heimleiter braucht viele Eigenschaften und Wesenszüge – von der gebeugten Haltung bis hin zum Rückgrat, Mitarbeiterführung und zugleich gefühlvollen Umgang mit den Bewohnern, ein Ohr zum Zuhören und innovative Ideen für eine gute Kombination aus Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit. Thomas Reuß, Heimleiter im Alten- und Pflegeheim Wilhelm-Löhe-Haus der Diakonie Kempten Allgäu, hatte diese Werte. „Ein Diakoniker durch und durch“, lobte Geschäftsführer Wolfgang Grieshammer. Jetzt wurde Reuß im Rahmen einer Feier verabschiedet: Zum 1. März wechselt er zur Stadt Kempten und wird dort Leiter des Jugendamtes. Das Amt des Heimleiters übernimmt dann wie berichtet Oliver Stiller.

Alle waren sie gekommen, die Bewohner, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Kollegen aus den anderen Einrichtungen – und auf einmal fiel Thomas Reuß der Abschied doch nicht mehr so leicht. „Ich danke für alles, was ich hier erleben durfte. Es hat mich als Mensch reich gemacht, hat mir die berufliche Weiterentwicklung ermöglicht. Die Erinnerung an die Menschen, die ich auf ihrem letzten Weg begleiten durfte, nehme ich in meinem Herzen mit.“ Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ließen Reuß nur schweren Herzens ziehen. Mit einer Sporttasche fürs Eishockey, einer Flasche Whisky und einer Schleifmaschine für die heimischen Küchenmesser überraschten sie ihren Chef. Der meinte wehmütig: „Als ich 2006 mit einer halben Stelle anfing, wusste ich nichts, heute kenne ich jede Schublade im Haus.“ Geschäftsführer Wolfgang Grieshammer erinnerte an den Werdegang von Reuß, der 2001 als Sozialpädagoge im Quartiersmanagement Thingers begann. Mit dem Neu- und Umbau des Löhe-Hauses bekam er dort eine halbe Stelle als Heimleiter und wechselte ein Jahr später, am 1. Juli 2007, ganz in die Alteneinrichtung. In den sechs Jahren habe Reuß dem Haus eine eigene Prägung verliehen, geformt von Ehrlichkeit, klarer Struktur und Transparenz. „Wirtschaftlich engagiert und menschlich wertschätzend“, fasste es der Diakonie-Geschäftsführer zusammen. Die „diakonische Wertehaltung“ sei spürbar im Haus. Grieshammer dankte auch dem Team, dass diese konsequente Weiterentwicklung mitgetragen habe. Keine Bange „In dieser klaren, konsequenten Führung muss sich nun auch Oliver Stiller tagtäglich beweisen“, so Grieshammer. Hier sei ihm aber nicht bange, denn auch Stiller sei ein „Diakoniker“ durch und durch. Stiller kommt auch aus der Quartiersarbeit. Schon jetzt arbeiten er und Reuß Hand in Hand zusammen. Bis dato leitete Stiller das Stadtteilbüro St.-Mang. Diese Aufgabe über- nimmt nun Indra Baier-Müller Auch sie gehört schon länger zur „Diakonie-Familie“.

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