"Ein schwerer Schlag"

Bilder wie dieses, aufgenommen 2009 bei der feierlichen Benennung des Gebirgssanitätsregiments 42 in "Allgäu" im Hoffgarten der Residenz, wird es künftig wohl nicht mehr geben. Foto: Archiv

Der Bundeswehrstandort Kempten wird wie erwartet im Zuge der Strukturreform der Bundeswehr faktisch geschlossen. Das gab das Verteidigungsministerium in Berlin am heutigen Mittwochmorgen bekannt. Demzufolge sollen sowohl das Gebirgssanitätsregiment 42 „Allgäu“ als auch das Kreiswehrersatzamt und das Fachsanitätszentrum aufgelöst werden. Ein Dienstposten mit sechs Mann soll erhalten bleiben. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) drückte in einer ersten Stellungnahme gegenüber dem KREISBOTEN sein Bedauern aus: „Das ist eine schlechte Nachricht und ein schwerer Schlag für uns“, so Netzer.

Seit heute Morgen ist es amtlich: Das traditionsreiche Gebirgssanitätsregiment 42 „Allgäu“ und mit ihm das Facharztzentrum und das Kreiswehrersatzamt werden aufgelöst. Das bedeutet das Aus für den Standort Kempten. Rund 800 Arbeitsplätze werden dadurch wegfallen. Grund für die Entscheidung des Verteidigungsministeriums ist offenbar die große Distanz zum Bundeswehrkrankenhaus in Ulm. Nach Angaben des Kemptener Staatssekretär Gerd Müller (CSU) ist offenbar geplant, die Sanitätstruppen im baden-württembergischen Dornstadt zu sammeln. „Für den Standort Kempten ist dies eine schmerzliche Entscheidung, die sich aber fachlich abzeichnete“, so Müller. OB Netzer fordert unterdessen einen Ausgleich für den Abzug der Truppe, mit der eine Schwächung der Wirtschaftskraft einhergehe. „Kempten fordert, dass Bund und Land beim Übergang helfen, insbesondere durch eine unbürokratische Überlassung der Grundstücke, sodass diese schnellstmöglich genutzt und zukunftssicher in unsere Planungen einbezogen werden können“, so der Rathauschef. Wann das Regiment aufgelöst und die letzten Soldaten Kempten verlassen werden, war am Mittwoch noch unklar.

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