"Ein wunder Punkt"

Wenig attraktiv: Die Fassade des Beginenhauses in der Burgstraße sticht sofort ins Auge. Nun soll eine vorzeitige Ausbesserung geprüft werden. Foto: Matz

Jahr für Jahr fordert ein anderer Stadtrat die Sanierung der Beginenhaus-Fassade, Jahr für Jahr wird der Antrag mit Verweis auf die schwierige statische Struktur und das Fehlen eines Gesamtkonzepts abgelehnt und auf später verschoben. So war es zumindest bisher. Im kommenden Jahr könnte sich nun aber tatsächlich etwas am Beginenhaus tun: Der Haupt- und Finanzausschuss entschied am Montagabend einstimmig, statt erst 2013 bereits im nächsten Jahr 70 000 Euro bereit zu stellen, um zumindest zu überprüfen, ob nicht etwas an der Fassade gemacht werden kann. Denn: „Langsam ist das wirklich ein Thema“, wie OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) betonte.

Angestoßen hatte die Diskussion Ludwig Frick von der SPD, der sich darüber wunderte, warum der Investitionsplan 2012 keine Ausgaben für das Beginenhaus vorsehe. Baureferentin Monika Beltinger erklärte zwar, dass dafür zunächst ein Gesamtkonzept für das gesamte Gebiet Burghalde erstellt und die Frage der Fördergelder noch geklärt werden müsse. Unterstützung erhielt Frick aber aus den anderen Fraktionen. „Ein wunder Punkt“, nannte Erwin Hagenmaier (CSU) das Haus am Eingang zur Innenstadt. „Dieses Gebäude ist keine Zierde mehr“, spielte er vor allem auf die Fassade zur Burgstraße hin an, die in dem zum Großteil renovierten Viertel sofort ins Auge springe. Die Sanierungsmaßnahmen erst ab 2013 einzuplanen, halte er für einen Fehler. „Es nur in der Vormerkliste stehen zu lassen, ist vielleicht das falsche Signal“, sagte er vor dem Hintergrund der noch ungeklärten Frage nach Zuschüssen. Sollte sich im nächsten Jahr die Möglichkeit ergeben, „sollten wir Gewehr bei Fuß stehen“, mahnte er. Fraktionskollege Harald Platz und Ludwig Frick regten indes an, die Fassade ähnlich wie das derzeit am Beginenhaus hängende Banner zu gestalten. OB Netzer schlug dagegen vor, mit dem Förderverein des Beginenhauses zu klären, ob die Fassade nicht auch ohne ein Gesamtkonzept saniert werden könne. „Denn langsam ist das wirklich ein Thema“, so Netzer. Auf Vorschlag von Hagenmaier einigte sich das Gremium schließlich darauf, bereits 2012 20 000 Euro im Investitionsplan zur Verfügung zu stellen. Dazu kommen weitere 50 000 Euro aus dem Ansatz für dieses Jahr, der nicht beansprucht wurde. Die Bauverwaltung erhielt gleichzeitig den Auftrag, eine Fassadensanierung bereits im kommenden Jahr zu prüfen. Der Förderverein Beginenhaus will aus dem Beginenhaus ein „Haus der Buchkultur“ machen (der KREISBOTE berichtete mehrfach). Dabei hoffen die Verantwortlichen auf staatliche Zuschüsse. Die Sanierungskosten für das historische mittelalterliche Gebäude werden auf etwa drei Millionen Euro geschätzt.

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