APC im 21. Jahrhundert

Mit einem virtuellen Rundgang weht bald ein frischer Wind im antiken Kempten

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Alle am Projekt Beteiligten (ohne Kostüme v.l.): Kulturamtsleiter Martin Fink, Dr. Maike Sieler (Projektleitung APC), Behördenleiter des Amts für Landwirtschaft und Forsten Dr. Alois Kling, OB Thomas Kiechle, Leader-Koordinator Ethelbert Babl und von der Lokalen Aktionsgruppe der Regionalentwicklung Oberallgäu Christoph Endreß und Dr. Sabine Weizenegger. Die Römerinnen vom Verein Ballistarii Cambodunum sind Saskia Sollner und Marion Müller.

Kempten – Römer, wie sie in den Thermen schwitzen, in der Markthalle einkaufen oder Straßenzüge, wie sie in Kempten zur Zeit der Römer ausgesehen haben. Das alles können Besucher des Archäologischen Park Cambodunum (APC) ab 2020 virtuell sehen und interaktiv erleben.

Die Stadt hat eine LEADER-Förderung erhalten, mit der ein virtueller Rundgang im APC-Außenbereich und in den Thermen realisiert wird.

Über ihr Smartphone oder das vom APC zur Verfügung gestellten Gerät tauchen die Besucher dann in den römischen Alltag des antiken Kemptens ein. Je nach Station können Filme für verschiedene Altersstufen aufgerufen werden.

„Von 360-Grad-Panoramen bis hin zu semitransparenten Scheiben, die über das Bild der heutigen Siedlung die Straßenzüge von damals legen: Uns ist es wichtig, den Außenbereich und die Thermen wieder zu beleben“, sagt Dr. Maike Sieler, die im städtischen Kulturamt die Projektleitung des Archäologischen Park Cambodunum (APC) inne hat. Außerdem wird eine Verbindung der Kemptener Innenstadt mit dem APC durch gezielte Besucherführung angestrebt, sodass das historische Erbe stärker ins Bewusstsein rückt.

Unterstützt wird die Stadt bei der Projekt-Umsetzung von den Mitgliedern des Vereins Ballistarii Cambodunum. In historischen Gewändern sind sie die Darsteller in den Filmen und werden das Wort aus dem Film auch direkt an die Besucher richten. Die Bürgerbeteiligung ist eines der Kriterien, um eine Leader-Förderung zu erhalten, erklärte bei der Präsentation am Mittwoch Dr. Alois Kling, Leiter des Amtes für Landwirtschaft und Forsten Kempten. Auch die lokalen Behinderten-Verbände seien eingebunden, um den Rundgang komplett barrierefrei zu gestalten. „Filme in Gebärdensprache oder kontrastreiche Schriften werden von Anfang im neuen Leitsystem mitgeplant“, so Sieler.

Ein zweites Kriterium, um die EU-Fördergelder zur Stärkung des ländlichen Raums zu erhalten, ist die Vernetzung. Mit anderen Römerstädten wie Augsburg oder Bregenz soll ein Austausch etabliert werden, durch den noch mehr Menschen auf Kempten und seine historische Bedeutung aufmerksam gemacht werden, ist sich Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle sicher. Bereits jetzt sei der APC „eines der großen Zugpferde in Kemptens musealer Landschaft und von unschätzbarem historischen und kulturellen Wert für die ganze Region“.

Mit rund 120.000 Euro trägt die Stadt die Hälfte der Kosten, die andere Hälfte – als höchstmöglicher Fördersatz – kommt von der EU. Bis zu 30 Prozent des städtischen Anteils übernehme am Ende die Landesstelle für nichtstaatliche Museen.

Für die Stadt Kempten ist es das erste LEADER-Förder-Projekt. Leader-Koordinator am Kemptener Amt für Landwirtschaft und Forsten Ethelbert Babl denkt aber, dass es ein Startschuss sein kann für weitere kleinere Projekte, die hier in Kempten gefördert werden können. Auch Projektleiterin Sieler denkt schon weiter: „Der virtuelle Rundgang ist die Basis für alles Künftige im Park“, erklärt sie. Die Begeisterung für das Projekt ist ihr anzumerken. Im Kopf hat sie schon einen Aussichtspunkt in Richtung Buchenberg, an dem die Römerstraße Kempten-Bregenz erlebbar wird. Auch virtuelle Suchspiele (für Kinder) sind angedacht.

Susanne Kustermann

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