"Eine Art Beirat"

Die Stadt und die Kemptener Hoteliers sind sich offenbar einig, dass an der Stadtbadstraße kein Billig-Hotel, sondern eine waschechte Jugendherberge entstehen soll. Am vergangenen Mittwoch haben sich Vertreter der Kemptener Übernachtungsgastronomie mit OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) sowie der Leitung von KKU und Amt für Tourismus getroffen. Die Hoteliers wiederholten bei diesem Anlass ihre Bedenken, das statt eines echten Jugendgästehauses ein „Low-Budget-Hotel“ entstehen könnte, das dem Kemptener Hotelgewerbe unlautere Konkurrenz macht. Die Gastronomievertreter sollen nun die Gespräche mit potentiellen Betreibern beratend begleiten.

„Die Errichtung eines Low-Budget-Hotels ist nicht Ziel des Stadtrats und kann von öffentlicher Hand auch nicht gefördert werden.“ Das habe Netzer im Rahmen des Gesprächs klar gemacht, heißt es in einer Pressemitteilung des OB-Büros. Genau das ist jedoch die Befürchtung des örtlichen Hotelgewerbes. Ein Hotel, das, aus öffentlichen Geldern subventioniert, Übernachtungen zu Niedrigpreisen anbietet, gelte es zu verhindern, erklärte der Sprecher der Stadthoteliers und Inhaber des Bayerischen Hofs, Cornel Nägele, gegenüber dem KREISBOTE. Ein Kriterium für ein solches Billighotel sei etwa, wenn eine so genannte Jugendherberge bei den einschlägigen Buchungsportalen wie hrs.de oder booking.com seine Kunden suche, also dort, wo es auch die Hotels tun. Vor allem, wenn bei den Bewertungen der Herbergen im Internet durch Gäste der überwiegende Teil der Bewertungen von Geschäftsreisenden stamme, „dann stimmt etwas nicht“, so Nägele. Nach dem klärenden Gespräch geben sich die Hoteliers nun optimistisch. „Ich bin überzeugt, dass die Stadt nicht gegen uns arbeitet, sondern mit uns“, erklärte Nägele. Entscheidung wird vorbereitet Drei Bewerber hätten sich bei der EU weiten Ausschreibung gemeldet, heißt es aus dem Büro des OB. „Die Entscheidung wird anhand bereits im Stadtrat festgelegter Entscheidungskriterien vorbereitet“. Die Hotelbetreiber sollen jetzt die Möglichkeit erhalten, ihre Bedenken direkt mit den Bewerbern zu klären. „Damit wir auch Dinge entdecken können, die die Stadt vielleicht sieht,“ so Nägele. Das Stadtoberhaupt versprach zudem, die Vertreter der Tourismusgastronomie über die Bewerbungskriterien und die einzelnen Bewerbungskonzepte zu informieren. „Eine Entscheidungsgewalt haben wir natürlich nicht, aber wir fungieren als eine Art Beirat“, erläuterte Nägele die Rolle der Hoteliers aus seiner Sicht.

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