Eine besondere Note

„Hier muss geholfen werden“, dachte sich der Gitarren- und Lautenspieler Hans-Jürgen Gerung, der sich mit seinen Kompositionen in In- und Ausland einen Namen gemacht hat, als er von der Initiative des Kemptener Zahnarztes Dr. Peter Roth gehört hat, eine „Ofen-Initiative“ für Nepal zu starten.

Die Hütten nepalesischer Familien vor allem in ländlichen Regionen sind vorwiegend mit offenen Feuerstellen ausgestattet, die für Kinder eine große Gefahr darstellen und die Ursache schlimmer Brandverletzungen – hauptsächlich bei Kindern – sind. Dabei könnte für lediglich zehn Euro einer Familie ein neuer Ofen finanziert werden. Das Ergebnis des Konzerts war überwältigend: Am Ende der Darbietungen in der St. Mang Kirche waren 1400 Euro beisammen – also 140 Öfen, mit denen etwa 900 Personen Sicherheit geboten werden kann. Hans-Jürgen Gerung – wie Roth Mitglied im RC Kempten – hatte dieses Konzert angeregt, der Rotary-Club Kempten hatte seine Unterstützung zugesagt und das zahlreiche Publikum war begeistert. Und das nicht nur, weil Gerung den Zuhörern einen arabischen Oud vorstellte. „Der arabische Oud ist der Sultan unter den Instrumenten und Stammvater quasi aller Lauten- und Gitarreninstrumente die wir heute kennen,“ erklärte Gerung und „musikgeschichtlich lässt er sich bis die Zeit um 2500 vor Christus zurückverfolgen.“ So ergab sich der besondere Reiz des Konzertes aus der Gegenüberstellung von klassischer, abendländischer Musik mit den orientalischen Klängen auf den typischen Instrumenten, denn neben Komponisten aus dem „Morgenland“ – wie von Munir Bashir und Raeid Khoshabah – spielte Gerung auch Sebastian Bach, Silvius Leopold Weiss, John Dowland und eigene Kompositionen. Der Künstler gestaltete das Konzertprogramm in der St. Mang-Kirche so, dass der Zuhörer quasi mit dem fliegenden Teppich den Fürstenhöfen Europas entschweben und sich wenige Minuten später in die Prunkräumen orientalischer Kalifen-Paläste wieder finden konnte. Dabei zeichnete es Gerung aus, dass ein und derselbe Künstler in der Lage war, sowohl eine Lautensuite des Johann Sebastian Bach als auch eine klassische Komposition aus dem Orient für Oud vorzutragen – und beides auf höchstem Niveau. Dass dabei so ganz nebenbei den Menschen aus Nepal geholfen werden konnte, gab obendrein dem gelungenen Konzertabend die besondere Note.

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