Knapp 50.000 Euro für Projekt "Weiterdenken macht Schule"

Eine Grundschule für Bonkouongou

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Daniel Anwander initiierte mit seinem Unternehmen das Projekt „Weiterdenken macht Schule“. Nun kann eine neue Grundschule im afrikanischen Togo gebaut werden.

Kempten – Inspiriert von einer Veranstaltung der gemeinnützigen Organisation Fly & Help vergangenen November im Ludwigs Festspielhaus in Füssen, hat die Firma Anwander aus Sulzberg das Projekt „Weiterdenken macht Schule“ initiiert, um rund 50.000 Euro an Spenden für eine neue Schule im afrikanischen Togo zu sammeln und so einen Beitrag zur Initiative „1000 Schulen für unsere Welt“ zu leisten.

Am letzten Freitag fand die offizielle Spendenübergabe statt.

„2019 hat sich Anwander hier Räumlichkeiten zum Weiterdenken ermöglicht. Das wollen wir Kindern in Afrika ebenfalls ermöglichen“, erklärte Geschäftsführer Daniel Anwander in seiner Ansprache im neu gebauten Bürogebäude in Sulzberg den Sinn und Zweck des Projekts „Weiterdenken macht Schule“. Für die Reiner Meutsch Stiftung Fly & Help habe man sich entschieden, weil dies eine transparente Spendenorganisation sei, die eine nachhaltige Nutzung der neuen Grundschule in Bonkouongou sicherstelle, ergänzte Anwander. Der Bau des neuen Schulgebäudes hat bereits im Februar dieses Jahres begonnen und soll ab dem kommenden Schuljahr 185 Schülerinnen und Schülern eine bessere Bildungssituation gewährleisten. 

Es ist die 85. Schule von 1000 geplanten Bildungseinrichtungen, die die Initiative kommunaler Spitzenverbände „1000 Schulen für unsere Welt“ im globalen Süden anstrebt. Die ursprüngliche Idee dazu hatte Stefan Rößle, Landrat des Landkreises Donau-Ries. Für den Bau der Schulen vor Ort zeichnet sich Reiner Meutsch als Gründer von Fly & Help verantwortlich. Schirmherr Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bedankte sich persönlich für das Engagement von Anwander und allen Spendengebern. „Wir reden nicht nur, sondern leisten etwas Sichtbares. Bildung löst fast alle Probleme, über die wir in der Entwicklungspolitik diskutieren.“ 

Vor allem Mädchen würden noch immer keinen gleichberechtigten Zugang zu Bildung erhalten, weshalb die Arbeit von Fly & Help so wichtig sei. „Es gibt in Togo genauso viele intelligente Kinder wie hier, aber sie haben keine Chance sich zu entwickeln“, meinte Müller, der ein Update zur Initiative gab: „Derzeit sind wir bei knapp 200 Schulen. Das angestrebte Ziel von 1000 Schulen halte ich weiterhin für realistisch.“ Auch die Kreisräte des Landkreises Ostallgäu haben sich einstimmig für die Unterstützung beim Bau einer Schule entschieden. „Wir alle haben die Flüchtlingskrise erlebt, deshalb müssen wir Perspektiven vor Ort schaffen“, sagte Landrätin Maria Rita Zinnecker. „Die Summe von 50.000 Euro ist nicht wirklich hoch, wenn man bedenkt, dass jedes Jahr Millionen in den Landkreis investiert werden.“ 

Allein die derzeitige Sanierung der Realschule in Obergünzburg koste rund 14 Millionen Euro, machte die Landrätin einen Kostenvergleich. Die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller stellte bei der Spendenübergabe in Aussicht, sich mit dem Landkreis und gegebenenfalls in Kooperation mit dem Markt Sulzberg ebenfalls mit einer Schule an der Initiative beteiligen zu wollen. Sulzbergs Bürgermeister Gerhard Frey nickte zustimmend. Insgesamt wurden mit dem Projekt „Weiterdenken macht Schule“ 47.056 Euro an Spenden gesammelt. 

Die Weihnachtsspende der Firma Anwander in Höhe von 10.000 Euro legte den Grundstein, weitere 9274 Euro folgten später, um den noch fehlenden Restbetrag für den Bau der Schule beizusteuern. Auch Firmengründer Ludwig Anwander leistete mit 2000 Euro einen Beitrag. Der Rotary Club Kempten-Residenz unterstützte das Projekt mit über 12.600 Euro, die aus Getränkeverkaufserlösen während des Sulzberger Faschingsumzugs erzielt werden konnten. Außerdem beteiligten sich die Unternehmen F64 und Tronsberg Wild Steuerberaterpartnerschaft mit je 5000 Euro. Weitere 5500 Euro gingen an anonymen Spenden ein. Pia Schmitz-Formes von Fly & Help versicherte den Spendern, dass jeder Euro direkt bei der Schule ankommen werde, da die Kosten der Spendenorganisation über Sponsoren gedeckt seien. 

Dominik Baum

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