"Eine Weiterentwicklung des Bisherigen"

Noch ruht der Hildegardplatz unter Eis und Schnee. Kommt der Stadtrat zügig zu einem Entschluss, kann aber schon heuer mit den Arbeiten begonnen werden. Foto: Matz

Viele Bürger hatten beim „Markt der Meinungen“ im vergangenen Jahr ihre Wünsche zur Neugestaltung des Hildegardplatzes kund getan: Unter anderem mehr Parkplätze – auch während des Wochenmarktes – als die ursprünglich geplanten 88, ein Marktbrunnen, mehr Grün, ein Kiosk und Sitzgelegenheiten, zählte Baureferentin Monika Beltinger im Bauausschuss wesentliche Bürgerwünsche auf und präsentierte dazu drei neue Planungsvarianten.

Erarbeitet in einem Architektenworkshop – das bisherige Planerteam war dazu von vier Kemptener Architekten sowie dem Augsburger Stadtheimatpfleger Prof. Ulrich Schulz unterstützt worden – stehen laut Beltinger bei allen Vorschlägen 112 Stellplätze zur Verfügung und auch das Platzangebot für den Wochenmarkt ist jeweils ausreichend und kann bei zwei der Entwürfe gegebenenfalls sogar erweitert werden. Variante A sei gekennzeichnet von einer symmetrischen Straßenführung, die den Zusammenhang der Flächen am Kirchberg mit der gesamten Platzführung betone. Die Straße rücke in diesem Entwurf von der westlichen Häuserzeile ab, sodass dort „Parktaschen“ mit auch zu Marktzeiten verfügbaren Stellplätzen entstehen könnten. Der gebaute „Rahmen“ um die Basilika soll an bestimmten Stellen durch Bäume verstärkt werden und auf Platzfläche am Fuße des Hügels sollen Begrünung und Einbauten frei angeordnet werden. Für Aufenthaltsqualität und Belebung sollen Sitzelemente auf der Südseite des Hügels, ein Marktbrunnen im Westen, ein Kiosk im Osten – beides Orte an denen sich Beltinger die Bildung von „kleinen Zentren“ vorstellen konnte – sowie schattenspendende Einzelbäume und Spielangebote sorgen. Variante B „ist eine Weiterentwicklung des bisherigen Ansatzes“. Platzbestimmend bleibe der grüne Hügel. Auf der freien Fläche im Süden sollen im Pflaster Platten verlegt werden, aus denen temporär Fontänen – „im Sinne von Wasserspielen“ – sprudeln und deren Anordnung die symmetrische Seitenfassade der Basilika aufgreife. Das Wasser könne zu Marktzeiten abgestellt und mit Ständen überstellt werden. Zusätzliche Parkflächen auf der Ostseite der Straße sollen, bei entsprechender Aufstellung der Stände, auch zu Marktzeiten verfügbar sein. Eine „lockere Baumgruppe“ an der Ecke „Paola“, ein Kiosk gegenüber dem Westeingang zur Residenz, Sitzmöglichkeiten auf dem Hügel sowie im Umfeld der großen Bäume und des Kiosks nannte Monika Beltinger unter anderem als weitere Bestandteile. Bei Variante C soll es „für die Verkehrsführung keine feste Markierung geben“, sondern Gestaltungselemente wie Bäume oder mobile, langgestreckte Bänke und eine an den Schlangenbach erinnernde kleine Wasserrinne. Hildegardplatz, Stiftsplatz und Kirchberg würden hier als „einheitlich befestigte Platzfläche verstanden“, auf der Nutzungen wie Parken, Spiel und Markt frei verteilt und je nach Bedarf angeordnet werden könnten. Ebenfalls über den Platz verstreut sollen die Stellplätze in Einzelgruppen von acht bis zehn angeboten werden. Die „Topographie des Hügels“ werde erhalten. Aufenthaltsqualität soll die Verlängerung der Rasenfläche, kleine Baumgruppen und Spielmöglichkeiten bieten. Zudem sollen ein Kiosk an der Nahtstelle zum Residenzplatz sowie ein Marktbrunnen im Westen den Platz beleben. Mit dem Bodenbelag verfolge man, so Beltinger, zwei Ziele: eine kontinuierliche Verbindung zwischen Residenz- und Hildegardplatz zu schaffen sowie eine „etwas lockerere Verlegart“ zu wählen, die mit unterschiedlich großen Steinplatten und durchmischt mit einem wärmeren Farbton „nicht so streng“ sei. Der Brunnen werde wunschgemäß von Trinkwasser gespeist. Auf durchweg positive Resonanz stießen alle Entwürfe bei den Ausschussmitgliedern, auch wenn sich schnell ein Favorit herauskristallisierte: Variante A war am Ende nicht nur erklärter Liebling des Stadtoberhauptes. Thomas Kiechle (CSU) gefiel bei dieser Variante unter anderem „der barocke Gedanke“. Lobende Worte fand er für das jetzt „sehr gut gelaufene Verfahren“, weil die Bevölkerung Anteil genommen habe. Auch für Stadtrat Erwin Hagenmaier (CSU) nahm Variante A „die barocke Einheit am konsequentesten auf“. Da das Gebiet „gastronomisch ja nicht gerade unterversorgt ist“, hielt er ein weiteres Café hier für „verzichtbar“. In jeder Hinsicht „bestechend“ fand Bruno Steinmetz (FDP) die Option, sah aber Gefahrenpotential bei den Parktaschen. Siegfried Oberdörfer (SPD) war „sehr angetan“ von allen drei Varianten, deren Stärken und Schwächen es jetzt zu prüfen gelte.

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