Eine "Wiederwiedereröffnung"

Nach über neun Wochen im Corona-Lockdown: Kempten Museum wieder offen

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Karin und Bernhard Niedermaier aus Kempten waren nach dem coronabedingten Lockdown unter den ersten Besuchern des Kempten Museums im Zumsteinhaus.

Kempten – Seit dem 16. März war das Kempten-Museum aufgrund der Coronavirus-Pandemie für Besucher geschlossen. Am Dienstag vergangener Woche und damit 64 Tage später öffnete die Räumlichkeit unter offiziellen Hygienevoraussetzungen wieder.

Das Zumsteinhaus hat seine Türen wieder geöffnet: Elf Themenräume, ein großes 3D-Druckmodell von Kempten und viele interaktive Bildschirme erwarten Besucher seit Dienstag wieder im Stadtmuseum. Die Leiterin der Kemptener Museen Dr. Christine Müller Horn nannte es sogar humorvoll eine „Wiederwiedereröffnung“. Denn erst im Dezember 2019 war das Haus nach mehr als zwei Jahren Renovierung erstmals als Museum für Kemptens Stadtgeschichte eröffnet worden. Bei dem „Restart“ gelten die offiziellen Hygienevorgaben des Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Demnach dürfen maximal 30 Personen zur gleichen Zeit durch die Ausstellung gehen. Es gilt dabei der Mindestabstand von 1,5 Metern sowie die Maskenpflicht. Personen mit Corona-Symptomen oder einem Verdacht auf die Krankheit dürfen das Haus vorsorglich nicht betreten. Hände müssen am Eingang desinfiziert werden. Das geschulte Museumspersonal soll dafür sorgen, dass es kein „Besucherstau“ in den Themenräumen gebe, so Müller Horn. 

„Ohne Schutzmaske wäre es natürlich schöner“

„Wir haben ein Leitsystem für den Besucherstrom eingerichtet und desinfizieren regelmäßig die Geräte, Kopfhörer und Touschscreens, die die Besucher benutzt haben“, bestätigte sie. Zwar könne es derzeit keine Gruppen- oder die beliebten Kostümführungen geben, bedauerte Müller Horn. Doch „die Kemptener sind herzlich eingeladen, in das Museum zu kommen. Es ist ihr Haus, der Eintritt ist frei.“ Als das Museum geschlossen war, wurden einzelne Räume zur Nähstube umfunktioniert: Zwei Mitarbeiterinnen stellten Masken für das gesamte Servicepersonal der Kemptener Museen her. Während in der Kemptener Innenstadt das öffentliche Leben mittlerweile wieder anläuft, haben am Wiedereröffnungstag nur vereinzelte Besucher in das Zumsteinhaus gefunden. Unter den bislang wenigen Besuchern befand sich das Ehepaar Niedermeier aus Kempten. Beide äußerten sich positiv und verständnisvoll zu den Hygienevorschriften vor Ort. „Ohne Schutzmaske wäre es natürlich schöner“, sagte Bernhard Niedermaier durch seinen Mund-Nasen-Schutz hindurch und begutachtete dabei das Miniaturmodell der Basilika St. Lorenz. Seine Frau Karin stimmte ihm zu: „Es ist natürlich ungewohnt, aber notwendig und machbar.“ 

APC seit 12. Mai wieder geöffnet

Als erstes Kemptener Museum hatte am 12. Mai bereits der Archäologische Park Cambodunum wieder geöffnet. Im Ausgrabungsgelände über der Stadt gelten die gleichen Hygienevorschriften wie unten am Residenzplatz: Maximal 30 Personen in Innenräumen und 1,5 Meter Abstand. In der Tempelruine und den einstigen Thermen wurde vom Personal ein Leitsystem eingerichtet, mit dem die Besucher in eine Richtung geleitet werden. Damit vermeidet man, dass sich die Besucher begegnen. Desinfektionsmittel haben die Museumsmitarbeiter bereitgestellt. Während des Betriebs kontrollieren sie die Abstandregeln und reinigen regelmäßig die Taststationen. Die verschärften Hygieneregeln stoßen auch bei den Besuchern im Archäologischen Park auf Verständnis. „Dies ist mein erster Museumsbesuch seit dem Lockdown“, sagte Hertha Meier aus München, „es ist hier alles wunderbar geregelt. Auch Alexandra und Klaus Hiltel aus Buchloe zeigten sich nicht gestört durch die Hygienevorschriften. „Wir würden den Besuch hier derzeit weiterempfehlen“, versicherten sie. „Die Wiedereröffnung spricht sich langsam herum“, erklärte die Museumsmitarbeiterin des APC Christine Kogl-Vollmar. In der ersten Woche seien rund 60 Besucher gekommen. In Nicht-Corona-Zeiten liege die Besucherzahl deutlich darüber. „Jede Öffnung bedeute aber einen Schritt zurück in die Normalität. Leider fallen momentan viele Schulklassen und Touristen als Besucher weg“, so Kogl-Vollmar. Dafür sei der Eintritt bis Ende Mai noch frei. 

Cian Hartung

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