"Es war einfacher"

Julia Behringer (33) bringt ihre Erfahrung als Familienhelferin und Mutter von zwei Kindern im Auftrag des Landkreises am Dienstort Altusried bei JAS (Jugendsozialarbeit an Schulen) ein. Foto: Würzner

Der Kultur- und Sozialausschuss der Gemeinde Altusried fasste in seiner jüngsten Sitzung den Beschluss, eine vierte Gruppe der Offenen Ganztagsschule einzurichten. Voraussetzung ist jedoch die Zusage von Fördermitteln. Vorausgegangen war der Bericht von Christoph Betz über steigende Zahlen bei den Anmeldungen. Der Jugendpfleger vergaß in diesem Zusammenhang nicht zu erwähnen, dass die OGTS Altusried die einzige Einrichtung des Regierungsbezirks ist, die bezuschusst wird.

Entsprechend intensiv seien die Qualitätskontrollen. Das Personal setze sich aus Experten für die einzelnen Aspekte der Sozialarbeit zusammen, was bei der steigenden Zahl von Einzelfallhilfen – etwa zwei pro Monat – Erfolge zeige. Dies bestätigte Schulleiter Hermann Danner, der zudem darauf hinwies, dass ohne präventive Sozialarbeit weitaus höhere Folgekosten auf das Jugend-und Sozialamt des Landkreises zukommen würden. Er sei stolz auf die guten Evaluationsergebnisse seiner Schule und dankte Bürgermeister Heribert Kammel samt Gemeinderat für die uneingeschränkte Unterstützung. Der Tagesordnungspunkt „Informationen über aktuelle Entwicklungen der Jugendarbeit“ zeigte außerdem die Ergebnisse eines Ideenwettbewerbs zur Neugestaltung des Abenteuerspielplatzes. 13 Vorschläge wurden eingereicht, angeregt durch eine Initiative der SPD-Gemeinderäte. Rathauschef Kammel wies darauf hin, dass ihm kein Kinderspielplatz vorschwebe, sondern eine Stätte der sozialen Begegnung mit Ruhezone, auf Neudeutsch zum „chillen“. Danach ergriff Julia Behringer das Wort. Die 33-jährige Mutter von zwei Kindern ist vom Landkreis Oberallgäu an den Dienstort Altusried für JAS, Jugendsozialarbeit an Schulen, abgestellt. Sie bringt Erfahrung mit als Familienhelferin und aus dem Heimbereich. Generell stellte sie fest, dass in Altusried auffallend wenig Migrationsprobleme existieren, Hilfe bei familiären Schwierigkeiten durch Scheidung, Alkohol- und Drogenkonsum im Vordergrund stehe. Bei der Aufzählung ihrer Aufgaben schickte sie voraus, dass JAS nicht zuständig ist für Aufgaben von Lehrkräften oder andersweitiger Pflichten, wie Hausaufgabenbetreuung. Ihr originärer Einsatzbereich ist aber die sozialpädagogische Diagnostik, Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit und Krisenintervention. Ferner die Projektarbeit (Sucht- und Gewaltprävention), Integration, Übergang Schule-Beruf. Intensive Elternarbeit und Sicherstellung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung gehören ebenfalls dazu, wie auch der Aufbau einer tragfähigen Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendsozialamt. In Zahlen ausgedrückt: Beratungen insgesamt 83, davon 12 Schüler, 46 Schülerinnen, 14 Lehrkräfte, elf Eltern. 109 waren Erstberatungen, 53 Folgeberatungen. Julia Behringer ist von Montag bis Donnerstag vormittags zu sprechen, nachmittags nach Absprache. Ihre Tätigkeitsbeschreibung beendete sie mit der lapidaren Feststellung: „Es war früher einfacher, Kinder zu erziehen.“

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