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Einigung bei Gebührenerhöhung Wochenmarkt

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Wochenmarkt in Kempten
© Archivbild: Spielberg

Kempten – Einen Schlusspunkt unter die seit Wochen schwelende Debatte um die Erhöhung der Standgebühren auf dem Wochenmarkt, konnte der Stadtrat in seiner Sitzung vergangenen Donnerstag setzen. Er folgte mit fünf Gegenstimmen dem Kompromissvorschlag von OB Thomas Kiechle, der das ursprüngliche Ziel einer „schwarzen Null“ anvisiert.

Mit dieser Erhöhung um 60 statt 100 Prozent seien die Marktleute, „die auch nicht subventioniert werden wollen“, einverstanden, so Erwin Hagenmaier (CSU). Nochmals zur Erinnerung: Der Wochenmarkt weist für das Vorjahr ein Defizit von rund 15.000 Euro aus. Die aktuellen Gebühren betragen pro Laufmeter in der Sommersaison 2,27 Euro, in der Wintersaison (Markthalle) 3,20 Euro, im Freien vor der Markthalle 2,27 Euro. Den Markthändlern war, wie berichtet, eine „moderate“ Erhöhung zum künftigen Ausgleich des Defizits angekündigt gewesen und von ihnen auch akzeptiert worden. In nichtöffentlicher Diskussion hatte sich der Werkausschuss als Empfehlung an den Stadtrat allerdings auf eine deutlich drastischere Erhöhung verständigt, um mit dem Überschuss ein finanzielles Polster anzulegen. Die neuen Preise pro Laufmeter sollten sein: in der Sommersaison 5,30 Euro für Imbiss- und 2,65 Euro für Verkaufsstände, in der Wintersaison 6,30 Euro für Imbiss- und 3,65 für Verkaufsstände in der Markthalle (außen 2,65 Euro). Neuen Händlern wurde (und wird) ein Rabatt von bis zu 50 Prozent für das erste Jahr in Aussicht gestellt, um sich erst einmal etablieren zu können. Nach vielfachem Protest lautet der Kompromiss nun: Pro Laufmeter zahlen Imbisse vier Euro, Verkaufsstände 2,50 Euro in der Sommersaison; in den Markthallenmonaten kostet der Laufmeter fünf Euro für Imbiss- und 3,50 Euro für Verkaufsstände innen (2,50 Euro außen). Durch die damit erzielten Mehreinnahmen ist aus Sicht der Verwaltung die schwarze Null erreicht. »Defizit mitgeschleppt« Nicht alle Gremiumsmitglieder waren indes glücklich über die Kompromisslösung und wären lieber dem Vorschlag des Werkausschusses gefolgt. Das finanzielle „Polster“ hätte nach Ansicht von Katharina Schrader (SPD) den Vorteil gehabt, dass „nicht jedes Jahr nachgerechnet werden müsste“, um gegebenenfalls neu zu justieren. „Dass wir überlegt haben, Überschüsse zu erzielen, möchte ich weit von mir weisen“, war es Helmuth Berchtold (CSU) ein Anliegen, bezüglich des Werkausschuss-Beschlusses klarzustellen. Ein Polster werde man sich sicher nicht zulegen, sondern „mit Müh und Not kein Defizit haben“, führte Alexander Hold (FW) beispielhaft an, dass nicht nur der Wasserverbrauch zu berechnen sei, sondern auch, dass es die Leitungen gebe. Er sah den Fehler darin, „dass wir immer das Defizit mitgeschleppt haben“. Siegfried Oberdörfer hielt den Vorschlag des Werkausschusses für „richtig“ und bezeichnete es als „mutig, die Sache anzugehen“. Wie Hold hatte er die Investitionskosten für den Markt im Blick. So sei u.a. der Hildegardplatz seinerzeit wegen Stromverteiler und Hydranten für den Markt deutlich teurer geworden. Zwar werde die Infrastruktur auch für andere Veranstaltungen genutzt, vorwiegend aber von den Marktleuten. Auch für die Markthalle müsse man „ordentlich Pacht“ zahlen, obwohl sie nur in den Wintermonaten vom Markt und unter dem Jahr marginal durch Veranstaltungen wie der Festwoche belegt sei. 

Christine Tröger

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