Einkalkuliertes Minus

Zum städtischen Eigenbetrieb „Kempten Tourismus- und Veranstaltungsservice“ gehören die Sparten Tourismus, Allgäuer Festwoche, Kornhaus, Allgäuhalle, Markthalle, Stadttheater, die Vermietung von überlassenen Räumen in der Residenz und ab 2012 auch der Weihnachtsmarkt. Mit knapp 2,6 Millionen Euro bezifferte Geschäftsführerin Martina Dufner-Wucher jetzt den „zum Teil auf Schätzungen und Annahmen“ beruhenden Zuschussbedarf für das kommende Jahr.

Für die Festwoche veranschlagte sie ein Minus in Höhe von 125 000 Euro, da „man nicht jedes Jahr mit 185 000 Besuchern rechnen kann“. Zudem seien die Kosten gestiegen und die höheren Sicherheitsauflagen „haben zu erheblichen Mehrkosten beigetragen“, erläuterte sie. Durch den Mensabau an der Realschule gehe sie durch die dadurch wohl reduzierte Fläche für Aussteller auch von „weniger Einnahmen“ aus. Ein „stabiles Defizit“ konnte sie für Allgäuhalle und Kornhaus vermelden, die beide „sehr gut“ belegt seien. Rund 22 000 Euro sollen in bei Nichtbedarf entfernbare Absperrpfosten auf dem Gelände zwischen Allgäuhalle und Kotternerstraße investiert werden, um dort für Freiluft-Veranstaltungen eine Alternative zum Hildegardplatz zu schaffen. „Anfragen dafür kommen ständig“, meinte Dufner-Wucher. Von 480 000 auf 530 000 Euro wird laut Dufner-Wucher der Betriebskostenzuschuss für das Stadttheater aufgestockt. Bei „stabilen Personalkosten“ hätten die üblichen Kostensteigerungen eine Anpassung erforderlich gemacht. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) betonte, dass „diese Entscheidung einstimmig im Aufsichtsrat“ gefällt worden sei. Als unsichere Größe nannte Dufner- Wucher die Räume der noch im Umbau befindlichen Residenz. „Wir wissen noch nicht, wann wir die Räume wieder vermieten können“, aber man sei in Gesprächen mit dem zuständigen Freistaat. Kein Gewinn Stadtrat Peter Wagenbrenner (CSU) wollte die geplanten Maßnahmen zur Senkung des Defizits wissen. Man sei immer dabei „Aufwendungen einzusparen“, so Dufner-Wucher, „sonst könnten wir das Defizit nicht so konstant halten“. Netzer stellte klar, dass der „Eigenbetrieb nicht dazu da ist, Gewinn zu machen“. Die Veranstaltungshäuser seien „freiwillige Leistungen“, die sich die Stadt leiste, zum Beispiel für Leute, die nicht in die bigBOX gehen würden. Für den Weihnachtsmarkt wünschte er sich aber auf Dauer zumindest eine „schwarze Null“. Das wünschte sich Thomas Hartmann (Die Grünen) auch für die Festwoche. Schließlich werde dies bei anderen Messen auch von den ausführenden Agenturen erwartet. „Keine Nachtbusse mehr, keine Veranstaltungen mehr im Residenzhof, keine Sonderveranstaltungen mehr auf dem Fest- wochengelände, dann gibt’s auch kein Defizit“, machte Netzer klar. Das alles leiste man sich aber, „weil wir kein reines Volksfest, keine reine Messe“ hätten, wollte er zum Beispiel die Kulturveranstaltungen auch als „Dankeschön an die Bevölkerung“ verstanden wissen. Die Verluste, sprang ihm Siegfried Wehrmann (SPD) bei, „macht die Stadt wieder wett“, weil viele Leute kämen, hier übernachten und einkaufen würden.

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