Erster Projektabschnitt der AdeleggStiftung eingeweiht

Licht für "das dunkle Herz"

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Alphornklänge umrahmten die feierliche Einweihung des neuen „Ziegenstalls“ der AdeleggStiftung.

„Das dunkle Herz des Allgäus“ wird die Adelegg genannt und sie ist „einmalig in ihrer Schönheit, aber auch in ihren besonderen Herausforderungen“.

Worte, die die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf beim Einweihungsfrühstück des Landschaftspflegehofs mit Heuberghalle – erster Projektabschnitt der 2011 gegründe- ten Adelegg-Stiftung – fand. 

Die Kreuzthaler Bürgerstiftung KulturLandschaft Adelegg hat sich zum Ziel gesetzt diese historische Kulturlandschaft zu erhalten und ist Träger des Projekts „Milchziegen zur Landschaftspflege im Kreuzthal“. Vergangene Woche konnte der erste Projektabschnitt – Unterkunft für zunächst 60 Mutterziegen – eingeweiht werden. 

Das Problem 

Die Beweidung der über 30 Hektar großen Weidefläche durch Ziegen soll dem Problem entgegenwirken, dass immer mehr einst landwirtschaftlich genutzte Fläche mit Kraut und Büschen zu wuchert. Denn unrentable Bewirtschaftungsbedingungen haben schon seit über 100 Jahren zum Höfesterben geführt. Infolge wurden Bergwiesen aufgeforstet. Auf den verbliebenen freien Flächen zeigen sich teilweise starke Verkrautung und Verbuschung und mit der Zeit würde auch hier wieder Wald entstehen. Das wiederum würde viele Pflanzen- und Tierarten – über 110 typische und bedrohte Arten kommen hier vor – gefährden, die auf die speziellen Naturräume von höher gelegenen Offenflächen angewiesen sind und auch die bereits jetzt als stark empfundene Verschattung in den Tälern würde durch noch größeren Baumbestand zunehmen. 

Das Projekt 

Auf 750.000 Euro sollen sich die Investitionen nach aktuellem Stand für das Gesamtprojekt belaufen. Der eben fertig- gestellte Bauabschnitt hat 450.000 Euro verschlungen, wie Buchenbergs Bürgermeister Toni Barth, Stiftungsratsvorsitzender, angab, plus 60 Ziegen. Im zweiten Schritt soll noch eine Käserei entstehen, für die rund 300.000 Euro veranschlagt sind. Gefördert wird das Projekt Länder übergreifend von Bayern und Baden-Württemberg (Bayerischer Naturschutzfonds, Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg, Bayerisches Staatsmi- nisterium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten). Der Kreuzthaler Landwirt und Stiftungs-Vorstandsvorsitzender Oliver Post übernimmt als Pächter die Ziegen mit Landschaftspflegehof und Heubergehalle zusätzlich zu seiner Alpe mit 100 Kühen in Muttertierhaltung. 46 Kreuzthaler Gründungsstifter haben die AdeleggStiftung im Frühjahr 2011 mit einem Grundstockvermögen von 50.000 Euro ins Leben gerufen. Barths besonderer Dank galt dem großen Engagement des bislang Vorstandsmitglieds Bernhard Simon, Geschäftsführer Dachser GmbH, sowie dessen Bruder Dr. Martin Simon, Stiftungsratsvorsitzender der familieneigenen Stiftung, die einen erheblichen Beitrag geleistet hätten. 

Die Vision 

Derzeit sichern die Zuschüsse laut Biobauer mit Ziegenhaltung Ulli Leiner, Grünen-Abgeordneter im Bayerischen Land- tag und bis vor Kurzem im Vorstand in der Adelegg Stiftung, die „Wirtschaftlichkeit, da noch nicht gekäst wird“. Wie er erklärte, seien ursprünglich etwa „100 bis 120 Ziegen geplant“ gewesen, die in Verbindung mit der Käserei und dem Verkauf der dort hergestellten Ziegenmilchprodukte plus Ziegenfleischverkauf einen wirtschaftlichen Betrieb des Projekts ermöglicht hätten. Aber der Naturschutz sei der Meinung gewesen, dass 100 Tiere für den Anfang zu viele seien und man erst ein paar Jahre beobachten solle, wie sich die Landschaft mit der Beweidung durch 60 Ziegen entwickle. Somit sei derzeit lediglich eine „reine Fleischvermarktung“ möglich. Als problematisch habe sich allerdings der für die Käserei vorgesehene Standort neben dem Ziegenstall erwiesen, an einem Bach mit Forellen – „da muss die Kläranlage schon sehr, sehr gut sein“, meinte er. Eine Kläranlage gibt es dort bislang noch gar nicht und auch die Stromversorgung ist nach Aussage Leiners noch nicht ausreichend vorhanden. 

Da die Planung für die Käserei „schon komplett fertig ist“, schätzte Hannes Feneberg, Geschäftsführer der Feneberg Lebensmittel GmbH und Stif- tungs-Vorstandsvorsitzender, dass es dennoch „in zwei Jahren so weit ist“. Die Vermarktung der Produkte könnte über die Fenebergmärkte erfolgen. Neben den Zuschüssen fehlen allerdings noch 100.000 Euro an Stiftungsmitteln, um die Käserei realisieren zu können. Auch da ist Feneberg optimistisch, diese vor allem durch private und Firmenspenden gene- rieren zu können.  Christine Tröger

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