Einzelheiten auf dem Prüfstand

So wie ursprünglich geplant, wird der Hildegardplatz wohl nicht umgebaut. Nun steigen auch die Freien Wähler wieder in die Debatte ein. Grafik: Archiv

100 Tage nach dem Bürgerentscheid zur Zukunft des Hildegardplatzes haben sich vergangene Woche auch die Freien Wähler (FW) wieder in die nach wie vor schwelende Debatte eingeschaltet. Fraktionschef Dieter Zacherle und Stadtrat Alexander Hold kündigten an, erneut in die Diskussion mit den Bürgern um die Oberflächengestaltung einzusteigen. Nach der Sommerpause sollen dann die gesammelten Vorschläge öffentlich diskutiert werden. Ralf Oberbaur, Sprecher der Initiative Hildegardplatz, äußerte sich erfreut und bot seine Zusammenarbeit an – allerdings nicht ohne auch Forderungen zu stellen.

Dass nach dem Bürgerentscheid vom 10. April – bei der rund 76 Prozent der Wähler die von CSU und Freien Wählern geplante Tiefgarage unter dem Hildegardplatz ablehnten – erneut Diskussionen über die Gestaltung des Platzes entbrannt seien, „muss Anlass sein, über gestalterische Einzelheiten zu diskutieren“, so Zacherle und Hold gegenüber dem KREISBOTEN. Allerdings sprechen sich die beiden klar gegen eine komplette Neuplanung des Umbaus aus. „Das Ergebnis engagierter Diskussionen und Abwägungen einfach insgesamt hinwegzufegen und eine völlige Neuplanung zu fordern, wäre allerdings eine grobe Missachtung des Engagements derjenigen Mitbürger, die sich mit teils großem Aufwand am Planungsprozess beteiligt haben“, betonten die beiden Stadträte. Viel lieber wollen sie mit interessierten Bürgern ins Gespräch kommen und Ideen und Gestaltungsvorschläge sammeln. „Nicht zuletzt die Zeit der Allgäuer Festwoche bietet Gelegenheit zum angeregten Gespräch und zur intensiven Diskussion“, schreiben die zwei. Nach der Sommerpause wollen die FW die Ergebnisse schließlich der Öffentlichkeit vorstellen und mit den Bürgern diskutieren, „um dann in einem absehbaren Zeitrahmen zu einer endgültigen Fest der Platzgestaltung zu kommen.“ Genaue Analyse Ralf Oberbauer, Sprecher der Initiative Hildegardplatz, zeigte sich am Montag erleichtert über das Einlenken der FW. Seine Initiative habe immer darauf hingewiesen, dass die Bürger mehrheitlich nicht nur eine Tiefgarage, sondern die gesamte oberirdische Gestaltung ablehnen würden. „Wir haben stets betont, dass die Pläne der Korrektur bedürfen“, so Oberbauer in einer Stellungnahme vom Montag. Auf Seiten der Initiative hoffe man nach wie vor, „dass sich die Verantwortlichen im Stadtrat bürgernah zeigen und im engen Kontakt mit den Anliegern, Anwohnern, Geschäftsinhabern, Angestellten und Kunden zu einer Lösung kommen, hinter der eine deutliche Mehrheit steht“, so Oberbauer weiter. Außerdem forderte der Mitinitiator und Sprecher der Initiative die Verantwortlichen dazu auf, den Planungsprozess zu analysieren. Denn trotz der Bemühungen der Stadtverwaltung, möglichst viele Gruppen in die Planungen miteinzubeziehen, sei der Prozess letztendlich doch gescheitert. „Es sollte genau untersucht werden, ob nicht durch zu enge Vorgaben seitens der Stadt, durch das Fehlen eines Architektenbeirats und durch die sehr geringe Zahl Planersteller die Ideenfindung und die Diversität der Vorschläge derart eingeschränkt wurde, dass eine Mehrheit die Pläne ablehnen musste“, appellierte er.

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