"Echt cooler" Wettkampf

Zum Eiswasserschwimmen braucht es warme Gedanken

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Thomas Barmetler wärmt sich nach dem Wettkampf im „Hot Tub“ auf.

Kempten – Thomas Barmetler, Schwimmer des TV Kempten, hat bei der „ICE Swimming Aqua Sphere German Open“ („Deutsche Meisterschaft im Eiswasserschwimmen“) den Titel in der Staffelwertung geholt und sich den zweiten Platz in seiner Altersklasse über jeweils 50 Meter Freistil gesichert.

Mit einem leichten Gefühl der Unsicherheit fährt Thomas Barmetler schon in aller Früh mit dem Zug ins schöne Frankenland, nach Veitsbronn bei Nürnberg. Dort steht seine erste Teilnahme an einem Wettkampf im Eiswasserschwimmen auf dem Programm.

Zwar hat er als Freiwasser-Athlet bereits Erfahrungen mit dem zuweilen auch kühlen Nass, doch als Eiswasser darf es erst ab einer Wassertemperatur unter fünf Grad Celsius bezeichnet werden. Und jedes Zehntel weniger kann der Schwimmer auch deutlich spüren. Eine echte Herausforderung!

Am Wettkampfbecken angekommen erfahren die mutigen Teilnehmer, dass die Wassertemperatur lediglich 1,4°C betrage. Immerhin steht ihnen allen ein beheiztes Zelt zum Umziehen zur Verfügung. Kurz vor dem eigenen Lauf begibt sich jeder Athlet in das Vorstartzelt neben dem Becken.

Und dann geht es los: Mit den Klängen der „Hells Bells“ von AC/DC werden die Schwimmer einzeln aufgerufen und begeben sich zum Startblock. Nach dem Kommando „Take off your clothes!“ haben die Athleten 30 Sekunden Zeit, alles bis auf die Badebekleidung abzulegen. Während des Wettkampfes sind nur Badehose, Bademütze, Schwimmbrille, Nasenklammer und Ohrstöpsel erlaubt.

Es folgt die Durchsage: „Go into the water!“. Die letzte Gelegenheit, noch einmal tief durchzuatmen und konzentriert die Einstiegsleiter nach unten zu klettern. „Mit jedem Schritt spürt man, wie das kalte Wasser höher steigt und wenn es den Bauchnabel erreicht, dann kann es einen schon mal kurz frösteln“, so Barmetler.

Nach dem „On your marks!“ nehmen die Eisschwimmer ihre Startpositionen ein und dann ertönt auch schon das Startsignal. Jetzt gilt es, sich zu fokussieren. Die Atmung muss ruhig bleiben, auch wenn die Athleten ihrem Körper alles abverlangen. Schließlich wollen sie alle eine gute Zeit erreichen.

„Es hat sich schon ausgezahlt, dass ich das gefühlte 100 Mal im Kopf durchgegangen bin, wie ich mich ins Wasser begebe, wie dann die Startphase und das Rennen abläuft“, sagt Barmetler. Am anderen Beckenende warten schon helfende Hände, um die Schwimmer in Empfang zu nehmen. Das umgehängte Handtuch sorgt schon für die erste Wärme nach der Eiseskälte.

Noch besser ist natürlich der anschließende Besuch im „Hot Tub“, ein uriger Badezuber mit warmem Wasser, und der Besuch in einer der mobilen Saunen. Hier vermischen sich die Sprachen aller Athleten aus den 17 teilnehmenden Nationen. Es wird gefachsimpelt und einfach nur geratscht.

Spätestens als die Ergebnislisten ausgehängt werden und feststeht, dass Barmetler als Deutscher Staffelmeister und Deutscher Vizemeister in seiner Altersklasse den Heimweg antreten wird, sind die ungewohnten Wettkampfbedingungen vergessen. „Bei der Heimfahrt“, erzählt Barmetler, „ war es mir während der Wartezeit auf den verzögerten Zug am Bahnhof in München viel kälter.“

kb

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