Der Vokalklang steht bei Mendelssohn-Bartholdys Oratorium im Fokus

"Elias" in der St. Mang Kirche

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Dirigent Manuel Sebastian Haupt.

Kempten – Es war ein triumphaler Erfolg bei der Uraufführung in englischer Sprache im Rahmen des Birmingham Music Festivals am 26. August 1846 und gilt als Meilenstein im Schaffen des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie Höhepunkt der Oratorienliteratur des 19. Jahrhunderts. Am 12. Februar 2017 wird „Elias“ in der deutschsprachigen Fassung in der St. Mang Kirche zu hören sein.

Damit greift der Dirigent des ambitionierten Projektes, Manuel Sebastian Haupt, der an der Kemptener Sing- und Musikschule (sms) die Leitung von Jugend-, Madrigalchor und Collegium Vocale sowie des Jugend-Sinfonieorchesters inne hat, eine alte Tradition des ehemaligen Chorleiters Wolfgang Heichele wieder auf, die dem interessierten Publikum alle zwei Jahre ein großes Chorwerk und dazwischen A-capella-Konzerte beschert hatte. Zuletzt habe es eine große Besetzung vor fünf Jahren gegeben, wie sms-Leiter Robert Rossmanith im Pressegespräch angab. Gut 100 Sängerinnen und Sänger werden für „Elias“ allein die drei Chöre der sms stellen, dazu kommen nochmals rund 50 weitere aus dem Kammerchor der Uni Ulm, den Haupt ebenfalls leitet, sowie vier Vokalsolisten: Catherina Witting (Sopran), Jasmin Joos (Alt), Youn-Seong Shim (Tenor) und Daniel Blumenschein (Bass). Für den instrumentalen Part sind 43 Mitglieder eines Projektorchesters zuständig. Eine „wirklich wichtige Funktion“, räumt Rossmanith dabei Ulrich Köbl, Dozent des Schwäbischen Jugendsinfonieorchesters und des Bayerischen Landesjugendorchesters sowie Hornlehrer an der sms, ein, der die einzelnen Musiker aus dem Schwäbischen Jugendsinfonieorchester, einige auch des Landesjugendorchesters sowie einzelne sms-Schüler ausgewählt und „alles organisiert“ habe. Dem Stück tut es aus Sicht Haupts gut, dass der Chor gut 150 Stimmen stark sein wird und der vokale Klang gegenüber „dem Orchesterklang deutlich überwiegt“. Das ist durchaus im Sinne des Komponisten, der in einem Brief vom 18. Februar 1837 an Klingemann von „recht dicken, starken, vollen Chören“ geschrieben hatte.

Als Vorteil sieht Haupt, dass er neben seinem Studium für Schulmusik unter anderem auch eines für Gesang absolviert habe, so dass er bei dem für die Sänger „herausfordernden“ Stück die nötigen Hilfestellungen geben könne, „dass es stimmlich nicht strapaziös“ werde. Geprobt wird regelmäßig seit Schul- bzw. Semesterbeginn, allerdings noch jede Gruppe für sich. Die erste Gemeinschaftsprobe wird es zwei Tage vor dem Konzert geben. Er freut sich, dass es vom Altersdurchschnitt der Mitwirkenden her ein insgesamt „sehr junges Projekt ist“, inklusive der – natürlich dennoch professionellen – Solisten, die in Kempten schon einen Tag vor dem großen Ereignis zur Probe anwesend sein werden. Nach der Aufführung in Kempten sind noch je ein Konzert in Ulm und in Langenau geplant.

„Elias“ ist das zweite große Oratorium von Mendelssohn-Bartholdy, an dem er auch schon bald nach seinem ebenfalls erfolgreichen „Paulus“ zu komponieren begonnen, es aber auch wieder zur Seite gelegt hatte. Erst etwa zehn Jahre später sollte die Zeit dafür reif sein und dem Birminghamer Publikum mit 125 Orchestermusikern und 271 Chorsängern plus Solisten und Orgel zu Gehör gebracht werden. Trotz des triumphalen Erfolges überarbeitete Mendelssohn-Bartholdy seinen „Elias“, der in endgültiger Fassung erstmals am 16. April 1847 in London aufgeführt wurde. Am 27. November 1847 folgte die Uraufführung in Deutscher Sprache in Berlin – drei Wochen nach dem Tod des Komponisten am 4. November 1847.

Mendelssohn-Bartholdy greift mit Elias ein alttestamentarisches Thema auf, womit sich der in einer jüdischen, später zum Christentum konvertierten Familie geborene, auch zu seinen religiösen Wurzeln begibt. Das Libretto hat der Theologe Julius Schubring aus verschiedenen Bibeltexten zusammengestellt, deren zeitliche Reihenfolge Mendelssohn-Bartholdy ebenso der ihm wichtigeren Dramatik opferte, wie das epische Moment. Ungewöhnlich sind nicht nur manche für Oratorienmusik eher untypischen kompositorischen Eigenheiten, sondern ebenso die Zweiteilung des Werkes, die auch in ihren Stimmungen stark variieren.

Karten für die Aufführung in der St. Mang Kirche in Kempten, am Sonntag, 12. Februar, um 17 Uhr, gibt es im Sekretariat der Sing- und Musikschule (Tel. 0831/70496560, E-Mail: sms@vhs-kempten .de) sowie an der Abendkasse. 

Christine Tröger

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