Das Hin und Her hat ein Ende

Aufatmen bei den Anwohnern in der Straße „Auf der Ludwigshöhe“. Mit einem knappen Ergebnis von 6:5 Stimmen befürworteten die Mitglieder des Verkehrsausschusses jüngst die Ausweisung einer Tempo-30-Zone im Bereich zwischen den beiden Einmündungen Trienter Straße. Entsprechende Anträge waren von den Stadträten Thomas Hartmann (Grüne/FL), Edgar Rudolph Rölz (CSU) und Siegfried Wehrmann (SPD) gestellt worden. Die Anwohner hatten ebenfalls bereits mehrfach ihr Glück versucht und unterstützten die Antragssteller mit einer Unterschriftenliste.

Mit dieser Entscheidung ging der Ausschuss allerdings auf Konfrontationskurs mit OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) und der Stadtverwaltung: Wie Volker Reichle, Leiter des Amts für Verkehrswesen, erläuterte waren bereits in den Jahren 2003 und 2007 Anträge für eine Tempo-30-Zone für dieses Straße im Verkehrsausschuss einstimmig abgelehnt worden. „Nach wie vor sprechen die gleichen Punkte dagegen, die Sachlage ist unverändert“, so Reichle. Bei der Straße „Auf der Ludwigshöhe“ handle es sich um eine breite Wohn-/Sammelstraße für das neue Wohngebiet Ludwigshöhe-Nord sowie die daran angrenzenden Wohnbereiche, schilderte der Amtsleiter. Dabei stelle sie eine Verlängerung der mit Tempo 50 ausgewiesenen Hanebergstraße, die ebenfalls Wohn-/Sammelstraßenfunkton besitze, dar und diene damit auch als Verbindungstraße der Wohngebiete Ludwigshöhe-Süd und -Nord. 17 Geschwindigkeitsmessungen der Kreisverkehrswacht ergaben, dass ein Großteil der Autofahrer (rund 86 Prozent) auf der Straße ohnehin nur Geschwindigkeiten bis zu 40 km/h fahren. Raser sind Reichle zufolge nicht gesichtet worden. In Teilbereichen der Straße können die 50 km/h jedoch problemlos gefahren werden, meinte er. Keine Umbauten Der Verkehrsamtsleiter führte an, dass eine Tempo-30-Zone sich auch nicht anbiete, da an der Straße dann bauliche Maßnahmen getätigt werden müssten, damit die Straße den Voraussetzungen für eine Tempo-30-Zone entspreche. „Nur Schilder aufzustellen bringt nachhaltig keine Veränderung. Der Autofahrer fährt nach der Optik der Straße“, argumentierte Reichle. Des weiteren würde eine in einer 30er-Zone erforderliche Rechts-vor-links-Regelung die Leistungsfähigkeit der Straße erheblich einschränken. Der ausgebaute südseitige Geh- und Radweg wäre nicht zulässig, die Radfahrer müssten gemäß der Straßenverkehrsordnung dann auf der Straße fahren, erläuterte er weiter. Argumente der Anwohner, dass eine Tempo-30-Zone mehr Sicherheit insbesondere für ihre Kinder bringen würde, entkräftete Reichle mit den bestehenden fünf Querungshilfen für Fußgänger, die insbesondere auch für Kinder eine sichere Möglichkeit seien, die Straße zu passieren. Polizei dagegen Auch nach Ansicht der Polizei ist eine Tempo-30-Zone in der Straße „Auf der Ludwigshöhe“ nicht nötig. „Der Ausbauzustand, die Markierungen und der Geh- und Radweg sind keine Voraussetzungen für eine Tempo-30-Zone“, so Thomas Riester von der Polizei. Die Ansicht der Anlieger, dass in diesem Gebiet eine hohe Gefahrenlage herrscht teilten also weder die Verwaltung noch die Polizei. Aus den Reihen der Ausschussmitglieder gab es jedoch einige Befürworter für eine Tempo-30-Zone. „Als Stadträte müssen wir doch die Interessen der Bürger vertreten“, meinte Antragssteller Rölz. Die Kurve sei unübersichtlich und außerdem würden dort lauter junge Familien wohnen. Thomas Hartmann war ebenfalls der Meinung, dass der eindeutige Wunsch der Anwohner nicht außer Acht gelassen werden darf. „Eine Tempo-30-Zone würde einen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit leisten“, führte er an. Herbert Karg (FW) gab zu bedenken, dass es nicht nur vernünftige Autofahrer gibt. Außerdem sei die bauliche Situation mit den Jahren 2003 und 2007 nicht mehr vergleichbar. Anderer Ansicht waren OB Netzer, Bürgermeister Josef Mayr und Karl Sperl (alle CSU), die keine Notwendigkeit für eine Tempo-30-Zone sahen. Bei der Abstimmung brachten die Stadträte Rölz, Karg, Wehrmann (SPD), Michael Hofer (UB/ödp), Elisabeth Brock und Hartmann (Grüne/FL) mit ihrer Stimme für die Ausweisung einer Tempo-30-Zone der Straße „Auf der Ludwigshöhe“ zwischen den Einmündungen den Antrag schließlich durch. Die Anwohner reagierten erleichtert und freuen sich auf künftig mehr Sicherheit für ihre Kinder.

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