Ende gut – alles gut

Sechs Jahre Planungszeit, ein Jahr Bauzeit: Das neue, hochmoderne Luftrettungszentrum für "Christoph 17" ist eingeweiht

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Viele Akteure haben schlussendlich an einem Strang gezogen, um das neue Luftrettungszentrum realisieren zu können.
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Nach einer zum Nachdenken anregenden Predigt des evangelischen Pfarrers Martin Weinreich (l.) erteilte er gemeinsam mit seinem katholischen Kollegen Josef Gomm (r.) den ökumenischen Segen.
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Froh über den punktgenau fertiggestellten Hangar: (v.l.) Kemptens OB und Vorsitzender Rettungszweckverband Allgäu Thomas Kiechle, Sozialbau-Chef Herbert Singer und sein Stellvertreter Martin Langenmaier sowie Landrat Anton Klotz.

Durach – Es war „eines der langwierigsten Projekte der Sozialbau“, begrüßte deren Geschäftsführer Herbert Singer vergangene Woche zur Einweihung des neuen Hubschrauber-Hangars in Durach zahlreiche Gäste, die in verschiedener Weise in das Luftrettungszentrum involviert sind.

Die Vertreter aus Politik, Baugewerbe, des Roten Kreuz, Rettungszweckverband, Behörden... und natürlich der Rettungshubschrauber-Crew einte die Freude darüber, dass das zähe Ringen um den Standort nun zu einem guten Ende gekommen ist.

Dass es dabei ab Beginn der Standortsuche im Jahr 2011 in den Auseinandersetzungen nicht immer sanft zugegangen war, ließ der evangelische Pfarrer Martin Weinreich in seiner auf das besondere Ereignis zugeschnittenen Predigt anklingen. Er spendete zusammen mit seinem katholischen Kollegen Josef Gomm den ökumenischen Segen.

Mehr als 30 Grundstücksalternativen mussten im hügeligen Allgäu untersucht werden, bis eine geeignete Fläche in Durach gefunden und genehmigt werden konnte, ließ Singer den langen Weg kurz Revue passieren. In einem Provisorium auf dem direkt benachbarten Flugplatz wurde „Christoph 17“ ja bereits seit 2012 ‚Asyl’ gewährt. Mit Blick auf sechs Jahre Planungs- und Genehmigungszeit, der gerade einmal ein Jahr Bauzeit gegenübersteht, wandte sich Singer an die Gäste aus der Politik, aktiv eine „Abrüstung der Bau-Bürokratie“ anzugehen. Neben 14 betroffenen Projekt-Parteien mussten nämlich „sage und schreibe 36 unterschiedliche europäische und nationale Gesetze, Richtlinien und Verordnungen“ in Einklang gebracht werden. 

So bezeichnete Singer Bauen als „eines der letzten Abenteuer“, was allerdings vor allem mit einer (noch) nicht richtig schließenden Tür zu tun hatte, die eine frische Brise durch die Tischreihen wehen ließ. Kemptens OB und Vorsitzender des Rettungszweckverbands Allgäu Thomas Kiechle, dankte den Durachern für ihre Geduld und auch für „immer konstruktiven Gespräche“. Vor dem Hintergrund, dass „Lebensrettung die höchste Priorität verdient“ und der „äußerst komplexen, rechtlichen Situation“ habe man auch so weit möglich, Rücksicht auf die Duracher Bevölkerung genommen.

„Gott hat die Welt in sieben Tagen erschaffen, wir brauchten sieben Jahre für dieses Luftrettungszentrum“, scherzte Landrat Anton Klotz über die vielen Normen heutzutage. Er zeigte sich überzeugt, dass der von manchen „Allgäu Airport Süd“ genannte Standort „der richtige“ sei; sowohl für alle, die im Einzugsgebiet Hilfe benötigten, als auch gegenüber der Duracher Bevölkerung. Wie bei seinen Vorrednern auch, galten sein Dank allen Beteiligten und seine guten Wünsche für eine immer sichere Heimkehr der Crew des Rettungshubschraubers.

Christine Tröger

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