Das Ende einer Ära

Die Lebenshilfefamilie gehört auch zu seiner Familie: Unser Foto zeigt Klaus Meyer hier mit seiner Familie (v. r.) Tochter Melanie, Ehefrau Ilona, Tochter Elisabeth und Barbara Stamm, Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern. Fotos: moriprint

„Ein Leben für die Lebenshilfe, eine Lebenslei-stung, die die Lebensqualität für viele Menschen mit Handicap gefördert hat.” Mit diesen Worten umschrieb OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) für Stadt und Landkreis das Lebenswerk von Klaus Meyer anlässlich dessen 70. Geburtstages und seiner offiziellen Verabschiedung als Vorsitzender der Lebenshilfe Kempten. Mit der Überreichung der Goldenen Rathausmedaille ließ der Kemptener Rathauschef seinen wertschätzenden Worten Taten folgen: „Die Stadt Kempten ehrt Herrn Klaus Meyer in dankbarer Anerkennung seines herausragenden jahrzehntelangen Engagements im sozialen Bereich, gerade für die Lebenshilfe von 1980 bis 2012.“

Insgesamt feierten rund 120 Gästen aus Politik, Gesellschaft, Kirche, Justiz mit Klaus Meyer und Familie die Verdienste des Jubilars. Völlig verblüfft nahm der heutige Ehrenvorsitzende der Lebenshilfe Kempten (der KREISBOTE berichtete) die Bürgermedaille entgegen. „Die gebührt nicht mir allein, sie ehrt auch unsere Elternvereinigung“, freute sich Meyer bescheiden. „Die Lebenshilfe ist ein ‘Wir’.“ Er sah es so: „Sie feiern heute MIT MIR die Lebenshilfe.“ Weiter gestand er ein: „So ganz ohne die Lebenshilfe kann ich nicht.“ Er bleibt Vorsitzender im Verwaltungsrat der Allgäuer Werkstätten und setzt auch seine Arbeit im Landes-verband Bayern fort. „Sie brennen für die Lebenshilfe“, stellte Robert Antretter fest. Der bisherige Vorsitzende der Lebenshilfebundesvereinigung und jetzige Ehrenvorsitzende war 12 Jahre ein wichtiger Weggefährte gewesen. „Ich danke Ihnen für Ihre Loyalität, Fachkompetenz und Erfahrung“, so Antretter. Gemeinsam habe man für den Schutz aller Menschen im Artikel 1 des Grundgesetzes gekämpft, die Sorgen um die Entwicklung in der Biomedizin geteilt, die nichtlebenswertes Leben zur Disposition stelle. „Du hast Dir die Arbeit nie leicht gemacht“, wusste Barbara Stamm, Landtagsabgeordnete, Landtagspräsidentin und Landesverbandsvorsitzende der Lebenshilfe Bayern. Als Vater einer behinderten Tochter und zugleich als Vorsitzender habe er sicher viele Zwiegespräche mit sich geführt. Was aus der (bisherigen) Ära Klaus Meyer bleibt: Die Einrichtung sei aus der Region nicht mehr wegzudenken. Und: „Die Lebenshilfe Kempten hat immer eine Vorreiterrolle gehabt.“ „Ein beeindruckendes Lebenswerk“, so Stamm. Am weitesten angereist war die ungarische Delegation mit Professor Láslò Czismadia an der Spitze. Der „Kopf“ der ungarischen Lebenshilfevereinigung „ETA“ und Präsident der Stiftung Summa Vitae erinnerte an die Aufbauhilfe und Freundschaft, die Klaus Meyer und die Lebenshilfe Kempten ihnen seit 1997 zuteilwerden ließ. „Die Hilfsbereitschaft ist kostbar, die Freundschaft ein Geschenk.“ Umrahmt wurde die Feier vom Chor der Allgäuer Werkstätten und mit einem Sketch aus der Wohngemeinschaft Mühlweg. In imaginären Zeitungsschlagzeilen deuteten sie den hohen Stellenwert an, den „ihr“ Klaus Meyer ihnen gibt – nämlich: „Ihr seid mir wichtig.“ Eine liebevolle Umarmung, ein Händedruck, ein persönliches Wort zollte der Jubilar ihnen auch an diesem Abend. Ein großes Danke sagte der 70-Jährige seiner Ehefrau Ilona und den beiden Töchtern Melanie und Elisabeth. „Danke, dass Ihr mir Zeit und Raum für meine Arbeit gegeben habt.“

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