"Großes Loch": Bieterverfahren läuft

Bereits 31 Interessenten

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Die Tiefgarage steht bereits (Rohbau) und bietet Platz für 280 Stellplätze.

Kempten - Der Verkaufsprozess für das als „großes Loch“ bekannt gewordene Grundstück in der Bahnhofstraße/August-Fischer-Platz hat begonnen.

Das gab Insolvenzverwalter Florian Zistler von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH am Mittwochmittag auf einem Pressetermin in der Tiefgarage des Grundstücks bekannt. „Heute ist ein guter Tag“, freute sich auch OB Thomas Kiechle.

Die Veräußerung des Grundstücks mit bereits im Rohbau fertiggestellter Tiefgarage wird laut Zistler in einem zweistufigen Bieterverfahren durchgeführt. Der Höchstbietende erhält den Zuschlag. Interessierte Investoren können bis zum 15. September 2017 ein Erstangebot abgeben. Die zweite Bieterrunde findet dann im Oktober statt. Ziel ist es, den Verkauf im November dieses Jahres abzuschließen. Bisher gibt es 31 Interessenten, zwölf davon haben sich bereits akkreditieren lassen, sodass sie alle im Datenraum eingestellten aktuellen Unterlagen wie Baupläne, Gutachten und den Bebauungsplan einsehen können. Daraus können sie auch ablesen, was gebaut werden darf und was nicht. „Als Stadt können wir uns freuen, dass der Verkaufsprozess nun bundesweit gestartet ist“, betonte OB Kiechle. 

Ziel des Grundstücksverkaufs sei zum einen, dass der Stillstand beendet und eine gute Lösung für das Grundstück gefunden werde. Zum anderen möchte die Stadt einen möglichst hohen Betrag der circa 3,3 Millionen Euro, die sie bisher in die Baustelle stecken musste (Tiefgaragenbau, Sicherungsmaßnahmen), wieder zurückbekommen. Sowohl Kiechle als auch Zistler sind optimistisch, dass ein guter Verkaufserlös erzielt werden kann. „Zwei Dinge kommen uns zugute. Erstens die gute Lage des Grundstücks und zweitens die aktuell gute Finanzsituation“, meinte das Stadtoberhaupt.

Wie ein Bieterverfahren abläuft, erläuterte Kathrin Westendorf von der impro Immobilienverwertung GmbH, die den Verkaufsprozess begleitet. „Das neutrale Bieterverfahren wird immer dann angewendet, wenn man davon ausgeht, dass es mehrere Interessenten geben wird“, erklärte Westendorf. Das Bieterverfahren soll allen Interessenten die gleichen Chancen bieten. Voraussetzung für die Zulassung zum Verfahren sind die Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung, die Legitimation gemäß Geldwäschegesetz, eine schriftliche Interessensbekundung sowie die Bereitstellung einer Mailadresse zur Übermittlung der Zugangsdaten zum Datenraum sowie aktueller Informationen zum Verfahren. 

In der ersten Stufe des Verfahrens können die Interessenten bis 15. September/24 Uhr ihr Gebot einreichen. Alle eingegangenen Gebote werden dann gesichtet und zusammen mit dem Insolvenzverwalter wird entschieden, welche Bieter in die zweite Runde eingeladen werden. „Das sind in der Regel noch eine Handvoll“, weiß Westendorf. Zum Start in die zweite Stufe (Oktober) wird allen Bietern das aktuelle Höchstgebot genannt. Dann können die Kaufinteressenten ein finales Angebot abgeben, das durch einen belastbaren Finanzierungs- oder Liquiditätsnachweis unterlegt werden muss.

Melanie Weidle

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