Das Ende der langwierigen Diskussion?

Nach über zwei Jahren Diskussion wird am Sonntag darüber abgestimmt, ob der Hildegardplatz mit...

Seit Ende 2008 ist die Umgestaltung des Hildegardplatzes bereits ein Hauptthema der städtischen Politik. Anfangs waren es sechs Varianten zur Umgestaltung, die den Bürgern präsentiert wurden. Am kommenden Sonntag, 10. April, stehen beim Bürgerentscheid nun noch zwei zur Auswahl: eine Neugestaltung mit 88 oberirdische Parkplätzen oder eine mit 40 oberirdischen und 142 Parkplätzen in einer Tiefgarage. Der KREISBOTE blickt zurück, wie es dazu gekommen ist.

Bereits vor über zehn Jahren kamen erstmals Überlegungen auf, am Hildegardplatz eine Tiefgarage zu bauen. Unter Federführung der CSU hatte der Stadtrat im Jahr 1999 allerdings beschlossen, dass der Bau einer Tiefgarage nicht mehr weiterverfolgt wird. November 2008: Im Zuge des Innenstadtentwicklungskonzepts wurden die Planungen zur Umgestaltung des Hildegardplatzes wieder aufgenommen. Bei einer öffentlichen Veranstaltung im Kornhaus bekamen die Bürger sechs Varianten vorgestellt: 1. 120 oberirdische Parkplätze, Straßenverlauf auf der Südseite; 2. 120 oberirdische Parkplätze, Straßenverlauf auf der Nordseite; 3. 185 oberirdische Parkplätze, Straßenverlauf auf der Südseite; 4. 185 oberirdische Parkplätze, Straßenverlauf auf der Nordseite; 5. 20 oberirdische Kurzparkplätze plus Tiefgarage mit 100 Parkplätzen, Straßenverlauf auf der Südseite; 6. 20 oberirdische Kurzparkplätze plus Tiefgarage mit 100 Parkplätzen, Straßenverlauf auf der Nordseite. Von den Lösungen mit 185 Parkplätzen waren die Bürger nicht begeistert, für die anderen vier Varianten gab es sowohl positive als auch negative Stimmen. Interessierte konnten sich in eine Arbeitsgruppe eintragen. Die Gruppe sollte zusammen mit dem Planerteam Lösungen für die Neugestaltung des Hildegardplatzes ausarbeiten. Am Planungsprozess beteiligten sich 39 Teilnehmer aus allen betroffenen Interessensgruppen. Juni 2009: Bei einer Informationsveranstaltung im Kornhaus bekamen die Bürgern drei in der Arbeitsgruppe ausgearbeitete Varianten präsentiert: 1. 120 oberirdische Parkplätze, Straßenverlauf auf der Südseite; 2. Tiefgarage mit 96 Stellplätzen, Zufahrt am Kirchberg, 30 oberirdische Stellplätze, Straßenverlauf auf der Südseite; 3. Tiefgarage mit 141 Stellplätzen, Zufahrt am Kirchberg, 30 oberirdische Stellplätze, Straßenverlauf auf der Südseite. Die kleine Tiefgaragenvariante fand keine Zustimmung. Die anderen zwei Varianten kamen in etwa gleich gut an. Juni 2010: Im Bauausschuss und Stadtrat präsentierte die Stadtverwaltung den Stadträten zwei Lösungsvarianten: Variante eins sieht eine Neugestaltung des Hildegardplatz mit 40 oberirdischen Parkplätzen und 142 Tiefgaragenplätzen vor, Variante zwei eine Neugestaltung des Hildegardplatz mit 88 oberirdischen Parkplätzen. Die Verringerung von 120 auf 88 Stellplätze bei der oberirdischen Gestaltung hatten die Grünen, die Frauenliste und die UB/ödp beantragt. So soll eine bessere Platzgestaltung ermöglicht werden. Ratsbegehren beantragt Aufgrund der schwierigen Entscheidungslage zur Neugestaltung des Hildegardplatzes regte CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier ein Ratsbegehren an. Kurz darauf machte die FDP-Fraktion Nägel mit Köp- fen und beantragte offiziell ein Ratsbegehren, um die Bürger entscheiden zu lassen. Dezember 2010: Der Stadtrat legte den 10. April als Termin für den Bürgerentscheid fest. Außerdem fasste das Gremium einen Beschluss zur Gestaltung des Platzes, der mit und ohne Tiefgarage so umgesetzt werden soll. Der Beschluss: Der Hildegardplatz soll zur zur Stärkung des Nordens der Innenstadt angemessen neu gestaltet werden und als lebendiger Stadtraum zum Aufenthalt und für Veranstaltungen wie den Wochenmarkt zur Verfügung stehen. Dazu wird der Straßenverkehr zukünftig entlang den Häusern an der Süd- und Westfassade geführt, Gehwege und Vorzonen vor den Geschäften auf rund vier Meter verbreitert und etwa 30 bis 40 Kurzzeitparkplätze als Senkrechtparker südlich und westlich der Straße angebracht. Die Platzfläche wird unter Berücksichtigung einer zeitgemäßen technischen Ausstattung für den Wochenmarkt mit gehfreundlichem Pflaster befestigt. Eine circa 300 Quadratmeter große Aufenthaltszone mit Sitzmöglichkeiten und kleinen Bäumen zwischen den Stellplätzen ergänzen die Begrünung neben den bestehenden Großbäumen am Kirchenhügel. Im Falle einer Tiefgaragenlösung werden in die Platzgestaltung drei Aufgänge einschließlich eines Aufzugs auf dem Hildegardplatz und ein Aufgang vor dem Stift integriert. Am Kirchberg werden entweder die Zufahrt zur möglichen Tiefgarage oder 48 weitere Stellplätze angebracht. Die Baukosten: Die Kosten für die Platzgestaltung ohne Tiefgarage betragen rund 2,7 Millionen Euro. Bei einer Lösung mit Tiefgarage kommen zu den 2,7 Millionen Euro für die Platzgestaltung noch 4,4 Millionen Euro an Kosten hinzu. Die Summe beträgt insgesamt 7,1 Millionen Euro. Davon können 2,8 Millionen Euro aus der Stellplatzrücklage finanziert werden. Insgesamt belaufen sich die Kosten mit Tiefgarage dann auf rund 4,3 Millionen Euro, sprich 1,6 Millionen Euro mehr als eine Umgestaltung ohne.

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