Offizieller Schlusspunkt 

Ende von Umbau & Sanierung des Hildegardis-Gymnasiums nach sechs Jahren 

Die moderne Dachterrasse mit ihren bepflanzten Sitzelementen aus Holz befindet sich auf dem Dach der Aula. Der Zugang erfolgt durch die Bibliothek. Hier fanden sich zahlreiche Projektbeteiligte zu einem kleinen Festakt zusammen.
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Die moderne Dachterrasse mit ihren bepflanzten Sitzelementen aus Holz befindet sich auf dem Dach der Aula. Der Zugang erfolgt durch die Bibliothek. Hier fanden sich zahlreiche Projektbeteiligte zu einem kleinen Festakt zusammen.
  • VonSabine Stodal
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Kempten – Sechs Jahre lang waren am Kemptener Hildegardis-Gymnasium zahllose Handwerker im Einsatz und sorgten mitunter mit dröhnenden Maschinen für brummende Schädel bei Schülern und Lehrerschaft. Nach neun Bauabschnitten zum Umbau und der Erweiterung des Zentralbaus sowie dem Einbau einer Aula mit Dachterrasse in den Innenhof erstrahlt das Hilde nun in neuem Glanz. 

Die Schüler der Unter- und Mittelstufe dürften sich über die ungewohnte Ruhe wundern: Sie haben „ihr“ Hilde tatsächlich die ganze Zeit über nur als Baustelle kennengelernt. Seit den Sommerferien 2016 wurden zwei der vier Treppenhäuser über vier Etagen zurückgebaut. Auch der für seinen sehr speziellen Geruch berühmt-berüchtigte Pavillon fiel. An seiner Stelle entstanden 80 neue Fahrradparkplätze. Parallel zum laufenden Schulbetrieb erfolgten Umbau, Sanierung und Modernisierung des Zentralbaus sowie der Ein- bau einer Aula in den Innenhof, auf deren Dach eine großzügige Dachterrasse entstand. Genau hier fand nun ein kleiner Festakt statt, der den offiziellen Schlusspunkt unter die 11,4 Millionen Euro teure Maßnahme setzte.

Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle dankte den zahlreichen projektbeteiligten Ämtern, Stellen, Firmen (insgesamt waren 110 Gewerke beteiligt) und der gesamten Schulfamilie für das Geleistete, das gegenseitige Verständnis und die Geduld. In seinem Grußwort bezeichnete er das Hilde, das auf eine 150-jährige Geschichte zurückblicken kann, als „sehr erfolgreiche“ Schule mit spürbarem „guten Spirit“. Aktuell besuchen 1082 Schülerinnen und Schüler in 31 Klassen die Schule. Für das kommende Schuljahr liegen 184 Neuanmeldungen vor. Schulleiter Markus Wenninger hob die „extrem gute, produktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit und Umsetzung“ der Arbeiten hervor und das – trotz vieler unvermeidlicher Einschränkungen, Staub und Lärm – stets gute, verständnisvolle Miteinander.

Die Schule sei nun sehr modern, zeitgemäß und auf dem neusten Stand. Lob gab es auch seitens der Schülersprecher Fabio Albanese, Sergen Berkyürek und Amy Fritzenschaft. Letztere erinnerte sich an ihr Erstaunen, als „in der 6. Klasse nach den Sommerferien plötzlich alle Treppen weg waren“. Es sei ein „staubiger und mitunter stressiger Weg“ gewesen, so die Drei, „mit Baulärm während Schulaufgaben und dem einen oder anderen Tinnitus“. Letztlich habe sich das Warten aber gelohnt. Thomas Meusburger, Geschäftsführer und Architekt des zuständigen Architekturbüros f64, ließ den Werdegang des „Langläuferprojektes“ Revue passieren, dessen ursprüngliche Planungen bereits auf das Jahr 2012 zurückgehen. Bei der anfänglichen gründlichen Bestandsaufnahme habe sich beispielsweise gezeigt, dass es keine klassischen Flucht- und Rettungswege gegeben habe. „Zum Rückbau der Treppen mussten zehn Tonnen schwere Stahlträger von Hand zerschnitten und dann ohne Kran über vier Geschosse aus dem Gebäude abtransportiert werden“, verdeutlichte er eine der Mammutaufgaben.

Lärmintensive Arbeiten seien auf Uhrzeiten zwischen 4 und 7.30 Uhr früh, auf die Zeit nach 13 Uhr sowie die Ferien gelegt worden. Ein schwerer Schlag, der ein Jahr Bauzeit gekostet habe, sei, quasi auf der Zielgeraden, die Entdeckung maroder Stützpfeiler beim Einbau der Aula gewesen. Insgesamt sei das Bauen im laufenden Schulbetrieb eine große Herausforderung für alle, da habe alles nahtlos ineinandergreifen müssen – was aber sehr gut gelungen sei. Es handele sich um keine „Luxussanierung“, betonte Meusburger. „Im Verhältnis zu der bearbeiteten Fläche war das eine sehr moderate Investition.“ 

Lesen Sie auch: Das Holzplatzquartier erhält einen Bebauungsplan

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