Freude beim Veranstalter „Klecks e.V.“ und den Allgäuer Jazzfreunden

Endlich wieder Jazzfrühling! Achtung: Little Miss Umpha & The Ragtigers abgesagt 

Trotz aller Einschränkungen hat der Kemptener „Klecks e.V.“ einen Weg gefunden, den Jazzfrühling als Streaming-Festival unter www.klecks.de weiterleben zu lassen.
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Trotz aller Einschränkungen hat der Kemptener „Klecks e.V.“ einen Weg gefunden, den Jazzfrühling wenigstens als Streaming-Festival unter www.klecks.de weiterleben zu lassen.

Kempten – Zehn bis zwölf Stunden Sonne am Wochenende – wie schon so oft in den Vorjahren eigentlich ein ideales Wetter für den Start des Kemptener Jazzfrühlings. Doch heuer wird der Rathausplatz wie schon voriges Jahr leer bleiben. Gleichwohl ist die Freude beim Veranstalter „Klecks e.V.“ und den Allgäuer Jazzfreunden groß. Es geht wieder was in der Allgäuer Metropole: Vom Samstag, 24. April, bis zum 1. Mai gibt es jeden Tag zwischen einem und drei Konzerte zu sehen. Leider nur als Streaming-Festival im Netz, aber immerhin. 

Achtung: Das Streaming-Konzert vom 29. April mit Little Miss Umpha & The Ragtigers muss leider abgesagt werden.

Die über Wochen andauernde gefühlsmäßige Achterbahnfahrt beim Vorbereitungsteam hat nun ein Ende. Alle bedauern die nicht nachvollziehbare Ungerechtigkeit gegenüber der Kultur und freuen sich dennoch stolz auf den Jazzfrühling. Es war viel Arbeit nötig, um im Vorfeld drei verschiedene Veranstaltungsformen parallel vorzubereiten, eine davon – das Streaming-Festival – kann nun umgesetzt werden. 

Jazzfrühling 2021: Das Positive überwiegt

Alle wissen, dass es nicht das- selbe ist, das Festival vom Wohnzimmersofa aus mehr oder weniger alleine anzuschauen oder gemeinsam mit Freunden im Publikum nahe bei den Bands zu sitzen und die Live-Atmosphäre zu erleben. Und dennoch sind die etwa 50 Helferinnen und Helfer froh, dass es wieder losgeht. Der Jazzfrühling musste nicht wie im vergangenen Jahr abgesagt werden. Andreas Schütz, Programmkoordinator beim „Klecks“, freut sich darüber und dass es gelungen ist, Musikern, Technikern und den Jazzfreunden im Allgäu wie- der etwas zu bieten. „Das Positive überwiegt deutlich: Wir schaffen zum einen für alle Beteiligten eine Perspektive und wir erhalten auch eine wichtige Säule der Kultur-Infrastruktur, wovon sonst immer mehr verloren geht“, so Schütz. Das Streaming-Festival locke vielleicht auch Menschen an die Bildschirme, die bislang noch nicht erreicht wurden, hofft er.

Dass der Jazzfrühling in dieser Form überhaupt möglich wurde, liegt vor allem an der erfolgreichen Einwerbung von finanzieller Unterstützung von außen. Immerhin brachte alleine die „Initiative Musik“, die zentrale Fördereinrichtung der Bundesregierung und der Musikbranche, fast 75.000 Euro in die Kassen. Die Sponsoren blieben dem Jazzfrühling wenn auch nicht in voller Höhe ebenso großzügig verbunden wie viele private Spender. Und wenn jetzt beim Streaming auch noch Spenden zusammenkommen, kann der „Klecks“ ohne große finanzielle Blessuren den diesjährigen Jazzfrühling stemmen.

So funktioniert das Streaming

Eins vorweg: Wer zuschauen will, kann das gratis tun. Es gibt keine „Pay-wall“, „erst zahlen, dann zuschauen“, das wollten die Veranstalter nicht. Wer spenden kann und möchte, ist herzlich dazu eingeladen und nutzt die Paypal-Zahlungsmöglichkeit online. Unter www. klecks.de/jazzfruehling können die Live-Konzerte per Klick angeschaut werden. Los geht’s jeweils zu den in der Programmübersicht angegebenen Zeiten. Auf den „Klecks“-Seiten gibt es auch viele Infos zu den Musikerinnen und Musikern, die jeweils auftreten.

Highlight Jazzgottesdienst

Ein einziges Live-Konzert mit Publikumsbeteiligung gibt es dennoch zu genießen: Beim Jazzgottesdienst in der St. Mang-Kirche können sogar Besucher dabei sein. Sie müssen sich jedoch vorher online ein Ticket buchen und sich hier registrieren. Schnell sein lohnt sich hier, denn die Zahl der zugelassenen Besucher ist begrenzt. Wer’s schafft, kann dann am Sonntagabend Fabian Pablo Müller am Saxophon und Frank Müller an der Orgel lauschen. Sie improvisieren live von Bach über Brahms bis zu Piazzolla. Ein Lob der kirchlichen Lobby-Arbeit; noch besser wäre es, wenn auch die Kultur eine so starke Lobby bekäme. „Denn Kultur ist Nahrung für die Seele“, so der Kemptener Oberbürgermeister Thomas Kiechle im Vorwort zum Jazzfrühling-Programmheft.

Tom Otto

Programmübersicht 

• 24. April, 18 Uhr, Stadttheater: Poly Radiation

• 24. April, 20 Uhr, Stadttheater: Kinga Glyk

• 25. April, 18 Uhr, Stadttheater: Morley

• 25. April, 19 Uhr, St.-Mang-Kirche: Jazzgottesdienst

• 25. April, 20 Uhr, Stadttheater: Jan Luley & Uli Wunner • 26. April, 18 Uhr, Stadttheater: Dan Popek

• 26. April, 20 Uhr, Stadttheater: LBT

• 27. April, 18 Uhr, Stadttheater: Le Bang Bang

• 27. April, 20 Uhr, Stadttheater: Great Young Voices

• 28. April, 20 Uhr, Stadttheater: Jazzfrühling-Wettbewerb Kempten

• 29. April, 18 Uhr, Stadttheater: Organ Explosion

• 29. April, 20 Uhr, Stadttheater: Little Miss Umpha & The Ragtigers abgesagt!

• 29. April, 20 Uhr, Sing- und Musikschule: drei Jazzbands der Musikschule

• 30. April, 19 Uhr, Stadttheater: jazzNacht

• 1. Mai, 18 Uhr, Stadttheater: Abi Wallenstein & Henry Heggen

• 1. Mai, 20 Uhr, Stadttheater: Bill Frisell Trio

• 1. Mai, 22 Uhr, Stadttheater: Knights of Caesar

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