"Enormer Flächenbverbrauch"

Die Planungen für die Erschließung und den weiteren Ausbau des Gewerbegebiets an der Heisinger Straße sind einen Schritt weiter: Einstimmig stimmte vergangenen Donnerstag der Stadtrat der Kreisel-Lösung zu. Wann und ob das zweispurige und 1,6 Millionen Euro teure Konstrukt gebaut wird, ist allerdings noch unklar. Denn hauptsächliches Ziel des Bebauungsplans ist zunächst einmal, das Areal für den Kreisverkehr frei zu halten. Außerdem sträubt sich ein betroffener Grundstückseigentümer gegen das Vorhaben.

Etwa 26 500 Fahrzeuge werden im Jahr 2020 nach Berechnungen von Verkehrsplanern täglich den Kreuzungspunkt Kaufbeurer-/Heisinger Straße passieren. Um das steigende Verkehrsaufkommen bewältigen zu können, plant die Bauverwaltung einen zweispurigen Kreisverkehr mit zwei Zufahrten (der KREISBOTE berichtete). Außerdem ist für die Rechtsabbieger von der Heisinger- in die Kaufbeurer Straße ein Bypass vorgesehen. Der Außendurchmesser des Kreisels soll 60 Meter betragen, erläuterte Baureferentin Monika Beltinger den Stadträten. An genau diesen 60 Metern stört sich aber ein betroffener Grundstückseigentümer, der das Projekt als „völlig überdimensioniert“ bezeichnet und offenbar angekündigt hat, sein Grundstück nicht hergeben zu wollen. Er argumentiert laut Beltinger mit dem zu hohen Landverbrauch und damit, dass eine Ampelanlage völlig ausreichend sei. „Der Flächenverbrauch ist schon enorm“, bestätigte Richard Hiepp (CSU), Umweltbeauftragter des Stadtrates. „Eine Kreuzung würde billiger und genauso zielführend kommend“, meinte er. Rechtliche Hürden Ob es denn eine Möglichkeit gibt, in Form einer Art Enteignung an das Grundstück des verkaufsunwilligen Landwirten zu kommen, wollte hingegen Stadtrat Helmut Hitscherich (UB/ödp) wissen. „Theoretisch gibt es rechtlich die Möglichkeit, da dran zu kommen“, erklärte Beltinger. „Allerdings sind die Hürden sehr hoch“, betonte sie. Aber da die Planungen bislang sowieso eher theoretischer Natur sind, sei das derzeit kein Thema. Im Gegensatz zur Einschätzung von Hiepp hält die Bauverwaltung aufgrund von entsprechenden Untersuchungen eine Ampel als „nicht ausreichend leistungsfähig“. Wegen der vielen Abbieger müsste mit langen Wartezeiten gerechnet werden, warnte Beltinger. Von daher sei der Kreisel mit seinem Bypass für die Heisinger Straße die deutlich bessere Lösung. Geklärt werden muss unter anderem allerdings noch die Frage der Finanzierbarkeit. Ob und wann das Projekt verwirklicht wird, bleibt also zunächst abzuwarten. Im Zuge des Kreisel-Projekts ist auch eine Erweiterung des Gewerbegebiets östlich der Kaufbeurer Straße in Richtung Autobahn angedacht. Deshalb will die Kemptener Stadtverwaltung dort weitere 2140 Quadratmeter für Gewerbetreibende anbieten.

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