Entdeckungsreise in die "Scheinwelten"

Am 14. Dezember wird das fantastische Tanztheater „Sin Agua“ im TheaterOben aufgeführt. Foto: Häntzschel

„Wir brauchen keine anderen Welten, wir brauchen Spiegel“ – dieses Zitat von Stanisław Lem stellt Theaterdirektorin Nikola Stadelmann augenzwinkernd der dritten Spielzeit unter ihrer künstlerischen Leitung voran und beschreibt damit zugleich aus ihrer Sicht eine Aufgabe von Theater: die Wirklichkeit mit den Mitteln der Kunst erforschen, Zusammenhänge aufzeigen, reflektieren und kommentieren – und uns zuweilen sehr vergnüglich einen Spiegel vorhalten.

Nach der „Spielwies’n“ und der „Beziehungskiste“ erwartet die Zuschauer in der Spielzeit 2012/13 unter dem neuen Motto „Scheinwelten“ eine packende theatrale Auseinandersetzung mit der Frage „Was ist Wirklichkeit, was ist Wahrheit?“ In den Fokus rückt dabei die oftmals fließende Grenze zwischen Wirklichkeit und Wahrnehmung, Wahrheit und Fiktion. „Die Suche nach der Wahrheit spielt ja nicht nur im Theater, sondern eben auch im sogenannten wirklichen Leben eine wesentliche Rolle. Sie ist eine Triebfeder menschlichen Forschens und schlussendlich auch der Theaterarbeit: die Untersuchung der Wahrheit(en) durch die Kunst. Und das mit viel Vergnügen“, bringt die künstlerische Leiterin den Kern des neuen Programms auf den Punkt. Eröffnet wird die Theatersaison am Sonntag, 7. Oktober, mit dem Meisterkonzert_1. Die Württembergische Philharmonie Reutlingen präsentiert gleich zwei Repertoire-Highlights: Dvořáks 7. Sinfonie sowie gemeinsam mit den Solisten Sergey Malov und Valentin Radutiu Brahms’ Doppelkonzert für Violine und Violoncello. Am Nachmittag infor- miert Theaterdirektorin Nikola Stadelmann im Theatercafé, das diesmal ausnahmsweise um 17 Uhr stattfinden wird, über das neue Programm und die erste TIK-Eigenproduktion, das Tanztheater „Paradise for beginners“, mit dem am 12. Oktober der 12. Kemptener TANZherbst eingeläutet wird. Drei Mal im Jahr produziert das TheaterInKempten eigene Stücke und zeigt mit den unterschiedlichsten Theatergenres die ganze Vielfalt der Bühnenkunst und eine eigene künstlerische Handschrift. Neben der Tanztheater-Eigenproduktion „Paradise for beginners“ stehen zwei außergewöhnliche Schauspielproduktionen auf dem Programm: In „Enigma“ von Erfolgsautor Eric-Emmanuel Schmitt („Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“) kreisen zwei ungleiche Kontrahenten um die Lösung eines Rätsels, in dessen Mittelpunkt eine außergewöhnliche Liebesgeschichte steht. Nach und nach decken sie eine überraschende Wahrheit auf, mit der keiner der beiden gerechnet hat. Überraschend neu Die dritte TIK-Eigenproproduktion hat einen der wohl berühmtesten Schwindler der Weltliteratur zum Vorbild: „Die Tartuffe-Methode“ nimmt sich augenzwinkernd Molières unverfrorenen Betrüger Tartuffe vor und versetzt ihn geschickt ins Heute. Für die beliebte Reihe „Große Stoffe im kleinen Format“ kreiert Regisseur und Schauspieler Michael Miensopust die Geschichte um den raffinierten Blender überraschend neu. Ob mit anspruchsvollen Schauspielinszenierungen, unterhaltsamen Boulevardstücken, außergewöhnlichem Tanztheater, den von Dr. Franz Tröger kenntnisreich zusammengestellten Meisterkonzerten sowie den TIK-Extras – mit den „Scheinwelten“ bietet das TIK einmal mehr ein umfangreiches Repertoire an. Und natürlich kommen auch die jungen Theaterfans wieder voll auf ihre Kosten: Insgesamt zehn ausgesuchte Stücke stehen auf dem Spielplan, beginnend im Oktober mit einem Klosterkrimi rund um das Geheimnis der schwäbischsten aller Leibspeisen. Erstmalig zeigt das TIK in Koproduktion mit dem Kinder- und Jugendtheater des Landestheaters Tübingen ein Familien-Grusical im Kemptener Stadttheater: „Villa Irrsinn“ stimmt am 9. Dezember auf eine etwas andere Art auf die Vorweihnachtszeit ein. Weitere Informationen zu allen Stücken der neuen Spielzeit „Scheinwelten“ gibt es im Internet auf der Seite www.theaterinkempten.de. Das Theater- jahrbuch und weitere Theater- publikationen mit allen Infos und Terminen der Spielzeit 2012/13 sind erhältlich im TheaterInKempten und in vielen Geschäften, Hotels, Restaurants und Tourismusämtern im ganzen Allgäu – und natürlich beim KREISBOTEN.

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