Entgegenwirken und handeln

Große Fehler bezüglich der Schulpolitik und G8 seitens der CSU räumte jüngst Joachim Konrad, Kreisvorsitzender der CSU-Oberallgäu, bei der Hauptversammlung der CSU Oberallgäu ein. In diesem Bereich müsse sich einiges ändern, so Konrad. Zu Beginn bedankte er sich bei seinem Vorgänger Gebhard Kaiser für dessen vorbildliche Arbeit. „Medizinische Versorgungsqualität in Kempten und im Oberallgäu“ war das Thema des Vortrags von Gastreferent Andreas Ruland, Geschäftsführer des Klinikverbundes Kempten-Oberallgäu.

Drei Gründe führte Konrad für die Tatsache an, dass sich viele Menschen von der Politik abwenden. Ein Grund sei das fehlende Vertrauen. „Es kann nicht sein, dass einerseits eine Firma an die Wand gefahren wird und die Manager mit hohen Abfindungen nach Hause gehen, während andererseits Angestellte wegen angeblicher Veruntreuung einer Frikadelle im Wert von 1,30 Euro an den Pranger gestellt werden“, machte er klar. Falsche Wahlversprechen und die Tatsache, dass es in Deutschland keine charismatischen Leitfiguren mehr gebe, sind für den Kreisvorsitzenden die weiteren Gründe. Er sieht es als Aufgabe an, dem entgegen zu wirken. Über die „weitreichenden Entscheidungen“, die in den vergangenen Monaten hinsichtlich der Kliniken in Kempten und im Oberallgäu getroffen wurden, berichtete Andreas Ruland. Er erläuterte die Situation des neuen Klinikverbundes, der seit 1. April besteht (der KREISBOTE berichtete). Der Verbund beinhalte zehn Gesellschaften, diverse Kliniken und Reha- und Service-Einrichtungen und beschäftigt insgesamt 2280 Mitarbeiter. „Der neue Klinikverbund ist eine sehr gute Entscheidung für die Zukunft“, frohlockte Geschäftsführer Ruland. Stadt und Land werden zusammenarbeiten und alle Blockaden könnten ausgeräumt werden. Kempten habe eine besonders breite und sehr gute Versorgungspalette, das Oberallgäu mit der Klinik Immenstadt eine hervorragende Kardiologie und Unfallchirurgie rund um die Uhr. Zudem stehe für Sonthofen der neue Ausbau der sehr guten Geriatrie an und Oberstdorf habe eine Spezialklinik für Orthopädie sowie Chirurgie und Innere, stellte Ruland die Situation dar. Strukturen vernetzen Herausforderungen zeigen sich dem Geschäftsführer zufolge weiterhin in der finanziellen Problematik, bei den steigenden Sach- und Energiekosten und der inadäquaten Finanzierung der Tarifsteigerungen und im Ärzte- und Fachkräftemangel. Ferner müssen ambulante und stationäre Strukturen vernetzt werden und die Kooperation zwischen den Kliniken gefördert werden (Spezialisierungen und Schwerpunktbildung). Bei der Sanierung des Klinikums Kempten, der Zusammenlegung der Kliniken Robert-Weixler-Straße und Memminger Straße, einem gemeinsamen Herz- und Gefäßzentrum für Kempten und das Oberallgäu und für die Inbetriebnahme des Gesundheitszentrums mit Privatstation an der Klinik Immenstadt besteht laut Ruland Handlungsbedarf. Weitere Ziele seien, dass Fachärzte als Partner mit den Kliniken kooperieren und gemeinsam mit den Kliniken die fachärztliche Versorgung organisieren. So werde eine effiziente, kostengünstige und flächendeckende medizinische Versorgung im ländlichen Raum sichergestellt – ambulant und stationär, so Ruland. Weiterentwicklung, gute Leistungen und Vertrauen sind die Grundsätze für eine positive Zukunft, gab er sich optimistisch. Mit einem guten Miteinander von Klinikleitung und Politik könnten die Klinikstandorte langfristig erhalten bleiben.

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