Entscheidende Versorgungsrolle

„Kann das Krankenhaus Isny innerhalb der OSK betriebswirtschaftlich positiv geführt werden, ohne von einem anderen Krankenhausstandort Betriebsteile nach Isny zu verlagern?“ Diese Frage stellte der Isnyer Bürgermeister Rainer Magenreuter Dr. Dietmar Stephan, um von neutraler Seite eine Einschätzung zu erhalten, wie es um den Krankenhausstandort Isny bestellt ist. Einige Zukunftsmodelle der Oberschwabenklinik, die im Kreis- tag vorgestellt wurden, sehen eine deutliche Verkleinerung des stationären Angebotes bis hin zur Schließung vor.

Dr. Stephan, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Medical Consulting GmbH in Siegen und selbst Geschäftsführer und Betreiber von Akutkrankenhäusern, beantwortet diese Frage in einer ersten Einschätzung eindeutig mit „ja“. Darüber hinaus attestiert er dem Krankenhaus Isny eine entscheidende Rolle in der wohnortnahen und der Notfallversorgung der Bevölkerung im Südosten des Landkreises. Der Experte führt in seiner ersten Bewertung, die unter Kenntnis des Eckpunktepapiers der Oberschwabenklinik nach intensiven Gesprächen mit den Beteiligten vor Ort entstanden ist, aus, dass das Krankenhaus Isny für die Marktsicherung der Oberschwabenklinik im Südosten des Landkreises Ravensburg unerlässlich ist. Bei der Verkleinerung bzw. der Aufgabe des Standortes drohen deutliche Patientenabwanderungen ins angrenzende Bayern. Nach seiner Auffassung ist der Standort auch betriebswirtschaftlich die nächsten Jahre in einem von ihm skizzierten Modell sicher zu führen. Dazu ist nach seiner Erfahrung allerdings eine gewisse Struktur notwendig, die aber ohne größere Investitionen am Krankenhaus Isny umgesetzt werden könnte. Insbesondere plädiert Dr. Stephan dafür, die Grundversorgung im Bereich Innere Medizin durch ein Belegarztsystem, durch Konsiliarärzte oder in Kooperation mit der Evangelischen Heimstiftung wieder am Standort Isny zu etablieren und ebenso weiterhin die Chirurgie als Hauptabteilung vorzuhalten. Dies sei die Basis jeder Akutversorgung. Beide Fachabteilungen müssten in Isny vorgehalten werden, damit Ärzte und Patienten bei unklaren Diagnosen nicht von vornherein auf ein anderes Krankenhaus ausweichen müssten, die beide Abteilungen aufweist, sagte er. Darüber hinaus ist bei jedem Krankenhaus der Grundversorgung auch die Etablierung eines besonderen Schwerpunktes wichtig. Diese Schwerpunktbildung ist in Isny mit der Endoprothetik idealerweise schon vorhanden. Gute Möglichkeiten Sowohl für die Innere Medizin als auch für die Endoprothetik sieht er hervorragende Weiterentwicklungsmöglichkeiten in einer Kooperation mit der Evangelischen Heimstiftung, die am Krankenhaus in Isny die Geriatrische Rehabilitation betreiben möchte. Hier könnten sowohl betriebswirtschaftlich sinnvolle Synergien genutzt werden, zum Beispiel durch eine gemeinsame Physiotherapie, als auch ein Zentrum für Alterstraumatologie geschaffen werden. In einem Modell hat Dr. Stephan seine Vorstellungen näher skizziert: Das vorgelegte Strukturmodell geht hierbei keinesfalls zu Lasten der anderen Standorte der Oberschwabenklinik. Dr. Stephan ist der Überzeugung, dass ein abgestimmtes regionales Versorgungskonzept mit den Krankenhäusern Wangen, Isny und Leutkirch durch die Vorhaltung der Grund- bzw. Regelversorgung in der Inneren Medizin und der Chirurgie an allen Standorten und durch eine unterschiedliche zusätzliche Schwerpunktbildung an den einzelnen Standorten zu erreichen ist und damit ein betriebswirtschaftlich positives Ergebnis erreicht werden kann. „Wir haben damit ein gutes Konzept für das Krankenhaus Isny vorgelegt, das wir jetzt mit der Geschäftsführung, dem Aufsichtsrat und im Kreistag diskutieren wollen“, erklärte Bürgermeister Magenreuter. „Aus unserer Sicht ist damit deutlich aufgezeigt, dass eine Schließung des stationären Bereichs am Krankenhaus Isny auch betriebswirtschaftlich für die OSK nicht sinnvoll ist“, fügte er an.

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