Das Los entscheidet

Damit alle Kemptener Gymnasien künftig besser planen können, gibt es am dem Schuljahr 2013/2014 am Allgäu- und Hildegardis-Gymnasium (Foto) maximal fünf Eintrittsklassen. Foto: Läufle

Bisher konnten alle Schüler zusammen mit ihren Eltern frei bestimmen, auf welches der drei Kemptener Gymnasien sie gehen wollen. Das könnte sich künftig ändern. Die Eintrittsklassen am Allgäu-Gymnasium (AG), Hildegardis-Gymnasium (HG) und dem Carl-von-Linde-Gymnasium (CvL) sollen ab dem Schuljahr 2013/2014 auf fünf, fünf und drei 5. Klassen gedeckelt werden. Gibt es für eine der drei Schulen zu viele Anmeldungen, sodass mehr als fünf (AG, HG) bzw. drei (CvL) Klassen gebildet werden müssten, wird künftig ausgelost, welche der Schüler erst einmal auf ein anderes Gymnasium gehen müssen.

Ungewöhnlich viele Neuanmeldungen hat das HG für das kommende Schuljahr 2012/ 2013 zu verzeichnen. 191 Fünftklässler kommen im September auf die Schule. Um alle unterzubringen, müssen dafür im Vergleich zu den Vorjahren zwei fünfte Klassen zusätzlich gebildet werden. Insgesamt gibt es somit dann sieben Eintrittsklassen. Dadurch steigt natürlich auch der Raumbedarf an der Schule. Allerdings, so Schulreferent Benedikt Mayer am Dienstag im Schulausschuss, wisse man nicht, ob die Anmeldezahlen auch in den kommenden Jahren auf diesem Niveau bleiben, oder ob es ein einmaliger „Ausreißer“ war. „Das ist heuer eine bayernweite Entwicklung, dass der soziale Zweig (wie am HG) bevorzugt wird“, erläuterte Mayer. Da die Klassenzahlen jedoch entscheidend für die Räume sind, die für die einzelnen Schulen benötigt werden, suchte die Verwaltung zusammen mit den drei Schulleitern – Gerald Dötz (AG), Renate Börner (HG) und Werner Preising (CvL) nach Lösungsansätzen, wie alle Schulen künftig mit einigermaßen konstanten Zahlen planen können und somit auch die jeweilige Raumsituation geklärt werden kann. „Die Einschätzung der tatsächlichen Eintrittszahlen an den drei Gymnasien ist jedes Schuljahr sehr schwierig und von unterschiedlichsten Kriterien abhängig“, gab Mayer dem Ausschuss die Meinung der Schulleiter wieder. Um einer verbindlichen Vorgabe des Ministerialbeauftragten Hubert Lepperdinger zuvorzukommen, der ausgleichend die Schüler entsprechend den Schulen zuweisen kann, überlegten sich die Schulleiter Möglichkeiten, die Schüler auf die drei Gymnasien aufzuteilen. Sie waren sich einig, dass so wenig wie möglich in den Elternwillen eingegriffen werden soll, betonte Mayer. Jedoch sahen sie auch die Notwendigkeit einer Deckelung. Künftig soll es damit am AG und HG maximal fünf und am CvL maximal drei Eintrittsklassen mit jeweils höchstens 33 Schülern geben. Gibt es an einem der drei Gymnasien zu viele Anmeldungen für die fünf bzw. drei Klassen, wird per Los entschieden, welche Schüler nicht an ihr Wunsch-Gymnasium, sondern an eines der beiden anderen kommen. Dieses Losverfahren wird in Kempten bereits an der Städtischen Realschule angewendet (wir berichteten). „Für alle weiteren Schulentwicklungen ist eine Konstanz an Schülerzahlen unabdingbar“, verdeutlichte Mayer. Daher sei eine verbindliche Angabe zur Schulgröße als verlässliche Planungsgrundlage auch für die Regierung von Schwaben unabdingbar. Ausgenommen vom Losverfahren sind diejenigen, die sich dafür entscheiden, am CvL von der fünften Klasse an Latein zu lernen. Ansonsten ist das Unterrichtsprogramm an allen Gymnasien drei Jahre lang (bis zur achten Klasse) laut Mayer identisch. Erst danach muss ein Zweig gewählt werden. „Je nach Angebot eines Gymnasiums muss zur achten Klasse ein Schulwechsel ermöglicht werden, um die gewünschte fachliche Richtung einschlagen zu können“, so der Schulreferent. „Man kann so eklatante Unterschiede bei den Eingangsklassen nicht hinnehmen“, betonte Thomas Kiechle (CSU), und müsse sich nach den Gründen fragen. Mit dem Lösungsansatz der Deckelung sah er die Gymnasien jedoch auf einem guten Weg, auch wenn in einer Schulstadt wie Kempten prinzipiell die Eltern entscheiden können sollten, auf welche Schule ihr Kind gehen soll. Wie seine Stadtratskollegen im Ausschuss stimmte er der vorgeschlagenen Deckelung der Klassenzahlen zu. Das gegebenenfalls erforderliche Losverfahren würde direkt nach der Anmeldephase im Frühjahr erfolgen, damit die Eltern frühzeitig benachrichtigt werden können, falls ihr Kind auf ein anderes Gymnasium verwiesen wird.

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