Entscheidung gefallen

Die Jugend- und Familiengästehäuser (JUFA) aus Österreich haben den Zuschlag für den Bau eines Jugendgästehauses am Cambomare erhalten. Einen entsprechenden Beschluss des KKU-Aufsichtsrates vom Donnerstagabend bestätigte das OB-Büro am Freitag. Demzufolge hat sich das Gremium mehrheitlich für die JUFA entschieden. Aus dem Rennen ist damit das Bayerische Jugendherebergswerk, das sich ebenfalls beworben hatte. Nach Informationen des KREISBOTE hätte der Bau einer Jugendherberge einen zu hohen städtischen Zuschuss zur Folge gehabt. Dieses Risiko wollte man offenbar nicht eingehen. Von dem neuen Jugendgästehaus erhoffen sich die Verantwortlichen bis zu 35000 neue Gäste in Kempten pro Jahr.

Die Vorgaben des Stadtrats im vergangenen Oktober waren klar: Erklärtes Ziel war, die 2003 durch die Schließung der Jugendherberge entstandene Lücke zu schließen und die Stadt interessant für neue Zielgruppen zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte das Stadtparlament daraufhin verschiedene Bewertungskriterien festgelegt. Eine wesentliche Rolle spielten dabei die Kosten, da der Bau mit dem Geld des KKU finanziert werden sollte. Trotzdem nötig werdende städtische Zuschüsse sollten so niedrig wie möglich ausfallen. Insbesondere der Bau einer Jugendherberge wäre mit 6,3 Millionen Euro aber rund eineinhalb Millionen Euro teurer als veranschlagt zu Buche geschlagen. Bei der Entscheidung seien auch die von den Kemptener Stadthoteliers geäußerten Befürchtungen (der KREISBOTE berichtete) berücksichtigt worden, teilte das OB-Büro mit. So entspreche beispielsweise die Zimmerstruktur eindeutig den Erfordernissen eines Hauses, das auf Kinder- und Jugendgruppen ausgerichtet ist. Demzufolge soll es lediglich elf Doppelzimmer geben, während 134 der 186 Betten in Vier- oder Fünf-Bett-Zimmern gestellt werden. „Auch ist mit dem Betreiber vereinbart, dass bei der Vermarktung des Hauses der Begriff ‘Hotel’ nicht verwendet werden darf“, so Christa Eichhorst, Sprecherin des OB-Büros. „Durch diverse vertragliche Regelungen wird insgesamt sicher gestellt, dass der Hotellerie durch das Jugendgästehaus keine Konkurrenz erwächst“, so Eichhorst weiter. Die Betreiber der Kemptener Stadthotels sehen sich in der Entwicklung dagegen bestätigt. „Das ist ein verkapptes Low-Budget-Hotel“, betonte Uli Schmid, Chef des Hotels am Forum, am Montag gegenüber dem KREISBOTE. Jetzt überlegen er und seine Mitstreiter, juristische Schritte einzuleiten, da es sich beim KKU um ein kommunales Unternehmen handle, dass in den freien Markt eingreifen wolle. „Wir werden aus juristischer Sicht prüfen, ob das so machbar ist“, kündigte Uli Schmid an. Es gehe aber nicht darum, dass die Kemptener Hoteliers sich nicht dem Wettbewerb stellen wollten – im Gegenteil. „Wir wollen den Wettbewerb ja annehmen“, so Schmid, „aber eben nicht den subventionierten“, betonte er. Nicht zuletzt deshalb fordern er und seine Standeskollegen, dass die JUFA keine Vermarktung im Internet vornimmt und keine Veranstaltungen wie Tagungen oder Familienfeiern anbiete. „Wir wollen noch vor Abschluss des endgültigen Vertrags miteinbezogen werden“, erklärte Schmid.

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