Entscheidung ist gefallen

Der Krippenausbau in Kempten wird weiter vorangetrieben. Um den tatsächlichen Bedarf vor Ort decken zu können, sollen bis Ende des Jahres 2013 Krippengruppen in den Kindertagesstätten „Miteinander“, „Mikado“ und „Wiesengrund“ entstehen. Außerdem ist eine weitere Krippengruppe im Haus für Kinder angedacht, wie am Montagabend im Jugendhilfeausschuss bekannt wurde.

Die Stadt strebt ein Betreuungsangebot von 600 Plätzen für Kinder unter drei Jahren an und damit eine Versorgungsquote von 40 Prozent. Derzeit gibt es rund 460 Krippenplätze, was einer Quote von 31 Prozent entspricht. Damit wird die Stadt bereits jetzt der für den Freistaat Bayern anvisierten Betreuungsquote von rund 31 Prozent gerecht. Allerdings stehen in Kempten aktuell auch über 200 Kinder unter drei Jahren auf den Wartelisten der Kindertagesstätten und -krippen, wie Schul-, Jugend- und Sozialreferent Benedikt Mayer am Montagabend erläuterte. „Deshalb wird der Krippenausbau in der Stadt weiter forciert, um bis August 2013 dem Rechtsanspruch der Eltern auf einen adäquaten Betreuungsplatz entgegnen zu können“, erklärte Mayer. „Wenn der Ausbau wie geplant weiter geht, haben wir bis Ende 2013 die Wartelisten abgearbeitet“, sagte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Im Einzelnen sind folgende Maßnahmen geplant: Kinderkrippe in Kempten-West: Nachdem ein Architekturbüro mittlerweile sowohl für die Kindertagesstätte „Arche Noah“ im Stiftallmey als auch für die Kindertagesstätte „Miteinander“ in der Schraudolphstraße eine mögliche An- bzw. Ausbaulösung für eine Krippengruppe mit bis zu 15 Plätzen entworfen hat und die Geburtenentwicklung in den vergangenen Jahren für beide Stadtbezirke ausgewertet wurde, einigte sich der Jugendhilfeausschuss jetzt darauf, dem Ausbauvorhaben im integrativen Kindergarten „Miteinander“ Vorrang einzuräumen. Angedacht ist dabei der Bau eines barrierefreien Solitärbaus auf dem vorhandenen großen Kindergartengelände (5439 Quadratmeter). Nach den Vorstellungen des Planungsbüros könnte der Neubau, der sich in Richtung Norden orientiert, mittels eines Verbindungselements direkt an das vorhandene Gebäude angeschlossen werden, sodass ein gemeinsamer Eingangsbereich entsteht. Inklusive Ausstattung würden die Baukosten bei etwa 510 000 Euro liegen. Nach Abzug der Fördersumme müsste die Stadt noch etwa 161 600 Euro tragen. Sollte diese Maßnahme nicht bis 2013 realisierbar sein, wird automatisch der Ausbau am Kindergarten „Arche Noah“ verwirklicht. Aufgrund der sehr beengten Grundstücksverhältnisse (1665 Quadratmeter) sehen die Planer in ihrem Vorentwurf einen Ausbau des Dachgeschosses vor. Hierdurch bekäme die Krippe eine größere Nutzfläche im Vergleich zu einem ebenerdigen Neubau. Die Spielfläche würde mittels eines angebauten Spielhauses auf Stelzen erweitert werden. Dieser Anbau würde rund 562 000 Euro kosten, die Stadt müsste davon rund 213 600 aufwenden. Kinderkrippe „Mikado“ auf dem Bühl: Nach einer längeren Planungsphase stellte sich heraus, dass sich hier ein Krippenanbau für eine Gruppe mit 15 Plätzen in Richtung Osten für den künftigen Betriebsablauf des Hauses am besten eignet. Dafür müsste zwar für die Anbindung des neuen Gebäudes ein vorhandener Kindergartenraum „geschlachtet“ werden, wie Marion Haugg vom Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport es formulierte, der ersatzweise zu schaffende Raum würde aber im Anbau nahe der neuen Krippe angeordnet werden, sodass in diese Kindergartengruppe auch fünf Kinder unter drei Jahren eingeplant werden können. „Somit würden gleich 20 neue U3-Plätze im Haus entstehen“, so Haugg. Der bisherige Außenspielbereich des Kindergarten würde durch den Anbau weitgehend unangetastet bleiben und der Krippe könnte eine kleine, separate Spielfläche zugeordnet werden. Durch die Umgestaltung des Gebäudes bekäme auch der bislang eher schlecht genutzte Raum für soziale Initiativen eine größere Fläche und könnte dann auch von Tanzgruppen oder ähnlichem genutzt werden. Die Kosten für diese Maßnahme würden rund 784 800 Euro betragen. Nach Abzug der Summe, die aus dem Krippenausbauprogramm gefördert würde, bleibt für die Stadt ein Restbetrag von rund 320 000 Euro. „Das ist eine schöne Lösung“, freute sich OB Netzer. Der Jugendhilfeausschuss segnete den geplanten Anbau ab. Kinderkrippe „Wiesengrund“ in St.-Mang: Wie bereits mehrfach berichtet, wird an der Nordostseite des bestehenden Kindergartens eine Krippe angebaut. Die Kosten hierfür betragen rund 418 000 Euro, wovon etwa 348 000 förderfähig sind. „Haus für Kinder und Eltern“: Auf der Suche nach weiteren Ausbaumöglichkeiten für Krippengruppen ist auch das „Haus für Kinder und Eltern“ in der Lindauer Straße nochmal geprüft worden. Dort sind seit 2009 bereits zwei reine Krippengruppen installiert worden. Wie Marion Haugg erläuterte, haben Einrichtungsleitung und die Diakonie als Träger gegenüber der Stadt signalisiert, dass sie sich vorstellen können, noch eine zusätzliche Krippengruppe mit 12 Plätzen dazuzunehmen. Dafür muss das Haus allerdings umgestaltet werden. Angedacht ist, den gemeinsamen Speisesaal/Versammlungsraum im Erdgeschoss aufzulösen und ihn durch einen Mittelgang in zwei große Räume zu teilen. So könnte ein separater neuer Krippenbereich geschaffen werden. Der zweite neu geschaffene Raum könnte künftig als neuer großer Mehrzweckraum genutzt werden. Die Kindergarten- und Schulkinder würden ihr Mittagessen dann in kleineren Speiseräumen im Obergeschoss einnehmen. Die neue Krippengruppe soll einen eigenen kleinen Außenspielbereich erhalten. Auch mit diesen Plänen war das Gremium einverstanden und beauftragte die Verwaltung die Maßnahme weiter voranzutreiben.

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