"Situation wird sich noch lange so darstellen" wie jetzt

Entwicklung Kempten-Ost geht weiter – aber...

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Kempten – Auf gut 230 Seiten sind die Vorbereitenden Untersuchungen (VU) zur Sozialen Stadt Kempten Ost dokumentiert.

Im Zuge der Untersuchung hatte man festgestellt, dass der Bereich Auf dem Lindenberg mit dem Archäologischen Park Cambodunum (APC), der Lindenbergschule, der Ulrichgemeinde und dem Brodkorbweg gesondert betrachtet werden muss, da er räumlich und funktional den zentralen Fokusraum des Gebietes bildet. Um den Rahmenplan dafür ging es im Haupt- und Finanzausschuss, der ihn bei zwei Gegenstimmen als Empfehlung für den Stadtrat abgesegnet hat. 

Die Detailraumbetrachtung hatten das Stadtplanungsbüro UmbauStadt und das Verkehrsplanungsbüro Ambrosius Blanke durchgeführt, die ihre Ergebnisse durch jeweils einen Vertreter vorstellten. Eine Aufgabe war unter anderem eine „vernünftige Verkehrserschließung“ des APC-Umfelds. Bei 27.000 Besuchern pro Jahr und zu Stoßzeiten bis zu 40 Schulklassen täglich sind vor allem die Anwohner rund um den APC stark mit Reisebusverkehr belastet. Ein Zustand, der sich ändern soll. Thema waren unter anderem auch das geplante neue Besucherzentrum sowie das Römermuseum, für die noch keine Standorte fixiert sind. So würde laut Stadtplaner Dr. Lars Bölling ein Neubau an der Hangkante oberhalb des Bayerischen Hofs den APC „recht prominent“ in die Stadt tragen, da es schon von Weitem sichtbar einen Hinweis auf den Römerpark geben würde. Optional ist ein Anbau an die Chapuis-Villa im Gespräch, mit dem darüber liegenden APCPark via Schrägaufzug verbunden. 

An dieser Stelle regte Erwin Hagenmeier (CSU) an, die Diskussion mit dem folgenden Tagesordnungspunkt, der Kemptener Seilbahn, zu verknüpfen, da unter anderem der Schrägaufzug damit „komplett hinfällig“ werde. Vor allem fehle der nötige Parkplatz an der ChapuisStation. Insgesamt stelle „das vorgestellte Konzept keine ausreichende Lösung dar“. Da das Thema Erschließung durch den öffentlichen Verkehr aber unter anderem auch Radverkehr oder Fußwege beinhalte, befand Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann, dass es „nicht allein von der Seilbahn gelöst werden kann“. Außerdem „wird nicht jeder Seilbahn fahren“, meinte er. Auch OB Thomas Kiechle sprach sich für eine getrennte Diskussion aus, hielt aber eine Optimierung dann bei der Seilbahn-Diskussion für „möglich“. 

Katharina Schrader (SPD) wollte vor allem für die Reisebusse eine Lösung „unabhängig von einer Seilbahn“, um die Geduld der Anwohner nicht übermäßig zu strapazieren. Alexander Hold (Freie Wähler) hatte ganz andere Bedenken: „Wir laufen Gefahr, zu sehr auf den Tourismus zu fokussieren. Es geht um das Gebiet Kempten-Ost.“ Nicht nur er sah dringenden Verbesserungsbedarf für die Anwohner rund um den Ostbahnhof. Missfallen äußerte er über die Pläne, ein Sportfeld auf dem Dach der geplanten Turnhalle zu platzieren, obwohl ausreichend Platz vorhanden sei. Thomas Hartmann fragte, „woher kommt das Geld?“. Er nannte 50 Millionen Euro, wofür er wenigstens ein „wahrnehmbares Gesamtkonzept“ wolle. Wirtschaftsreferent Dr. Richard Schießl erklärte, dass die Angabe von den grob geschätzten Zahlen „zwingende Vorgabe für die Förderprogramme“ sei und sie, „wie es bei allen Soziale-StadtProgrammen ist“, auf vielleicht zehn Jahre fortgeschrieben würden. Und „da sind noch keine Fördermittel abgezogen“, fügte er an. „Die Situation wird sich noch lange so darstellen“ wie derzeit, räumte Kiechle ein. 

Christine Tröger

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