Erfinder der Marke "Von Hier"

In der Serie „Allgäuer Köpfe“ stellt der KREISBOTE in den kommenden Wochen in unregelmäßigen Abständen Persönlichkeiten des Allgäus vor. Den Anfang macht der Allgäuer Unternehmer Hannes Feneberg. Er hat vor 12 Jahren die regionale Lebensmittelmarke „Von Hier“ ins Leben gerufen. Etwas Vergleichbares gibt es nirgendwo sonst in Deutschland. Das Allgäu ist für ihn ein Glücksfall – beruflich und auch privat.

Irgendein verrauchtes Hinterzimmer eines Gasthofs in einem kleinen Ort mitten im Allgäu. Das schummrige Licht fällt auf die soliden Holztische und die getafelten Wände. Der Raum mit der niedrigen Decke ist voll besetzt. Dicht gedrängt sitzen und stehen die Allgäuer Bauern, die Arme verschränkt, in dem überheizten Gaststättenraum. Genau dorthin ist Hannes Feneberg von der gleichnamigen Allgäuer Lebensmittelkette mit seiner Idee vor über 12 Jahren gegangen. Er wollte biologisch erzeugte Lebensmittel aus der Region auf den Markt bringen unter dem gemeinsamen Namen „Von Hier“. Nicht abbringen lassen „Wir haben erzählt, was wir vorhaben und als wir damit fertig waren, saßen vielleicht noch zwei oder drei Landwirte da“, erzählt der 48-jährige Unternehmer schmunzelnd von den Anfängen. Doch von seiner Idee hat ihn das nicht abgebracht. „Ich habe immer daran geglaubt, dass es funktioniert und dass es der richtige Weg ist“, sagt Feneberg heute. Mut gemacht haben ihm die positive Resonanz der Kunden und auch die ersten Landwirte, die mit im Boot waren. „Die Bauern, die mitgemacht haben, waren wirklich mit Herz und Seele und Leidenschaft dabei.“ Doch bis aus „Von Hier“ ein Erfolgsprodukt wurde, war es auch ein mühsamer Weg. Zusammen mit Adi Sprinkart, landwirtschaftlicher Berater und Landtagsabgeordneter der Grünen, ist Feneberg über die Allgäuer Dörfer gezogen. Und überall das gleiche Bild: „Neugierig waren sie alle, aber sehr vorsichtig, wenn es darum ging, etwas Neues auszuprobieren“, erinnert sich Feneberg. Doch am Ende überzeugte er rund 40 Landwirte von seiner Idee – das war der Start der Marke „Von Hier“. „Dann sind es immer mehr geworden – viele haben gesehen, es funktioniert beim Nachbarn, also haben sie auch mitgemacht.“ Inzwischen ist „Von Hier“ als Marke etabliert, rund 400 Landwirte arbeiten mit – etwas Vergleichbares gibt es nirgendwo sonst in Deutschland. Auch wenn es nicht einfach war, die Bauern von seinen Ideen zu überzeugen, daran gedacht aufzugeben hat er nie. „Ich kenn’ sie ja, die Allgäuer Mentalität“, sagt er und lacht. Auch in der eigenen Familie sah man die Pläne des heute 48-jährigen zuerst skeptisch. „Was willst’n du mit dem Biozeug, hat mein Vater gefragt“, erinnert sich Feneberg und imitiert ihn in breitem Allgäuer Dialekt. Zehn Jahre hat es gedauert, bis sein Vater von seiner Idee überzeugt war. Die zurückhaltende und vorsichtige Art der Allgäuer sieht Feneberg aber durchaus positiv. „Wenn die Allgäuer etwas machen, dann richtig“, ist er überzeugt. So erlebt er es noch immer bei seinen Vertragslandwirten. „Es sind ganze Familien, die hinter dieser Idee stehen. Darauf kann man sich verlassen.“ Das Allgäu und die Menschen kennt Hannes Feneberg von klein auf. Die Fenebergs sind eine alteingesessene Allgäuer Familie. Ein bisschen stolz ist Hannes Feneberg darauf schon. „Bis ins zwölfte Jahrhundert zurück lässt sich die Geschichte der Fenebergs nachverfolgen“, erzählt er und scherzt: „Rein geografisch gesehen sind wir also nicht weit gekommen.“ Die Betriebszahlen des Unternehmens Feneberg sprechen freilich eine ganz andere Sprache: Was vor über 50 Jahren mit einem kleinen Lebensmittelmarkt angefangen hat, ist inzwischen ein Unternehmen mit über 80 Filialen und 3800 Mitarbeitern. Hannes Feneberg führt das Geschäft seines Großvaters gemeinsam mit seinem Bruder Christof und seinem Cousin Thomas weiter. „Ich könnte mir nicht vorstellen wo anders zu leben“, sagt er heute. Gemeinsam mit seiner Frau Barbara und seinen fünf Kindern ist er in Wiggensbach zu Hause. Viel in der Heimat Und auch schon während seines Jurastudiums in München und Regensburg hat er die Wochenenden und Semesterferien meistens im Allgäu verbracht. „Am Donnerstagabend mit dem Zug raus und am Montagfrüh wieder rein“, erzählt er. Als er eine Wirtschaftsausbildung in Zürich gemacht hat, ist er ebenfalls viel ins Allgäu gefahren. Seine Frau Barbara hat er übrigens nicht etwa beim Studium kennengelernt, sondern daheim in Kempten. Sein Erfolg, der des Unternehmens Feneberg, seiner Vertragslandwirte und seiner Mitarbeiter ist eng mit der Region Allgäu verknüpft, ist Feneberg überzeugt. „Die Menschen hier schätzen und lieben ihre Heimat – so auch die Produkte, die von hier sind.“ So etwas funktioniert nicht überall, glaubt Feneberg. „Durch die enge Verbundenheit haben die heimischen Produkte von Haus aus gute Chancen, die Qualität muss natürlich trotzdem stimmen.“

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