Ins Gemachte Nest

Schwarzstörche beziehen künstlichen Horst im Kempter Wald

1 von 3
Nur noch wenig Arbeit hat der Schwarzstorch mit dem Kunsthorst.
2 von 3
So wurde der künstliche Horst in Ottobeuren installiert.
3 von 3
Richtig gemütlich sieht so ein Kunsthorst aus.

Kempten – Die Freude ist groß: Nachdem ein Schwarzstorch-Pärchen in Ottobeuren bereits einen künstlichen Horst angenommen hatte, ist es nun auch im Kemptener Wald so weit. Die sogenannten Kunsthorste wurden bei einem gemeinsamen Projekt von der AG Schwarzstorchschutz Allgäu des LBV und den Bayerischen Staatsforsten errichtet.

Robert Mayer von der AG Schwarzstorchschutz Allgäu ist stolz: „Vor ein paar Tagen konnten wir bereits beobachten, wie die Altstörche am neuen Kunsthorst bauen. Der Staatsforst bietet glücklicherweise noch viele geeignete Altholzstrukturen, in denen der Schwarzstorch in Ruhe seine Jungen großziehen kann“.

Im vergangenen Herbst war der altgediente Schwarzstorchhorst fast komplett abgestürzt, berichtet Harald Farkaschovsky vom Landesbund für Vogelschutz, ein Sturm war verantwortlich dafür. Aus dem alten Horst waren bereits viele junge Störche flügge geworden.

Da der Waldstorch jedes Jahr seine „Knüppelburg“ ausbessert und viele neue Äste einträgt, wiegen diese Nester nach Jahren mehrere hundert Kilogramm. Es ist daher nicht verwunderlich, dass dann nach einem Sturm die horsttragenden Äste nicht mehr das Gewicht halten können.

Um den erfolgreichen Brutplatz im Kempter Wald auch für die Zukunft langfristig zu sichern, wurde durch Baumkletterer der AG Schwarzstorchschutz (LBV) eine künstliche Nestplattform direkt am selben Horstbaum installiert.

"Das Forstrevier Kempter Wald ist eine begehrte Adresse bei den Schwarzstörchen", erklärt der dort zuständige Revierleiter Sebastian Neubauer. Das große zusammenhängende Waldgebiet liegt nur wenige Kilometer östlich von Kempten. Mit seiner natürlichen Verzahnung aus Wäldern, Mooren, Sümpfen und zahlreichen kleinen Bächen bietet der Kempter Wald ideale Bedingungen für die seltenen Schwarzstörche. 

Hier finden sie ausreichend Amphibien, kleine Fische und Insekten, um ihren Nachwuchs aufzuziehen. "Dem Schwarzstorch, der im Anhang 1 der europäischen Vogelschutzrichtlinie als streng geschützte Art geführt wird, bietet der Kempter Wald mit seinen großen, naturnah bewirtschafteten Waldbeständen genügend Rückzugsmöglichkeiten und Ruhe für eine erfolgreiche Brut", erläutert Neubauer.

Die Förster vom Forstbetrieb Sonthofen freuen sich sehr über diese erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Schwarzstorchschützern. „Der LBV bringt viel Expertenwissen zum Schwarzstorchschutz ein und wir als Förster unser Fachwissen zur naturnahen und integrativen Waldbewirtschaftung – so wird Artenschutz zum Erfolg!“, so Neubauer.

Auch interessant

Meistgelesen

Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Chemikalienunverträglichkeit-Betroffene werben für Akzeptanz
Chemikalienunverträglichkeit-Betroffene werben für Akzeptanz
Jugendlicher „leiht“ sich Motorrad und baut Unfall
Jugendlicher „leiht“ sich Motorrad und baut Unfall
Skandalumwittertes Gemälde und stiftische Historie locken viele Besucher an
Skandalumwittertes Gemälde und stiftische Historie locken viele Besucher an

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.