Ausstellungskonzept für das neue Hutmuseum im Stadtrat vorgestellt

Geniales variables Museum

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Museumsleiterin Angelika Schreiber mit dem Ausstellungsmodell des neuen Hutmuseums.

Lindenberg – Nun nimmt das Ausstellungskonzept für das neue Hutmuseum konkrete Formen an. Nachdem die Konzeption seit Anfang des Jahres erarbeitet wurde, stellte der renommierte Museumsplaner Professor Uwe Brückner aus Stuttgart das Vorhaben zusammen mit Projektleiter Bernd Möller im Stadtrat vor.

„Grundbotschaft ist, die Huttradition wieder aufleben zu lassen und die Hutindustrie der Nachwelt zu bewahren“, so die Projektplaner. Es wird in der Dauerausstellung drei Themenbereiche geben: Hutfabrikation (mit Werkzeugen, Maschinen und filmischer Bespielung), Stadt- und Hutgeschichte sowie Hutmode und Zeitgeschichte. Das wird in jedem Ausstellungsbereich aufgewertet durch Mitmachstationen – Zeitleisten sind skrollbar, Standorte von Hutfabriken können mit Architekturklötzen auf einem Stadtplan nachgestellt werden, Hutmodelle können in die Hand genommen werden usw. Ferner gibt es jeweils eine zentrale Installation in der Raummitte. Zur Hutmode könnten das Hüte aus aller Welt sein, angeordnet als Hut-Tornado. 

An der Peripherie des Raumes wird es wie Stundenziffern auf dem Uhrblatt Epocheninseln geben. Diese sind auswechselbar und bestückbar mit anderen Exponaten. Ziel ist ein variables Museum. Damit könne sich die Ausstellung verändern, ohne dass ein Handwerker gebraucht werde. Selbst die wuchtige Treppe soll in die „Bespielung“ mit einbezogen werden, so Museumsplaner Uwe Brückner. Hände werden bei der Vermittlung der Hut-Entstehung eine wichtige Rolle spielen. Es bedurfte immer wieder der Hände, um ihn zu schaffen und zu formen, erläuterte Brückner. Das manuelle Tun hatte einen großen Stellenwert in der Hutfabrik. Zur Inszenierung werden aber auch Schatten genutzt. Schatten von Maschinen dringen durch transparente Ausstellungwände. Auch die Hüte werden so präsentiert, dass sie eindrucksvolle Schatten werfen. Zudem wird das Soziale wichtig. 

Beim Thema Hutstadt Lindenberg geht es zum Beispiel um die Lebenssituation der Menschen, die in der Hutindustrie gearbeitet haben. In der Abteilung Hutmode ist das eine filmische Inszenierung mit Grußgesten mit dem Hut. Der Hut und seine soziale Bedeutung wird hier angerissen. Geht der Ausstellungsbesucher dann weiter, erlebt er folgendes: Wenn er sich unter einen bestimmten Hut stellt, kann er eine zugehörige Geschichte des Hutes oder Hutträgers erfahren. Geplant ist auch ein Spiel mit Déjà-vu-Erlebnissen: schon mal gesehen! Zitate, die vorher wahrgenommen wurden, sind plötzlich in einem neuen, überraschenden Zusammenhang zu sehen. Die Kulturreferentin meinte nach der Präsentation: „Das wird genial!“ und sprach dabei wohl manchem Stadtrat aus dem Herzen.

cut

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