Erinnerungen wecken

Es war der 14. Oktober 1909, kurz nach 8 Uhr, als der erste Zug aus Kempten kommend durch Steufzgen fuhr und auch an der Bedarfshaltestelle Steufzgen anhielt. Diese Fahrt war gleichzeitig die Einweihung der Lokalbahn Kempten Isny. Ein schmuckes „Bahnhöfle“ erwartete die Reisenden damals in Steufzgen, doch von alldem ist heute, 100 Jahre danach, nichts mehr zu hören und zu sehen. Das soll sich nun ändern.

Einen historischen Hinweis auf diese Lokalbahn und den Steufzger Bahnhof fehlt. In Kempten wird nirgendwo auf diese ehemalige Bahnstrecke hingewiesen. Der ehemalige Steufzger Bahnhof wurde nach der Stilllegung der Bahn 1984 abgerissen. In Ermengerst und Buchenberg beispielsweise hat man die Bahnhöfe erhalten, mit Gedenk- und Hinweisschildern versehen, so dass sie geschichtlich nicht verloren gingen. Damit die Bahnstrecke und die ehemalige Haltestelle Steufzgen auch in Kempten nicht in Vergessenheit gerät, wollen der Steufzger Freundeskreis und der FC Steufzgen mit dem „Neubau“ ein kleines historisches Zeichen setzten und eine Erinnerung für die nächsten Generationen schaffen. Zur Einweihung des neuen „Steufzger Bahnhöfles“ findet am morgigen Donnerstag, 13. Mai, ab 14 Uhr beim und im Hotel Waldhorn eine kleine Feier statt. Die Gäste erwartet ein buntes Programm unter anderem mit der „Heiligkreuzer Bleachlumpemusik“ und einem Kunstpfad mit den Allgäuer Werkstätten. Das neue Wartehäuschen am Rad- und Wanderweg kann Radlern und Wanderern künftig als Unterstand dienen. Ein weiteres Anliegen der Initiatoren vom „Steufzger Bahnhöfle“ ist die Erhaltung Steufzgens als Ortsteilname. Kaum ein Hinweisschild deutet momentan auf diesen Ortsteil hin. Der Freudeskreis Steufzgen ruft die Stadt Kempten auf, Steufzgen als Stadtteilnamen wieder aufleben zu lassen. Steufzgen gehörte bis zur Eingemeindung durch die Stadt zur Gemeinde St. Lorenz-Heiligkreuz (1932). Es war ein kleines Dorf mit allem was ein Dorf ausmacht: Kirche, Schule, Bahnhof, Wirtshaus und Feuerwehr. Mit dem neuen „Bahnhöfle“ soll ein erstes Zeichen gesetzt werden, dem Ortsteil neuen Glanz zu verleihen. OB Dr. Ulrich Netzer, seine Referentin Christa Eichhorst, Baureferentin Monika Beltinger und der Bauhof unterstützten die Idee. Der Dank des Freundeskreises gilt auch allen Helfern und Sponsoren.

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