Personalrochade am Landgericht

Erlbeck löst Kreuzpointner als Langerichtspräsident ab, Strohbach wird Leitende Oberstaatsanwältin

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Blicken beide mit Freude in die Zukunft: Uwe Erlbeck als neuer Landtagspräsident und Dr. Johann Kreuzpointner als sein Amtsvorgänger im Ruhestand.

Kempten – Es war das „Who is Who“ der Justizwelt, das sich Anfang dieser Woche im Fürstensaal versammelt hatte und für die namentliche Begrüßung durch den stellvertretenden Landgerichtspräsidenten fast eine halbe Stunde Zeit in Anspruch nahm.


Anlass war eine gleich doppelte Amtseinführung – „ein Novum“ – am Landgericht Kempten. 

Ausgelöst hatte die Personalrochade Dr. Johann Kreuzpointner, der sich vergangenen Januar nach fünf Jahren als Landgerichtspräsident in den Ruhestand verabschiedet hatte. Als sein Nachfolger wurde nun feierlich und offiziell Uwe Erlbeck in das Amt eingeführt, zuvor Leitender Oberstaatsanwalt am Kemptener Landgericht. Ihm folgt Petra Strohbach als neue Leitende Staatsanwältin. Als Festredner stand kein Geringerer als der Bayrische Justizminister Georg Eisenreich am Rednerpult, unter anderem um Kreuzpointner für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die bayerische Justiz zu danken. Erlbeck bescheinigte er an allen seinen bisherigen beruflichen Stationen sowohl fachliche Kompetenz bewiesen zu haben, als auch die Fähigkeit „mit menschlichem Gespür“ sachliche Lösungen herbeizuführen.

Und Strohbach bringe nicht nur breit gefächerte Berufserfahrung und „Leidenschaft für die Strafverfolgung“ mit. „Sie haben bewiesen, dass Sie eine Führungspersönlichkeit sind.“ Eisenreich wies auf die Größe des Landgerichtsbezirks Kempten und auch seiner Grenznähe hin, weshalb man überlege, wie man den Standort gegen „grenzüberschreitende Kriminalität“ stärken könne. Und er machte deutlich: „Ein starker Rechtsstaat braucht eine starke Justiz“, wie auch eine Demokratie diese für ihren Erhalt benötige. „Frieden, Freiheit, Sicherheit sind nicht selbstverständlich“, hob er die Bedeutung einer starken Polizei, wie Bundeswehr und Justiz hervor. Letztere sei auch ein wirtschaftlicher Standortvorteil, da Unternehmen sich auf Rechtssicherheit verlassen könnten. Kreuzpointner verglich sich beim „großartigen Zusammenwirken“ während seiner Amtszeit mit einem Dirigenten, der seine Truppe „mindestens bis zur zweiten Zugabe“ zusammen und auch „bei Laune halten muss“. 

Sein Dank galt der gesamten Truppe, vom Hauspersonal bis zum Justizministerium. Er betonte einmal mehr wie wichtig die Unabhängigkeit der Richter sei, wofür er sich immer eingesetzt habe. Er verabschiedete sich mit Worten eines Sinnbilds für Gerechtigkeit, indem er den Feiergästen Salomons Aufforderung „Liebet die Gerechtigkeit“ ans Herz legte. "Hier bleibe ich" „Hier bleibe ich“, meinte Erlbeck schmunzelnd, der seine Aufnahme als neuer Landgerichtspräsident als „offen und herzlich“ empfunden habe. Als Besonderheit an diesem Amt in Kempten sah er unter anderem „die Sorge für ein kulturhistorisches Kulturgut“. Dieses „Schmuckstück“ müsse auch weiter gepflegt werden. Allerdings sei die Residenz für 320 Menschen auch Arbeitsplatz, weshalb auch „Kompromisse notwendig“ seien. „Der elektronische Rechtsverkehr wird intensiver werden“, war ein weiterer Blick in die „absehbare Zukunft“.

Ihren künftigen Aufgaben als leitende Oberstaatsanwältin sieht Strohbach, wie sie bekannte, mit Freude entgegen, nicht zuletzt wegen der guten personellen Ausstattung der Kemptener Staatsanwaltschaft und der grenzüberschreitenden Arbeit, die hier möglich sei. „Die Türen des Rathauses stehen immer offen“, lud Kemptens OB Thomas Kiechle die neuen Amtsträger ein, den bislang „immer höchst konstruktiven Austausch“ zwischen Justiz und Stadt auch weiterhin fortzuführen. Mit klassischen Klängen lieferte das Bläsertrio des Polizeiorchesters einen feinen und würdevollen musikalischen Rahmen. 

Christine Tröger

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