Erneuter Tierskandal

Landwirt im nördlichen Oberallgäu verstößt gegen Tierschutzgesetz

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Oberallgäu - Nach Bad Grönenbach jetzt auch das Oberallgäu: Das Veterinäramt schläferte sechs Rinder auf einem Hof im nördlichen Oberallgäu ein. Die Tiere befanden sich in einem solch schlechten Zustand, dass sie nicht mehr transportfähig waren.

Weitere 26 der insgesamt 94 Tiere des Betriebs befinden sich derzeit in Behandlung, vor allem wegen Klauenproblemen. Der Klauenzustand einiger Tiere war so schlecht, dass sie nicht mehr richtig fressen konnten und sich in einem „schlechten Fütterungszustand“ befinden. 

„Die Klauenprobleme standen als Bestandsproblem im Vordergrund“, erklärt das Landratsamt Oberallgäu auf Nachfrage des Kreisbote, ob noch weitere Gesundheitsmängel bei den Rindern zutage treten. Auch die hygienischen Zustände im Betrieb ließen zu wünschen übrig. 

Weil der Spaltenboden mit mehr als den unvermeidbaren Mistansammlungen verschmutzt war, waren die Klauen der Tiere zusätzlichen Belastungen ausgesetzt, so das Landratsamt. 

Bereits im Juni hatten Kontrolleure Verstöße gegen das Tierschutzgesetz auf dem Hof festgestellt. Die damaligen Auflagen: Der Landwirt sollte die Mängel beseitigen und erkrankte Tiere rechtzeitig dem Tierarzt vorstellen. Eine weitere Überprüfung im Juli habe gezeigt, dass der Bauer seine Hausaufgaben gemacht hatte. 

Dann hatten die Behörden einen anonymen Hinweis im Internet erhalten. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit schaltete sich ein. Warum die Tiere so vernachlässigt wurden, weiß das Landratsamt nicht. Für die Betriebsgröße sei ausreichend Personal auf dem Hof tätig gewesen. 

Im Moment werden sich die sechs getöteten Rinder seziert, genauere Erkenntnisse zu den Ursachen und dem Stand der Klauenerkrankung zu erhalten. Den Landwirt erwartet eine Anzeige. Über weitere Folgen konnte das Landratsamt zu Redaktionsschluss noch keine Angaben machen. 

Der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather beklagt im Zusammenhang mit dem Tierskandal in Bad Grönenbach immer wieder die schlechte Ausstattung mit Kontrolleuren. Im Oberallgäu sei es ähnlich, so das Veterinäramt: „Auch beim Veterinäramt Oberallgäu müssen immer mehr Aufgaben mit dem gleichen Personal, in den nächsten Monaten sogar mit weniger Personal bewältigt werden.“

Susanne Lüderitz

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