bfz unter neuem Dach

Gebäude "wachgeküsst"

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Herbert Loebe (Hauptgeschäftsführer der bbw Gruppe) und Silvia Becker (Standortleiterin bfz Kempten) freuen sich über die neuen Räume in der Keselstraße.

Kempten – „Ein Gebäude erwacht aus seinem Dornröschenschlaf...“ – Unter diesem Motto feierte die bbw Unternehmensgruppe Kempten mit den Tochtergesellschaften bfz, bbw, procedo by gps und gfi am Dienstagnachmittag in der ehemaligen Spinnerei und Weberei in der Keselstraße offiziell Eröffnung.

Eingezogen in sein neues Heim war das Unternehmen bereits Ende April (der Kreisbote berichtete).

„Wir sind überglücklich, dass wir das Gebäude wachküssen dürfen“, meinte Silvia Becker, Standortleiterin des bfz (Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft gemeinnützige GmbH) Kempten in ihrer Ansprache vor den zahl- reich erschienenen Gästen.

Extra zur Eröffnung nach Kempten gekommen ist auch Herbert Loebe, Hauptgeschäftsführer der bbw (Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft) Gruppe. Er habe bereits vor 31 Jahren einen Fuß in Kempten „reingesetzt“, als er mit dem Aufbau der Wirtschaftsorganisation hier beauftragt wurde. Mittlerweile habe sich ein Unternehmen entwickelt, das mit allen Altersgruppen der Gesellschaft beschäf- tigt sei und ein mehr oder weniger komplettes Dienstleistungsangebot habe. „Wir wollen Menschen wieder ins Arbeitsleben bringen und Veränderungen in Betrieben begleiten und die Mitarbeiter entsprechend schulen“, zählte er einige Tätigkeitsfelder der bbw Gruppe auf.

OB Thomas Kiechle bezog sich in seiner Ansprache auf das Motto und meinte, dass nicht nur ein Gebäude, sondern ein ganzes Quartier aus dem Dornröschenschlaf erwacht sei. Dank Investitionen sei eine Nachnutzung der alten Spinnerei und Weberei ermöglicht worden. „Die Sozialbau hat das Industriedenkmal gekauft und mustergültig saniert und so konnte das alte Gebäude nun mit modernen Nutzungen in Einklang gebracht werden.“ Auf rund 1700 Quadratmetern habe das bfz eine neue Heimat gefunden. Kiechle lobte die Arbeit des bfz, das Menschen zur Hilfe komme. „Das ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Bildungswelt.“

Auch Landrat Anton Klotz lobte das bfz. Dessen Leitbild „Wir eröffnen Perspektiven“ habe in den letzten Jahren zu Erfolg geführt. In der ehemaligen Spinnerei seien nun Räume geschaffen worden, die einen besonderen Charme haben, befand er. „Aus alt-ehrwürdigem Handwerk wurde ein Bildungs- und Kompetenzzentrum.“ Das bfz biete ein breitgefächertes Bildungsangebot und arbeite nach dem Motto: „Chancen nutzen, statt sie zu verschenken“. Solche Einrichtungen wie das bfz hätten eine „große soziale Bedeutung“, da sie unter anderem auch junge Menschen so qualifizieren, dass sie in einen guten Beruf gebracht werden können.

Ein Denkmal anzupacken sei eine nicht leichte und umfassende Aufgabe, erläuterte Herbert Singer, Geschäftsführer der Sozialbau. Wichtig für solch ein Projekt sei die Symbiose mit dem späteren Nutzer und so sei die Sanierung nur möglich geworden, da das bfz „als Ankermieter“ gewonnen werden konnte. Voraussichtlich wird auch noch eine zweite Bildungseinrichtung in das Gebäude einziehen, mehr wollte Singer allerdings noch nicht verraten.

„Leben und lernen am Fluss wird inspirieren“, ist er sich sicher. Für Singer ist das denkmalgerecht sanierte Gebäude nun ein schöner Kontrast zum benachbarten modernen Wasserkraftwerk des AÜW. Dennoch sei es eine der anspruchsvollsten Baustellen gewesen, „die wir in den letzten Jahren hatten“.

Dass die Sanierung der ehemaligen Spinnerei nicht einfach war, wurde deutlich, als Singer über die rund eineinhalbjährige Bauphase sprach. „Alle Decken mussten bis zu 25 Zentimeter angehoben werden, da sie sich durch die schweren Webstühle über die Jahre abgesenkt hatten.“ Mit dem Ergebnis zeigte er sich sehr zufrieden: „Das Gebäude hat 170 Jahre auf dem Buckel und ist jetzt wieder topfit für die Zukunft.“ Insgesamt seien 3850 Quadratmeter Nutzfläche entstanden. Fünf Millionen Euro habe die Sozialbau bereits investiert, insgesamt werden sich die Investitionen in diesem Quartier laut Singer auf neun Millionen Euro belaufen.

Nach den offiziellen Ansprachen gaben drei junge Damen, die einen Berufsvorbereitungskurs besucht hatten, einen Song über das bfz auf die Melodie von Helene Fischer’s „Atemlos“ zum Besten. Für gute Laune sorgten einige Afrikaner, die an einem Asyl-Deutschkurs im bfz teilge- nommen hatten. Sie trommelten und tanzten und sangen unter anderem: „Ich bin Ausländer und spreche nicht gut Deutsch.“

Den ganzen Nachmittag über standen die Mitarbeiter in den neuen Räumen für Fragen und Besichtigungsrundgänge zur Verfügung. Weitere Informationen zu den Angeboten des bfz Kempten gibt es im Internet unter www.ke.bbwbfz-seminare.de.

Melanie Läufle

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