Sprichwörter amüsant erklärt

Warum wir wie die Römer reden

Kempten – Sie begegnen uns jeden Tag, ohne dass wir ihnen große Aufmerksamkeit schenken.

Die Rede ist von den "geflügelten Worten", Redewendungen und Sprichwörtern. „Eulen nach Athen tragen“, „Mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen“ oder „Mit dem linken Fuß aufstehen“ sind nur wenige Beispiele von vielen Rede- wendungen, von deren Herkunft wir oftmals keine Kenntnis haben.
Was wir selbst nicht wissen, das bringt uns das Duo "Streifenhörnchen" mit dem studierten Pianisten und Theatermusiker Franz Tröger, sowie dem Entertainer, Autor und studierten Historiker Rolf-Bernhard Essig humorvoll näher.
Zu Gast mit ihrem Programm "Super Moneten und minimales Mobbing" waren beide in dieser Woche im Rahmen des APC-Sommers 2014 in den kleinen Thermen. Trotz kühler Temperaturen wärmte das Programm das Duos alsbald das interessierte Publikum auf. In Anspielung auf den äußeren Rahmen der Veranstaltung verwies der als „Sprichwortpapst“ aus Funk und Fernsehen bekannte Entertainer Rolf-Bernhard Essig auf die antike, respektive römische Herkunft, der beiden Wörter „Moneten“ und „Mobbing“. Dabei verpackt er seine kabarettistisch dargebotene Etymologie der Redensarten höchst amüsant und stets sprachwissenschaftlich korrekt. In kurzweiliger Manier erklärt Rolf-Bernhard Essig den Zuschauer wie aus dem lateinischen „Moneta“, Beiname der Göttin Juno – Schutzpatronin der Münzen, das umgangssprachliche Wort „Moneten“ geworden ist. Verblüffend, wie er in diesem Zusammenhang auf verwandte Worte im Deutschen, als auch in anderen Sprachen hinweist. Schließlich findet sich „Moneta“ nicht nur im deutschen „Moneten“, sondern zudem im englischen „Money“ und im französischen „Portmonaie“ wieder. Dass Rolf-Bernhard Essig mit seinem schier unerschöpflichen Wissen über die Herkunft der Redensarten sein Publikum nicht überfordert, dafür sorgt sein Partner Franz Tröger. Franz Tröger ist Deutschlands vielleicht einziger Spieluhrmusiker. Auf der spielt er seine selbstkomponierten Balladen, Ouvertüren, Redensartensongs und Fluchkanons. Dazu dreht er an einer Spindel ein gelöchertes „Notenblatt“ durch seine Spieluhr und verrät schelmisch , dass die Länge der Papierrolle etwas über die Länge des Stückes verrät. Tröger ist der „Schalk“ der beiden, der mit seinem musikalischen Darbietungen und trockenen Bemerkungen den Etymologie-Experten Essig „zurück auf diesen Planeten“ holt. Dieses Doppel, bei der Rolf-Bernhard Essig „von der Grundlinie die ganz langen Bälle spielt“, während Franz Tröger „vorne am Netz“ die Reaktionen der Zuschauer retourniert macht den Charme ihres Kleinkunstprogrammes „Super Moneten und minimales Mobbing“ aus. Zum Ende dürfen die Zuschauer Rolf-Bernhard Essig über Redensarten „Löcher in den Bauch“ fragen, die der „Sprichwortpapst“ alle beantwortet. Chapeau!

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