Erste kleine Schritte

Wohin geht die Reise der Museen? Zumindest einen Masterplan für APC und Zumsteinhaus gibt es jetzt. Foto: Matz

Etwas Bewegung hat der Schul- und Kulturausschuss in das neue Museumskonzept (der KREISBOTE berichtete mehrfach) gebracht. Thema in der vergangenen Woche waren die Masterpläne des Archäologischen Park Cambodunum (APC) und des Zumsteinhauses.

APC: Erste kleine Schritte des bis 2020 durchgeplanten Maßnahmenkatalogs sollen noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Wie Kulturamtsleiter Dr. Gerhard Weber ausführte, soll demnach schon bald ein Rundweg über das geschichtsträchtige Gelände mit seinen zahlreichen Relikten führen, zu dem es eine erklärende Broschüre geben werde. Per „Georadar“ sollen unterirdische Strukturen der Anlage ausfindig und sichtbar gemacht werden. Ebenfalls heuer soll das Äußere des Tempelbezirks angegangen werden, an dessen „Attraktivierung der Ausstellung“ im kommenden Jahr gearbeitet werde. Neue Infotafeln als Erklärungshilfen oder Malereien an den Fassaden bestehender Häuser, die ehemalige Gebäude in der „dritten Dimension“ sichtbar machen, sind nur einige weitere Punkte. Ab 2013 soll in Etappen ein Römerspielplatz den APC bereichern. Noch in weiter Ferne schwebt der Bau eines Römermuseums, der erst für das Jahr 2019 geplant ist. „Etwas kühn vielleicht“, wagte Weber dazu als Anregung die Vision eines Parkhauses beim Bayerischen Hof mit einem Museum. „Viel touristisches Potential“ sah Andreas Kibler (CSU) in dem neuen Konzept und bat darum „kleine Punkte recht zügig anzugehen“. „Sehr attraktiv“ befand Hildegard Greiter (CSU), verbunden mit dem Wunsch, dass aus den Schritten „keine Schritterln werden dürfen“. Dass sich „der Aufwand lohnt“, betonte Thomas Kiechle (CSU). Anders sah das Erna-Kathrein Groll von den Grünen, die alles „mit gutem Augenmaß“ angegangen haben wollte und keinen Bedarf für einen Museumsbau erkennen konnte. Den zweifelte auch Lothar Köster (SPD) an, dem die gesamte Investitionssumme in Höhe von „neun Millionen Euro über zehn Jahre schon eine gewaltige Summe“ erschien. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) hielt die Planungen für einen „Quantensprung“. Es gehe darum, „das Konzept einer Römerstadt nachvollziehbar erlebbar“ zu machen. Zumsteinhaus: An Visionen für eine künftige Nutzung des Zumsteinhauses mangelt es nicht, wie aus dem Vortrag von Museumsleiterin Ursula Winkler hervorging. Um „eine Hausnummer“ bezüglich der Kosten zu haben, so Netzer, wurde deshalb mit einer Gegenstimme beschlossen, dem Haupt- und Finanzausschuss zu empfehlen, Mittel für die Vorausplanungen nächstes Jahr zur Verfügung zu stellen. Laut Winkler soll das Haus künftig im wesentlichen drei Funktionen erfüllen: Eine zusätzliche Anlaufstelle für Touristen für die „Erstversorgung“ mit Informationen. Eine „Zentrale“ an der die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt dargestellt werden. Eine Schausammlung zum Thema „Doppelstadt“. Dafür müsse das Haus „denkmalgerecht, kostengünstig und funktionstüchtig“ umgestaltet werden. Als „große“ Lösung biete sich der Bau eines Pavillions im Zumsteingarten an sowie die Einbeziehung des Waschhauses und des auszubauenden Dachgeschosses im Haupthaus. Auf breite Gegenliebe stieß die Variante Pavillon bei den Ausschussmitgliedern. Während Kiechle „ungeahnte Chancen für den Städtetourismus“ hervorhob, sah Kibler gar einen „Mehrwert“ für die Festwochenbesucher, weshalb für ihn nur ein „Ausbau mit Pavillon und Dachgeschoss“ Sinn mache. Michael Hofer (ödp) mahnte dringlichere Probleme an: Der Umbau des Allgäu Gymnasiums und die Kindertagesstätten seien „aus dem gleichen Topf“ zu finanzieren. Alexander Hold (FW) betonte, dass die Museumslandschaft Teil der Bildung sei.

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