Der erste Schritt ist gemacht

Den Senioren ein abwechslungsreiches, möglichst barriere- und sorgenfreies sowie angenehmes Leben zu ermöglichen, ist ein Ziel des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts, das in Kempten erarbeitet werden soll (der KREISBOTE berichtete). „Wir werden uns mehr als ein Jahr in verschiedenen Abschnitten mit den Themen beschäftigen“, erläuterte Projektleiter Karlheinz Frick. Das Konzept ist ein Teil des strategischen Zieles „Kempten – demographische Entwicklung bewältigen“. Der „Startschuss“ fiel im Rahmen des ersten Treffens des Begleitgremiums am Dienstag vergangener Woche im Haus der Senioren.

In vier Workshops sollen nun in verschiedenen Themenkomplexen Grundlagen für das Konzept erarbeitet werden. Zum ersten Handlungsbereich gehören die Orts- und Entwicklungsplanung, Mobilität und Sicherheit im Alter. „Eine hindernisarme Umgebung kommt allen zugute, nicht nur den Senioren“, so Frick. Der zweite Themenkomplex umfasst das Wohnen im Alter, was der Projektleiter als zentrales Handlungsfeld bezeichnete: „Die Senioren sollen die Möglichkeit haben, möglichst lange zu Hause zu bleiben“, erklärte Frick: „Dazu gehören Wohnraumberatung und ein barrierefreier Wohnort.“ Des weiteren zählen die Ernährung und haushaltsnahe Dienstleistungen zum zweiten Themenbereich. Gerade für die älteren Bürger sei es wichtig, dass Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten vor Ort bestehen, stellte Frick klar. Dazu sollen die verschiedenen Stadtteile angeschaut werden. Prävention, bürgerschaftliches Engagement und gesellschaftliche Teilhabe bilden Themenkomplex III. Der vierte Handlungsbereich besteht aus Kooperation, Vernetzung, Steuerung, Beratung und Information. „Neben diesen vier Bereichen gibt es noch themenübergreifende Handlungsfelder wie Betreuung und Pflege, Unterstützung pflegender Angehöriger, Angebote für besondere Zielgruppen, Hospiz und Palliativversorgung und fi- nanzielle Situation im Alter“, so der Projektleiter. Die Aufgabe des Begleitgremiums ist, Anregungen zu sammeln und aufzunehmen. Das sei eine Chance für alle, betonte Frick. Vorarbeit haben jüngst beim Tag der Senioren einige Studenten der Hochschule unter der Leitung von Professor Dr. Johannes Zacher, der der Steuerungsgruppe des Konzepts angehört, geleistet. Sie befragten rund 120 ältere Menschen zum Beispiel nach ihren Aufenthaltsorten in Kempten. Die Workshops zu den einzelnen Themenkomplexen finden am 25. Juni, 1. Oktober, 24 November und im Frühjahr 2011 statt. Die Diskussionen sollten laut Sabine Wenng von der Bertelsmann-Stiftung die ganze Bandbreite der Senioren von 55 bis 100 Jahren abdecken. „Die ganze Breite der Altersbilder muss erfasst werden“, so Wenng. Zudem riet sie, dass man bei all den Maßnahmen auch immer den Blick auf die „Hochaltrigen“ (80 Jahre und älter) werfen müsse. Ebenso sollte es ihrer Meinung nach für Männer andere Angebote geben als für Frauen. Anhand einer Statistik der Bertelsmann-Stiftung machte sie den Anwesenden der Auftaktveranstaltung klar, dass in Kempten ein im Vergleich „extrem hoher Anteil“ an Pflegebedürftigen bestehe, die stationär versorgt werden (41 Prozent aller Pflegebedürftigen). Aufbauend auf den Fakten und Ideen der Mitglieder des Begleitgremiums und einer Steuerungsgruppe, soll nun ein Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für Kempten erarbeitet werden. Klare Sicht Bürgermeister Josef Mayr (CSU) verspricht sich davon eine klare Sicht der Dinge, wo die Verantwortung der Stadt in diesem Bereich in Zukunft liegt. Christine Weixler, Leiterin des Amts für Senioren- und Wohnungsfragen, erläuterte, „was die Stadt für Senioren bereits anbietet“. So gibt es neben „ihrem“ Amt noch das Amt für soziale Leistungen und Hilfen (Sozialamt), den Behindertenbeirat, den Beauftragten des Stadtrats für Senioren, Behinderte und Heime, Lothar Köster (SPD), das Mehrgenerationenhaus in St. Mang, die Broschüre „Älter werden in Kempten“, den Tag der Senioren, einen Begrüßungsnachmittag für neu zugezogene und die Pflegeplatzbörse im Internet.

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