Anbau ersetzt Pavillon

Bei Schulen keine halben Sachen

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Die Tage des Pavillons am Hildegardis-Gymnasium sind gezählt. Ab dem nächsten Sommer soll er durch einen Anbau ersetzt werden.

Kempten – Geht es um die Kemptener Schulen, mögen die Stadträte keine „halben Sachen“: Gegen den Willen der Verwaltung sprach sich Schul- und Kulturausschuss am Montag mehrheitlich für einen umfangreichen Anbau an das Hildegardis-Gymnasium als Ersatz für den Pavillon aus.

Die von den Räten favorisierte Lösung kostet zwar rund eine halbe Million Euro mehr als die von der Verwaltung vorgeschlagene, wird aus ihrer Sicht aber den Bedürfnissen der Schule eher gerecht.

„Bei Kindergärten und Schulen geht 'etwas g`scheit machen' vor“, forderte Alexander Hold von den Freien Wählern, und so wollten sich die Stadträte denn nicht lumpen lassen und sprachen sich für die intern als „große Lösung“ bezeichnete Variante aus.

Diese sieht laut Schulreferent Benedikt Mayer für drei bis 3,3 Millionen Euro einen Anbau mit Aula (440 Quadratmeter) und Mehrzweckraum anstelle des oft kritisierten Pavillon vor. Dadurch könnten im bisherigen Theatersaal/Mehrzweckraum im Untergeschoss (UG) zwei Klassenräume und ein Gruppenraum entstehen. Zum Hauptgebäude angrenzend entstünde eine Treppenanlage, wodurch ein Kollegraum wegfällt. Im Erdgeschoss (EG) würde der Haupteingang und ein Klassenzimmer entfallen, dafür könnte aber an dieser Stelle der Raum für die Bücherei geschaffen werden. Ein weiterer Klassenraum entfällt im EG durch den Bau der Treppe. Dafür bekommt das EG einen Raum für den Pausenverkauf. Im 1. OG entstehen aus der Bibliothek zwei weitere Klassenräume und ein Büro für Mitarbeiterin des Sekretariats. Der Netto-Raumgewinn für das „Hilde“ betrüge demzufolge zwei Klassenzimmer, eine Aula und ein Büro.

Die von der Verwaltung bevorzugte „kleine Lösung“ sieht zwar ebenfalls einen 2,5 bis 2,8 Millionen Euro teuren Anbau anstelle des Pavillons vor, allerdings ohne Mehrzweckraum. Der bisherige Theatersaal/ Mehrzweckraum würde auch künftig bestehen bleiben. Zum Hauptgebäude angrenzend entstünde eine Treppe, was zum Wegfall eines Kollegraums führt. Im EG würden der Haupteingang und ein Klassenzimmer wegfallen, dafür könnte dort eine Bücherei entstehen. Durch den Bau einer Treppe müsste ein weiterer Klassenraum gestrichen werden, im Gegenzug gebe es Platz für einen Pausenverkaufsraum. Im 1. OG würde die Bibliothek aufgelöst werden, um zwei Klassenzimmer und einen Büroraum einzurichten. Netto-Raumgewinn: ein Büro.

Durch eine aufwändige Raumrochade – die etwa 500 000 bis 700 000 Euro zusätzlich kosten würde – könnten darüber hinaus bei beiden Varianten sechs weitere Klassenräume, ein Kursraum und drei Büros entstehen.

Da die Zahl der Schulkinder künftig sinken werde, reicht aus Sicht der Verwaltung die „kleine Lösung“, wie OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) erklärte. „Daher plädiere ich dafür, einen Schritt nach dem anderen zu machen.“

Die Stadträten zweifelten aber ebenso an den Vorteilen der „kleinen Lösung“ wie das anwesende Lehrerkollegium der Schule. „Wir brauchen mehr Klassenräume“, forderte Schulleiterin Renate Börner. „So fehlen mir drei Unterrichtsräume.“ CSU-OB-Kandidat Thomas Kiechle warnte ebenfalls: „Wir sollten nicht zu kurz springen.“ Für die „große Lösung“ plädierte auch Hildegard Greiter (CSU), da diese für die Zukunft mehr Möglichkeiten offen lassen: „Diese Lösung ist zukunftsfähiger“, betonte sie. SPD-Stadtrat Lothar Köster zweifelte dagegen das Gelingen der Raum-Rochade an. „Ob die klappt, ist offenbar noch nicht klar“, sagte er, und Michael Hofer (UB/ödp) bezeichnete die favorisierte Variante als „legitim und sinnvoll“.

Lediglich Erna-Kathrein Groll und Carolin Brög (beide Grüne) sprachen sich für die günstigere Lösung aus.

Nun drängt die Zeit: Bis zum 30. September muss der FAG-Antrag bei der Regierung von Schwaben eingereicht werden. Der Haupt- und Finanzausschuss muss dann im Herbst im Zuge der Haushaltsberatungen das nötige Geld bewilligen. Die Zustimmung der Regierung zum Bau wird für April/Mai 2014 und im Sommer könnte der Umbau beginnen. Der Anbau des Aula- Gebäudes ist schließlich für 2015 vorgesehen.

Matthias Matz

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