Groß und Klein näher zusammenbringen

Hand in Hand mit den Eltern

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Der Elternbeirat des „Haus für Kinder“ St. Hedwig: (v.l.) Elternbeiratsvorsitzende Rabea Weber, Monika Henze, Lilli Ringelmann, Antonia Komaristov, Irene Weiß und Carolin Straub.

Im Haus für Kinder St. Hedwig setzen sich die Pädagogen intensiv mit dem Thema Erziehungspartnerschaft auseinander.

Eltern spielen nicht nur für das Kind eine zentrale Rolle, sondern auch für die Arbeit einer Kindertagesstätte (Kita). Der Hauptauftrag einer Kita ist die familienergänzende Erziehung und Begleitung von Kindern. Eine vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit von Erziehern und Eltern ist für die Umsetzung dieses Anspruchs die wichtigste Basis.

Um solch ein Verhältnis zu schaffen, bedarf es gegenseitiger Unterstützung, Offenheit, Engagement, eines regelmäßigen Austausches und natürlich auch des Wunsches der Kooperation. Voraussetzung hierfür ist eine Beziehung zwischen Eltern und Pädagogen, welche geprägt ist von Verständnis, Vertrauen und gegenseitigem Respekt. Natürlich entsteht so ein Verhältnis nicht von alleine; vielmehr müssen die nötigen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden. Und einen umfassenderen Rahmen dafür möchte das Team vom Haus für Kinder St. Hedwig jetzt schaffen.

„Unsere Familien liegen uns sehr am Herzen. Jedes Jahr nehmen wir neue Bedürfnisse und Wünsche der Eltern wahr und wir sind stets darüber im Austausch, wie wir diese Wünsche erfüllen können bzw. wie wir unsere Elternarbeit noch weiter vertiefen können, um mit unseren Eltern diese wichtigen Jahre optimal und vor allem gemeinsam beschreiten können. Das setzt auch voraus, dass wir unsere Konzeption stetig aktualisieren und an den Bedürfnissen unserer betreuten Familien ausrichten,“ erläutert Kita-Leiterin Kathrin Platz.

Um die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern noch weiter zu vertiefen, wurde im Haus für Kinder St. Hedwig ein Konzept entwickelt, das die Eltern mehr in die täglichen Abläufe der Kita integrieren möchte.

„Damit sich die Eltern wirklich eingeladen und ernstgenommen fühlen, Ängste und Sorgen oder gar Hemmschwellen abgebaut werden, reicht es nicht aus sie mit Elternbriefen und Entwicklungsgesprächen über bestimmte Dinge zu informieren, nein, vielmehr müssen wir die Eltern zu uns einladen und uns und unsere pädagogische Arbeit für sie öffnen. Die Eltern sind für das Kind die wichtigsten Personen und das bedeutet im Kehrschluss für uns das gleiche, wenn es darum geht, das Kind optimal zu fördern. Wir haben ja das gleiche Ziel“, verdeutlicht Lukas Hartmann, stellvertretender Einrichtungsleiter.

Wie mehrfach berichtet, befindet sich das Haus für Kinder auf dem Weg zur Reggio-Pädagogik orientierten Einrichtung (der Kreisbote begleitet(e) dieses Prozess exklusiv). Diese Neuausrichtung brachte nicht nur pädagogische Veränderungen mit sich, sondern auch ein Konzept der Teilöffnung, in welche die Kinder nach der Eingewöhnungszeit eingeführt werden. Sobald sich die jüngsten Kindergartenkinder in der Öffnung sicher fühlen, bekommen nun auch die Eltern die Möglichkeit, ihre Kindern zusammen mit den Pädagogen zu bestimmten Zeiten im Tagesablauf zu begleiten. Beispielsweise dürfen sie an einen Morgenkreis, bei der Brotzeit oder bestimmten Projekten, Angeboten oder Aktionen innerhalb der Teilöffnung teilnehmen.

In der Kinderkrippe wird es ebenfalls eine Öffnung für die Eltern geben. Diese ist jedoch sensibel auf das junge Alter der Kinder abgestimmt. Aber auch hier möchte das Haus für Kinder St. Hedwig dieses einmalige Angebot bieten.

„Wir sind der Überzeugung, dass es sehr wichtig ist diesen Schritt zu gehen und freuen uns auf die Chancen und Möglichkeiten die daraus entstehen können“, so Karina Heddergott, Krippenerzieherin, und Sabine Dorn, Kinderpflegerin Krippe.

Es wird eine Elternwand entstehen, die von den Eltern und den Pädagogen gestaltet und ausgebaut werden kann. An dieser Wand werden im Vorfeld bestimmte Aktionen und Angebote angekündigt, zu denen sich die Eltern eintragen können. Den Pädagogen ist es dabei besonders wichtig, diese Termine rechtzeitig bekannt zu geben, damit auch berufstätige Eltern die Möglichkeit haben, einmal daran teilzunehmen. Natürlich bietet die Elternwand auch die Möglichkeit des Austausches von Ideen, beidseitigen Wünschen und auch verschiedener Materialien. Durch die von den Fachkräften pädagogische und didaktische Durchführung von Angeboten zu verschiedensten Entwicklungsbereichen, können sich die Eltern zudem auch Anregungen und Tipps holen, um gemeinsam mit ihren Kindern verschiedene Dinge daheim zu vertiefen bzw. aufzugreifen.

Die Pädagogen sind sich sicher, dass es für viele Eltern noch interessanter sein wird, ihre Kinder außerhalb des gewohnten Umfeldes daheim zu erleben. Im gemeinsamen Gespräch mit den Eltern, hören die Pädagogen immer wieder den Satz: „Wir sprechen von zwei unterschiedlichen Kindern“.

„In der Regel lässt sich dieses Phänomen von uns plausibel begründen, aber viel spannender ist es doch, wenn es die Eltern selbst und tatsächlich beobachten können und ihr Kind so von einer ganz anderen, teilweise sogar unterschätzten Seite kennenlernen dürfen“, meint Erzieherin Sabine Simon.

Die Eltern bekommen die Möglichkeit ihr Kind hautnah in einem sehr wichtigen Entwicklungsstadion erleben und begleiten zu dürfen. Dem Übergang von einem Lebensraum in einen anderen, bzw. deren Strukturen. Dieser Schritt ist für die Entwicklung eines Kindes von enormer Wichtigkeit und auch prägend.

Natürlich finden bereits viele Aktionen mit den Eltern im Haus für Kinder St. Hedwig statt. Es gibt unter anderem Elternkaffees, Familienausflüge, Kuchenverkäufe, Adventsaktionen, Infonachmittage -und Abende, Schultütenbasteln uvm. Viele Aktionen entstehen in Abstimmung mit dem Elternbeirat, der die Elternschaft vertritt, repräsentiert und damit eine wichtige Funktion als „Brücke“ zwischen Kita und Eltern schafft. Die Mitarbeiter im Haus für Kinder St. Hedwig freuen sich über einen sehr engagierten und offenen Elternbeirat und sind hoch motiviert für die gemeinsame und zukünftig noch engere Zusammenarbeit.

„Auch wir vom Elternbeirat freuen uns sehr über diese Entwicklung der Kita und möchten das gesamte Team des ‚Haus für Kinder‘ in der Umsetzung unterstützen. Dabei liegt es uns sehr am Herzen das ‚Wir-Gefühl‘ zwischen Eltern und Kita zu stärken und diese Verbindung mithilfe zahlreicher gemeinsamer Aktionen, Feste und hautnah Dabei-Sein zu stärken. Wir möchten den Alltag Kindergarten/Kinderkrippe für alle erlebbar machen und Groß und Klein näher zusammenbringen“, erläutert Rabea Weber, Elternbeiratsvorsitzende.  lh

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