Am Dienstag beginnt das neue Schuljahr

Bald hat uns der Alltag wieder

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Nicht nur die Schulsachen müssen vorbereitet werden, auch der Tagesablauf wird im Alltag wieder anders sein als während der großen Ferien. Da tut es gut, wenn der Übergang nicht zu plötzlich kommt.

Kempten/Sonthofen – Wer Schulkinder zuhause hat, kennt das: Während der Schulferien wird am Abend oft nicht so genau auf die Uhr geschaut, und am Morgen lassen sich viele erstmal Zeit mit dem Aufstehen. Doch am kommenden Dienstag beginnt das neue Schuljahr, und dann ist es vorbei damit.

Doch gerade die langen Sommerferien verführen dazu, dass man sich sehr an eine gewisse Unregelmäßigkeit gewöhnt hat. Dann gibt es in vielen Familien Ärger, wenn am letzten Ferientag die Schulsachen gesucht werden müssen und die Kinder nicht früh ins Bett wollen.

„Es ist gut, wenn Eltern sich ein paar Tage vorher überlegen, wie sie den Übergang in den Schulalltag möglichst positiv und stressfrei gestalten“, rät Klaus Klarer, Leiter der Psychologischen Beratungsstellen für Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung der Katholischen Jugendfürsorge in Kempten und Sonthofen. „Jedes Schuljahr ist ein Neubeginn und bietet die Chance, von vorne anzufangen. Und man kann bestimmte Fallen, in die man bei diesem Übergang geraten kann, vermeiden.“

Eine dieser Fallen sind für Erziehungsberater Klarer negative Botschaften. Er ist davon überzeugt, dass Sätze wie etwa „Nächste Woche geht der Ernst des Lebens wieder los“ bei den Kindern viel auslösen können. Besser sei es, über positive Erwartungen zu sprechen: Jüngere Kinder freuen sich vielleicht wieder auf die Schule, weil sie dann wieder ihr Lieblingsfach haben. Andere freuen sich auf die Freunde, die sie lange nicht gesehen haben. Klarer empfiehlt auch, dass Eltern jetzt nicht schon Leistungsanforderungen für das neue Schuljahr thematisieren sollten. „Kinder sollten das neue Schuljahr unbelastet angehen. Wenn man schon vorher Stress verspürt, ist das nicht hilfreich.“

Eine weitere Falle kann durch fehlende Strukturen entstehen, die nach den Ferien mit einem Schlag wieder vorhanden sein sollen. Klaus Klarer empfiehlt, das Familienleben schon einige Tage vor Schulbeginn auf den Schulalltag umzustellen. In der Praxis kann das heißen, gemeinsam mit den Kindern die Schulsachen in Ordnung zu bringen und die äußeren Strukturen wie etwa die Schlafenszeit oder abendliche Rituale langsam wieder in den üblichen Ablauf von Schultagen zu bringen. Der Erziehungsberater rät vor allem bei kleineren Kindern dazu, das Vorgehen nicht zu ausführlich zu thematisieren, sondern anzukündigen und dann danach zu handeln. „Mehr tun als erklären bewirkt oft viel.“ Im Ganzen gelte es, eine Balance zu finden zwischen der nötigen Vorbereitung und Umstellung auf die Schule und dem dennoch möglichen Auskosten der letzten Ferientage.

(kjf)

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