Der etwas andere Weg

Henri Maske, Sven Ottke, Axel Schulz – berühmte Namen, die wir aus dem Box-Sport kennen. Heute dienen sie vielen Nachwuchs-Boxern als Vorbilder. Und ihnen ist es unter anderem zu verdanken, dass das Boxen so populär, ja, sogar zum echten „In-Sport“ geworden ist.

Doch, um sich als Star fühlen zu können, muss man keinen berühmten Namen haben. Im Star-Box-Club Kempten spielen Namen keine große Rolle. Darauf legen Gerhard Bachl, Vorstandsvorsitzender des Vereins, und alle Gründungsmitglieder großen Wert. „Gerade junge Menschen brauchen ein Ziel, einen Sinn im Leben – eine Sache, für die sie sich engagieren können und die ihnen Erfolgserlebnisse verspricht. Und sie brauchen zudem das Gefühl akzeptiert, geachtet und ernst genommen zu werden“, ist sich Bachl sicher. Der Vorsitzende, der selbst lange Jahre als Kader-Boxer für Deutschland in ganz Europa unterwegs war und unzählige Kämpfe bestritten hat, weiß, wie er „seine Jungs und natürlich auch Mädels anpacken muss“. Ohne Fleiß kein Preis – dieses alte Sprichwort trifft beim Boxen immer noch zu. Wer Disziplin und Ehrgeiz besitzt – oder mit der Zeit entwickelt – wird auch bald Erfolge feiern können. Doch außer Disziplin und Ehrgeiz fordert und fördert das Boxen noch viele positive (Charakter-) Eigenschaften wie Ausdauer, Konzentration, Fairness, Mut, Zielstrebigkeit, die richtige Einschätzung des eigenen Könnens und die schnelle Reaktion auf unterschiedliche Situationen. Boxen ist sowohl ein Individual- als auch ein Teamsport. Im Ring ist jeder auf sich alleine gestellt, muss blitzschnell entscheiden und reagieren können. Und doch kämpft jeder für die gesamte Mannschaft. Beim Boxen ist Integration gefragt, Nationalität und Herkunft spielen hier keine Rolle: alle sind gleichgestellt und doch individuelle Persönlichkeiten. Dabei zählt für den Star-Box-Club nicht nur die sportliche, sondern auch die schulische Leistung der Jugendlichen, die eigens unterstützt und gesponsert wird, zum Beispiel durch kostenlose Nachhilfe-Stunden in der „Paukkammer“. Für dieses vorbildliche Engagement wurde der Star-Box-Club auch vor kurzem im Rahmen der Aktion „Quantensprung 2010 – Vereinsarbeit im nächsten Jahrzehnt“ ausgezeichnet. Sämtliche Vereine aus Bayern, die durch soziale, integrative oder innovative Projekte Jugendliche für Sport begeistern und dabei deren soziale Kompetenz stärken, konnten sich bei dieser Aktion bewerben. Wichtig für Fitness Ein weiterer, wichtiger Aspekt sollte nicht außer Acht gelassen werden: „Boxen trainiert wie kaum eine andere Sportart den ganzen Körper,“ bestätigt Anette Dreyer, 2. Vorsitzende des Vereins, „es bietet Ausdauer- und Krafttraining, vermittelt Beweglichkeit und allgemeines Wohlbefinden.“ Dreyer trainiert selbst schon einige Zeit „Tae Boe“, das so genannte Fitness-Boxen – und das kann sie allen Frauen (und natürlich auch Männern) nur empfehlen. Eine kostenlose Trainings-Schnupperstunde ist jederzeit möglich. Weitere Informationen dazu gibt es unter der Telefonnummer 0831/97788. Da sich der Boxsport immer größerer Beliebtheit erfreut, wächst auch die Mitgliederzahl des Star-Box-Clubs stetig. Obwohl erst 2008 mit gerade mal 12 Interessierten gegründet, zählt der Club mittlerweile bereits über 40 Mitglieder. Das „Zugpferd“ des Vereins, Sergej Lerke, hat bereits 75 Kämpfe im „Weltergewicht“ bestritten und dabei nur siebzehn Niederlagen einstecken müssen. Sein Bruder Oleg Lerke ist ihm dicht auf den Fersen. Alle anderen aktiven Boxer trainieren fleißig, um den Lerke-Brüdern nachzueifern. Außerdem sollen noch weitere Frauen- und Herren-Mannschaften aufgebaut werden. Die beiden Trainer Oleg Krop und Horst Springmann brauchen also dringend Verstärkung. Wer sich berufen fühlt zum Box-Trainer, sollte sich mit dem Verein in Verbindung setzen. Zudem wird auch die Ausbildung vom Verein übernommen. Die angehenden Box-Stars können am kommenden Samstag, 24. April, ab 20 Uhr in der Allgäu-Halle bewundert werden. Dann bestreiten sie, mit Unterstützung der Box-Clubs aus Kaufbeuren und Memmingen, die Wettkämpfe gegen den BC Weißenburg, den 2. Bayerischen Meister. Im Juli soll außerdem ein Integrationssportfest stattfinden mit Fußball-Turnier und Agility-Biathlon.

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