"Es ist ein Experiment"

„BigTiK“ heißt die schlagende Neuheit in der Spielsaison 2009/2010, die zwei Tage vor der Vorstellung des neuen klassikBOX-Programms bereits im Theater in Kempten (TiK) präsentiert worden war (siehe eigener Bericht). Schließlich handelt es sich um eine Kooperation zwischen den beiden Häusern. Und die „rundet das hochqualitative Angebot des TiK und der klassikBOX optimal ab“, freute sich Christof Feneberg, Geschäftsführer der bigBOX. Statt immer nur die Konkurrenz zu sehen, werde durch die schon länger anvisierte Zusammenarbeit deutlich, dass sich beide Angebote ergänzen, begrüßte auch der künstlerische Direktor des TiK, Peter Baumgardt, das neue Miteinander.

„Es ist definitiv ein Experiment, aber wir freuen uns darauf“, meinte Feneberg, der die Ursprungsidee Kemptens OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) zuschrieb. 25 Prozent Rabatt erhalten Abonnenten, die aus insgesamt zwölf Konzerten und (Musik-)Theatern ihre sechs Favoriten auswählen können. Fortsetzen wolle man in der zweiten vollwertigen Saison die Zusammenarbeit mit den Münchner Symphonikern, die sich als „ausgesprochen erfolgreich erwiesen hat“, wie er betonte. Das Publikum identifiziere sich mit „seinem Orchester in Residence“, geriet der Bereichsleiter Klassik, Karlheinz Zierold, über die gute Resonanz geradezu in Schwärmen. Bestätigung erhielt er vom Intendant des Orchesters, Hans Brünig, der im ersten Jahr einen „festen Stamm“ an Zuhörern bemerkt habe. Nie vergessen werde er auch die beiden Kinderkonzerte, bei denen zweimal „die Hütte voll mit begeisterten Kindern“ gewesen sei. Das Angebot soll es laut Zierold auch in der kommenden Saison wieder geben, mit welchen Stücken sei allerdings noch offen. Das Orchester aus München wird außerdem fünf der insgesamt sieben Abendkonzerte in der klassikBOX bestreiten. Neben Musik von Brahms, Bruckner oder auch dem seit „Jenseits von Afrika“ wohl bekannten Klarinettenkonzert von Mozart, wie Zierold anmerkte, liegt ein Schwerpunkt auf den Werken Ludwig van Beethovens, dessen Werke zwei der Abende füllen sollen. Unter anderem wird seine Sinfonie Nr. 9 – laut Zierold mit 140 Musikern und Sängern auf der Bühne – zu hören sein. Und auch die „Last Night – Summer Proms in der klassikBOX“ wird es wieder geben. Nicht nachvollziehen konnte Feneberg hingegen die Diskrepanz zwischen der Kartennachfrage für die Münchner Symphoniker und der Bruckner Akademie, deren Konzert für den 18. April nur wenige Stunden nach der Vorstellung des neuen Programms mangels Nachfrage abgesagt wurde. Dessen ungeachtet solle es beim Osterkonzert 2010 einen neuen Versuch mit der Bruckner Akademie geben. Insgesamt zeigten die leicht steigenden Verkaufszahlen für das Klassikprogramm allerdings, dass das Angebot stimme, zeigte sich Feneberg zufrieden. Auch „das Einzugsgebiet wächst“ und reiche mittlerweile deutlich über das Allgäu hinaus.

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