Nachhaltiges Facelifting

Pläne zur städtebaulichen Sanierung des südlichen Adenauerrings vorgestellt

Kempten – Im Jahr 2011 wurden die beiden bis dato in Kempten verbliebenen Bundeswehrstandorte Artillerie-Kaserne und Sanitätsfachzentrum im Haubensteigweg geschlossen.

Während konkrete Ergebnisse einer Konversion beim Gelände der Artillerie-Kaserne nicht vorliegen, sind die Dinge auf der Konversionsfläche des ehemaligen Sanitätsfachzentrums bereits weiter fortgeschritten. Um die Ergebnisse der Voruntersuchungen zur späteren Umsetzung öffentlich bekanntzugeben, lud das Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Kempten in Person von Dr. Richard Schießl und Dagmar Lazar, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung, Anfang der Woche Anwohner und Vertreter der Presse ein.

Wie bei anderen Sanierungsgebieten in der Stadt war auch beim Sanitätsfachlazarett zuvor eine Bestandsanalyse vorgenommen worden. Das Areal des südlichen Adenauerrings punktet mit seiner Nähe zur Innenstadt, mit einer guten Durchgrünung und einem alten Baumbestand wie in der CalgeerParkanlage. Nachteilig ist die an dieser Stelle hohe verkehrliche Belastung. Schmale Bürgersteige mit zum Teil nur 1,50 Metern Breite und eine schwierige Überquerung der stark befahrenen vier Fahrspuren des Adenauerrings schlagen negativ zu Buche. Ebenso verfügen die Bushaltestellen am Ring über zu wenig Aufenthaltsflächen für Schüler. Die folgenden Zielvorgaben hatte sich die Stadt zur Sanierung des Areals vorgenommen: 1. Verbesserung der Durchwegbarkeit des Gebietes und dessen Anbindung an die Umgebung, 2. Verbesserung der Verkehrssicherheit im Bereich des Adenauerrings mit einer Neuordnung der angrenzenden Bebauung, 3. Aufwertung der Calgeer-Parkanlage als innerstädtische Grünfläche und 4. Entwicklung einer adäquaten Nachnutzung für das Grundstück des Fachsanitätszentrums. 

Teilweisen Vollzug kann man bei der Nutzung des ehemaligen Hauptgebäudes des Fachsanitätszentrums vermeldet werden. Dort saniert die Sozialbau das bestehende Gebäude und vermietet bereits an Studenten. Im ehemaligen Bundeswehrgebäude entstehen derzeit 53 Familienwohnungen und 45 Studentenappartments. Ebenfalls unter Dach und Fach ist die Nutzung des Eckhauses Adenauerring/Haubensteigweg. Hier ist eine Arztpraxis eingezogen. Grundsätzlich hatte die Stadt vier Konzeptalternativen für das gesamte Areal entwickelt. Zum einen den maximalen Erhalt, zum zweiten eine Erweiterung des Calgeerparks, drittens eine Aufwertung des Adenauerrings oder viertens eine Unterführung des Adenauerrrings mit darüberliegenden Bauflächen. Allerdings bestätigten Tim Koemstedt und Dagmar Lazar, dass letztere Variante bereits hinfällig ist. Eine Rahmenplanung der Stadt für das Gebiet sieht vor, dass es mittelfristig zu einer Neuordnung des Wohngebietes mit Lärmschutz entlang des Adenauerrings kommen soll. 

Die Geh- und Radwegesituation entlang des Rings soll verbessert und die Querungsmöglichkeiten ausgebaut werden. Die Schulwegsituation und der Aufenthalt an den Bushaltestellen soll sicherer werden, die Durchwegung des Areals ausgeweitet und die Calgeer-Parkanlage so aufgewertet werden, dass für Besucher eine deutlich bessere Aufenthaltsqualität entsteht. Ein Maßnahmenpaket sieht als Ordnungsmaßnahmen eine Konzeptentwicklung für den Straßenbau und einen Grunderwerb von Flächen des FSZs vor. Mit einer Erschließungsmaßnahme soll ein Straßenumbau des Adenauerrings insbesondere im Kreuzungsbereich des Rings mit dem Haubensteigweg vorgenommen werden. Eine angedachte Verschwenkung der Fahrbahn soll mehr Platz für Geh- und Radwege schaffen. Eine weitere Erschließungsmaßnahme sieht die Schaffung einer Platzfläche u.a. als Vorplatz für das Gymnsium vor. Auch der Haubensteigweg soll einen Straßenumbau mit neuen ÖPNV-Haltestellen erhalten. 

Für die Wohngebiete am Adenauerring auf Höhe der Einmündungen Schleihengasse und Gielsbergstraße sieht die Stadt langfristig eine Neuordnung der Bebauung mit Lärmschutz und mehr Durchgrünung vor. Hierzu werden als Maßnahmen sowohl ein städtebauliches Konzept und im Anschluss ein Bebauungsplan erstellt. Zum letzten Punkt gab es Meldungen beunruhigter Bürger, die befürchten, Haus oder Wohnung in den betroffenen Wohngebieten zu verlieren. „Gibt es am Ende gar eine Enteignung?“, wollte eine Hausbesitzerin wissen. Koemstedt aber beschwichtigte und versprach, zu gegebener Zeit einvernehmliche Lösungen mit allen Anwohnern zu finden. 

Jörg Spielberg

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