Eine Umweltspur für die Bahnhofstraße 

Fahrradbegeisterte demonstrierten für die Umwidmung jeweils einer Fahrspur in beiden Richtungen 

Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich etwa 50 bis 80 fahrradbegeisterte Bürgerinnen und Bürger mit ihren Fahrrädern am Hildegardplatz ein, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen
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Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich etwa 50 bis 80 fahrradbegeisterte Bürgerinnen und Bürger mit ihren Fahrrädern am Hildegardplatz ein, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen.

Kempten – Die Bahnhofstraße soll fahrradfreundlicher werden. Unter dem Motto „Umweltspur Bahnhofstraße jetzt!“ fand vorletzten Freitag eine Fahrraddemonstration „Radeln for Future“ des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Kempten und von Fridays for Future Kempten in der Innenstadt, unter Einhaltung der vorgeschriebenen Pandemie-Hygienemaßnahmen, statt. Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich etwa 50 bis 80 fahrradbegeisterte Bürgerinnen und Bürger mit ihren Fahrrädern am Hildegardplatz ein, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. So soll jeweils eine Spur der Bahnhofstraße zwischen Forum Allgäu und Hochschule in beiden Richtungen in eine Umweltspur für Radfahrer und Linienbusse umgewidmet werden. 

„Wir fordern mehr Platz für das ökologische Verkehrsmittel und ein sicheres Radwegenetz“, erklärte Josef Böck vom ADFC. „Ein Parkplatz bietet Platz für acht bis zehn Fahrräder.“ Es gebe bis jetzt keine durchgängige Verbindung von der Hochschule zum Forum, sondern „nur Flickwerk“. Eine Veränderung der Bahnhofstraße brauche keine großen Umbaumaßnahmen, ergänzte Peter Walcher, ADFC. „Es muss nur die Beschilderung angepasst werden.“ Zudem sei für die aktuelle Verkehrsdichte keine vierspurige Fahrbahn notwendig, betonte er. In einem Forderungspapier, das die Initiatoren vor Beginn der Rad-Demo an OB Thomas Kiechle übergaben, appellierten sie für mehr Gerechtigkeit für alle Verkehrsteilnehmer. Sie sehen dringenden Handlungsbedarf in den Bereichen Verkehrssicherheit und Infrastruktur für Fahrradfahrer. Eine Umweltspur, die nur von Linienbussen und Radfahrern be- fahren werde, würde ein schnelles und sicheres Fahren unterstützen.

Anfang Mai steht die in Teilen geforderte Umwidmung der Bahnhofstraße erneut auf der Tagesordnung im Ausschuss für Verkehr und Mobilität. „Die meisten Stadträte sind dafür und viele Kemptener stehen dahinter“, betonte Tobias Heilig, Vorsitzender des ADFC.

„Es ist mir ein wichtiges Anliegen, den Fahrradverkehr insgesamt sicherer zu machen“, erklärte Kiechle. „Die Durchgängigkeit ist notwendig.“ Bereits letztes Jahr habe er einen Radverkehrswegeplan beauftragt, erklärte der OB auf Nachfrage. Es brauche eine Verbindung von Süd nach Nord und von Ost nach West. Doch die Bahnhofstraße stelle ein besonderes Problem dar, so der OB. Es gebe zwei Abbiegespuren, an denen es heute schon zu Rückstaus komme, und die Straße gewährleiste den Autofahrern die direkte Erreichbarkeit der zwei großen Parkhäuser, am Forum und bei der Telekom. Ein weiterer zu berücksichtigender Punkt sei das City-Management der Stadt. „Wie stehen die Einzelhändler dazu? Kempten ist eine Einkaufsstadt“, betonte Kiechle.

Die Mitglieder des ADFC nutzten die Veranstaltung, um auf ihren Kurs Ü50-Pedelec-Fahrsicherheits-Training aufmerksam zu machen. Denn auch der richtige Umgang mit dem Fahrrad gehöre zur Verkehrssicherheit, unterstrich Böck.

Christine Reder

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